
Der deutsche Leitindex steigt am Morgen um 0,5 Prozent und folgt damit den Vorgaben der Wall Street. Schwache Industriedaten aus Deutschland und geopolitische Sorgen belasten den Handel indes.
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Der DAX reagiert auf globale Technologie-Trends sowie Konjunktur- und Rohstoffdaten.
DAX-Anleger schalten nach einem vorsichtigen Wochenstart einen Gang hoch. Der deutsche Leitindex stieg zur Eröffnung um 0,5 Prozent auf 25.390 Punkte, nachdem er sich am Montag kaum verändert gezeigt hatte. In den ersten Handelsminuten legte der deutsche Leitindex sogar um bis zu 0,8 Prozent zu.
Damit folgte der DAX der Technologie-Rally an der Wall Street. "Da die heutige Agenda kaum neue Impulse bereithält, dürfte das Duell zwischen Technologieaktien und Anleiherenditen den Handel bestimmen", sagte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. "Noch gewinnt die KI-Euphorie diesen Zweikampf." Je attraktiver die Renditen am Anleihemarkt werden, desto höher liege jedoch die Messlatte für weitere Kurssteigerungen bei Aktien.
Zunächst blicken Anleger jedoch auf neue Konjunkturdaten aus Deutschland, die auf den ersten Blick nichts gutes verheißen, der guten Stimmung am Aktienmarkt aber keinen Abbruch tun: Der Auftragseingang der deutschen Industriebetriebe ist im August überraschend deutlich um 10,6 Prozent eingebrochen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Einbruch im August geht vorwiegend auf deutlich weniger Großaufträge für Militärfahrzeuge, Flugzeuge, Schiffe und Züge zurück.
Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen lag der Auftragseingang in der deutschen Industrie im August aber fast auf dem Niveau vom Juli. "Am grundsätzlich positiven Bild ändert sich wenig", sagte Ökonom Michael Herzum vom Fondsanbieter Union Investment. Die Auftragslage der deutschen Industrie habe sich seit Herbst 2025 deutlich verbessert. "Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und bieten der Industrie rechnerisch ein Polster von rund neun Monaten", sagte Herzum.
Ob aus den vollen Auftragsbüchern tatsächlich mehr Wachstum entstehe, entscheide sich bei den Investitionen. Noch fehle den Unternehmen das Vertrauen, Produktion und Kapazitäten hochzufahren. "Die deutsche Industrie hat sich stabilisiert und die Perspektiven sind gut - ein Boom ist das aber noch nicht", sagte Herzum.
"Insgesamt dürfte die datenarme Handelswoche weiter von den Energiepreisen und Anleiherenditen dominiert werden", sagte Andreas Lipkow von CMC Markets. So blicken Anleger denn auch weiterhin sorgenvoll auf die angespannte Lage im Nahen Osten, die weiter den Ölpreis treibt. Die Nordseesorte Brent und US-Leichtöl WTI verteuern sich jeweils um 0,7 Prozent auf 100,99 beziehungsweise 90,05 Dollar je Barrel.
Trotz zunehmender Öl-Exporte vom Persischen Golf und der Freigabe strategischer Reserven durch die G7-Staaten befürchten Anleger angesichts der stockenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran drohende Engpässe. Priyanka Sachdeva, Analystin bei Phillip Nova sagte: "Von einer vollständigen Normalisierung der Lieferketten zu sprechen, erscheint noch nicht gerechtfertigt." Es habe erneute Angriffe auf Tanker gegeben, was Kosten, Versicherung und Sicherheitsrisiken für Transporte erhöht habe. Zudem gab es erneut Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen auf Ziele in Saudi-Arabien.
Eine Belastung bleiben die anhaltend hohen Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen. Sie lagen zuletzt immerhin unter dem Höchststand vom Freitag von 4,993 Prozent und verloren im frühen Handel bis zu acht Basispunkte. Die Prämie, die Anleger für das Halten französischer zehnjähriger Anleihen gegenüber Bundesanleihen verlangen, war am Freitag auf über 150 Basispunkte hochgeschnellt.
Sorgen bereitete vor allem Frankreichs steigende Verschuldung und die politische Blockade im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im kommenden Jahr. Der Haushaltsentwurf der französischen Regierung für 2027 hatte vergangene Woche umstrittene Ausgabenkürzungen und Sparmaßnahmen enthalten. Anleger zeigten sich jedoch skeptisch, ob die Regierung ihr Defizit vor den Wahlen 2027 in den Griff bekommt.
"Und was wir an den Anleihemärkten sehen, wirkt sich auf den Euro aus", sagte Kathleen Brooks, Analystin beim Broker XTB. Dieser bleibt angezählt: Am Dienstagmorgen wurde die europäische Gemeinschaftswährung zu 1,1206 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend.
Zum Wochenstart war der Kurs zunächst allerdings noch bis auf 1,1161 Dollar gefallen und damit auf ein Tief seit Mai 2025, bevor eine Stabilisierung einsetzte.
Positive Vorzeichen für den heutigen Handelstag kommen aus Übersee: Vor allem große Technologiewerte gaben gestern im US-Handel den Ton an, die Aktien von Nvidia kletterten erneut um rund zwei Prozent. Die Anteilsscheine von Meta Platforms, Microsoft und Tesla legten zwischen 1,3 und rund zwei Prozent zu.
Die nachlassende Unsicherheit über die Zinsen und eine leichte Entspannung bei den geopolitischen Risiken hätten es den Anlegern laut Analysten ermöglicht, sich auf das außerordentliche Gewinnwachstum der KI-Unternehmen zu konzentrieren. Vor Wochenschluss hatten schwächere US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen gedämpft, dass die US-Notenbank noch in diesem Monat die Zinsen anheben könnte.
Angetrieben von Kursgewinnen bei Tech-Schwergewichten hat der US-Technologieindex Nasdaq am Montag ein neues Rekordhoch erzielt. Er ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 27.477 Punkte aus dem Handel.

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