Dax: Globaler Tech-Ausverkauf setzt Börsenkurse unter Druck
US-Börsenturbulenzen und US-Kongresswahlen belasten deutsche und globale Aktienmärkte.
Quick Look
- Ein historischer Kurssturz an den US-Börsen im KI- und Halbleitersektor nach den US-Kongresswahlen hat den Dax zeitweise unter 26.000 Punkte gedrückt.
- Auch asiatische Märkte reagierten nervös auf die veränderten politischen Rahmenbedingungen.
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Why It Matters
Der Dax hatte zuvor mit 26.692 Punkten ein Rekordhoch erreicht.
Der starke Kursrutsch an den US-Aktienmärkten im Zuge des Ausverkaufs im KI- und Halbleitersektor hat den Dax am Freitag zeitweise wieder unter die 26.000-Punkte-Marke rutschen lassen. Eine Viertelstunde nach Eröffnung auf Xetra verlor der deutsche Leitindex 1,46 Prozent auf 25.940 Punkte. Später erholte er sich wieder etwas.
Tags zuvor hatte er mit 26.692 Punkten ein Rekordhoch erreicht, bevor die Schwäche an den US-Börsen einsetzte und ihn letztlich ins Minus drückte. »Die Vorsicht nimmt zu, zumal der Dax mit einem Rekordstand gerade erst ein optimales Umfeld einpreiste, das nun nicht mehr vorherrscht«, kommentierte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank.
Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 1,07 Prozent auf 30.560 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 1,2 Prozent.
Märkte in Asien reagieren nervös
In Asien gaben die Indizes am Freitag ebenfalls stark nach, besonders der japanische Nikkei 225 und der südkoreanische Kospi. Die chinesischen Börsen kamen etwas besser weg. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Werten vom Festland sank um 1,4 Prozent, der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong gab um 1,3 Prozent nach.
Anlass war der Sieg der Demokraten bei den US-Kongresswahlen. »Die Anleger erkennen, dass sich mit den US-Zwischenwahlen auch die politischen Rahmenbedingungen für den KI-Boom verändern könnten«, merkte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets dazu an.
»Durch neue Mehrheitsverhältnisse und politische Führungswechsel auf Ebene der Bundesstaaten geraten bislang als sicher geltende Rechenzentrumsprojekte möglicherweise erneut auf den Prüfstand«, sagte er. Damit wachse die Unsicherheit über den künftigen Investitionsbedarf und die Geschwindigkeit des geplanten Kapazitätsausbaus. Die Bewertungsaufschläge würden daher zunehmend hinterfragt und abgebaut.
»An der Wall Street ist genau das eingetreten, was Anleger seit Monaten befürchten: dass sich das Klumpenrisiko aus wenigen Tech-Schwergewichten rächt und die großen Indizes mit in die Tiefe reißt, wenn sie einmal stärker fallen sollten«, so Experte Stanzl. »Die Angst vor einem KI-Ausbaustopp durch die Demokraten trübt die Stimmung.«
In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Letztlich verlor er 6,4 Prozent. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Auch für den marktbreiten S&P 500 und den US-Leitindex Dow Jones Industrial war es ein schwacher Tag.
Open Questions
- Wie lange halten die Kursverluste an den US-Börsen an?
- Welche konkreten Maßnahmen planen die Demokraten bezüglich des KI-Booms?






