
Der chinesische E-Autoriese BYD setzt aufgrund sinkender Absatzzahlen im Heimatmarkt verstärkt auf den Export und drängt mit massiven Rabatten in den deutschen Markt.
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Der chinesische Automarkt leidet unter Überkapazitäten und einem ruinösen Preiskampf. Deutsche Hersteller setzen bei der Elektrifizierung auf Plug-in-Hybride als Brückentechnologie.
In China schrumpft der Automarkt. Die Verkaufszahlen auch von BYD brechen ein. Stattdessen setzt der E-Autoriese auf den Export und greift auch in Deutschland mit Kampfpreisen an - ausgerechnet in einem Marktsegment, auf das die deutschen Autobauer große Hoffnungen gesetzt hatten.
Auf dem chinesischen Automarkt herrscht ein ruinöser Konkurrenzkampf. Die Zahl der Wettbewerber ist stark gestiegen, der Absatz geht zuletzt allerdings zurück. In der Folge überbieten sich die Hersteller mit Preisnachlässen, was wiederum die Gewinne vieler Unternehmen einbrechen lasst. Besonders deutlich spürt das Chinas Elektroauto-Marktführer BYD. Im ersten Halbjahr sanken die Verkäufe auf dem Heimatmarkt um 40 Prozent auf rund eine Million Fahrzeuge.
Um die Abhängigkeit vom chinesischen Markt zu verringern, treibt BYD seine Expansion im Ausland voran und gewinnt dabei zunehmend Marktanteile in Südostasien, Europa und auch in Deutschland. So konnte BYD seinen Absatz in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um mehr als 70 Prozent auf fast 800.000 Autos steigern. In Deutschland verkaufte das Unternehmen mit 26.000 Fahrzeugen viermal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ein Schwerpunkt von BYD liegt dabei bei den Plug-in-Hybriden. Zeitweise belegten die Chinesen in diesem Segment sogar den Spitzenplatz bei den Neuzulassungen in Deutschland.
Um die Platzhirsche VW, Audi, BMW und Mercedes zu verdrängen, greift BYD mit Kampfpreisen an, die zuvor vor allem vom schrumpfenden Heimatmarkt in China bekannt waren. Laut Zahlen des Center Automotive Research (CAR) unterbietet BYD die hiesige Konkurrenz mit günstigen Listenpreisen und gewährt dazu die höchsten Rabatte aller Anbieter. So betrug der durchschnittliche Rabatt für die 15 meistverkauften Plug-in-Hybride in Deutschland im August knapp 19 Prozent. BYD gewährte dagegen auf seine Top-Modelle bis zu 32 Prozent Nachlass.
Doppelter Preisdruck
"BYD übt gleich doppelten Preisdruck aus", schreibt CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer in einer Analyse. Einerseits durch niedrige Listenpreise und andererseits durch die höchsten Rabatte, die sein Institut ermittelt habe. "Nach unserer Einschätzung kann das als eine Art Export des Preiskriegs aus China interpretiert werden", so Dudenhöffer weiter. "Die schlechten Verkäufe in China belasten, gleichzeitig öffnet BYD die Schleusen für erhebliche Exporte."
Dass BYD ausgerechnet im Hybrid-Segment mit derartigen Preisnachlässen angreift, ist laut Dudenhöffer für die deutschen Autobauer besonders gefährlich. Die hiesige Branche hatte auf Plug-in-Hybride als Brückentechnologie gesetzt. Starke Verbrennungsmotoren mit Elektromotor Unterstützung lautete die Strategie.
"BYD konzentriert sich auf eher einfache Verbrennungsmotoren, mittlere Batterie-Kapazität und niedrige Preise und nimmt so den deutschen Autobauern ihre Führungsrolle im Heimatmarkt weg", konstatiert Dudenhöffer.

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