Dax-Konzerne bauen massiv Stellen ab
Eine Analyse von EY-Parthenon zeigt, dass deutsche Unternehmen im Vergleich zu Frankreich, Italien und Spanien deutlich stärker Personal abbauen.
Quick Look
- Dax-Konzerne haben laut einer EY-Parthenon-Analyse weltweit rund 46.000 Stellen abgebaut.
- Der Rückgang von 1,2 Prozent übertrifft den Personalabbau in Frankreich, Italien und Spanien.
- Besonders große Unternehmen und die Autoindustrie sind von den Kürzungen betroffen.
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Why It Matters
Das Employment Barometer 2026 untersucht die Beschäftigungszahlen in den Leitindizes von Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.
Die deutschen Dax-Konzerne kürzen im großen Stil Stellen. Einer Analyse der Berater von EY-Parthenon zufolge sind die Einschnitte bei deutschen Unternehmen sogar noch kräftiger als die bei Unternehmen aus Frankreich, Italien oder Spanien. Das geht aus dem sogenannten Employment Barometer 2026 hervor, für das die Unternehmen aus den Leitindizes der vier Länder untersucht wurden.
Die Zahl der Beschäftigten bei den Dax-Unternehmen sank demnach weltweit um rund 46.000 beziehungsweise 1,2 Prozent – von 3,86 Millionen auf 3,81 Millionen. Zum Vergleich: Bei den französischen Top-Unternehmen ging die Beschäftigung lediglich um 0,2 Prozent zurück, die italienischen und spanischen Unternehmen legten sogar jeweils um 0,9 Prozent zu.
Allein in Deutschland kürzten die deutschen Konzerne ihre Belegschaft um ein Prozent. Noch düsterer sieht in den Belegschaften der Dax-Konzerne im Ausland aus: Hier wurden laut der Auswertung 1,3 Prozent der Stellen abgebaut.
Hohe Gewinne führten zu Ineffizienz
Besonders betroffen sind den Angaben zufolge große Unternehmen. Bei deutschen Konzernen mit mehr als 100.000 Beschäftigten reduzierten 69 Prozent laut dem EY-Report ihre Belegschaften, unter den kleineren Dax-Unternehmen erhöhten dagegen 69 Prozent die Beschäftigung.
»Vor allem die großen Unternehmen konsolidieren – und Deutschland ist davon besonders stark betroffen«, sagt Constantin Gall, EY-Parthenon Managing Partner für Westeuropa. Er spricht von einem ernsten Signal für den Standort. »Die Kombination aus schwacher Konjunktur, hohen Kosten, Überregulierung, internationalem Wettbewerbsdruck und strukturellem Transformationsbedarf schlägt sich zunehmend auch in den Beschäftigungszahlen von Deutschlands Vorzeigeunternehmen nieder.«
Das Geschäftsmodell, von Deutschland aus weltweite Aktivitäten zu steuern, Forschung und Entwicklung am Heimatstandort vorzuhalten und zugleich in großem Umfang von Deutschland aus ins Ausland zu exportieren, sei massiv unter Druck, so Gall. Hohe Gewinne hätten allerdings auch ineffiziente Strukturen oder zu viele Managementebenen ermöglicht. »Bei Schnelligkeit, Innovationskraft und Kosteneffizienz haben andere Nationen inzwischen häufig die Nase vorn.«
Große Unterschiede gibt es zwischen den Branchen. Während einige Konzerne aus der Luft- und Raumfahrt- oder der Verteidigungsindustrie sowie Kapitalgüterhersteller und IT-Unternehmen laut dem Bericht zulegten, hätten vor allem Konsumgüterunternehmen und Pharma-/Life-Sciences-Unternehmen mit Rückgängen zu kämpfen. Eine Besonderheit gibt es demnach in der Autoindustrie: Die baue vor allem in Deutschland ab, während sie im Ausland weiter Stellen ausbaue.
Open Questions
- Wie entwickeln sich die Beschäftigungszahlen in den kommenden Quartalen?
- Welche konkreten Gegenmaßnahmen planen die betroffenen Konzerne?




