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DAX schließt unverändert: Ölpreise und Konjunktursorgen belasten den Markt
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Tagesschau Wirtschaft1 hour agoBusiness2 min readGermanyView translation

DAX schließt unverändert: Ölpreise und Konjunktursorgen belasten den Markt

Hohe Energiepreise und schwache Exportdaten bremsen den deutschen Aktienmarkt, während die Elektroindustrie positive Signale sendet.

Quick Look

  • Der DAX schloss nahezu unverändert bei 26.007 Punkten, belastet durch steigende Ölpreise infolge von Huthi-Angriffen in Saudi-Arabien.
  • Während Exporte sanken, verzeichnete die Elektroindustrie ein starkes Auftragsplus.
  • EZB-Zinsentscheidung steht bevor.

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Why It Matters

Die hohen Ölpreise werden durch Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Anlagen befeuert. Gleichzeitig kämpft die deutsche Wirtschaft mit rückläufigen Exporten.

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Angesichts hoher Ölpreise kommt der Aktienmarkt weiter nicht voran. Immerhin konnte der DAX bis zum Handelsende seinen Tagesverlust vollständig wettmachen und schloss praktisch unverändert bei 26.007 Punkten. Gestern hatte der deutsche Leitindex 0,15 Prozent tiefer bei 26.006 Punkten geschlossen.

Auf die Stimmung drücken weiterhin die hohen Öl- und Gaspreise. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg auf den höchsten Stand seit Anfang Juni und erreichte am Morgen fast 100 Dollar pro Barrel. Am späten Nachmittag waren es noch fast 98 Dollar.

Händler begründeten den weiteren Anstieg unter anderem mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen. Der anhaltende Konflikt halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das dürfte dafür sorgen, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist werden. "Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte", so der Marktexperte.

Auch die US-Börsen sind nach ihrer Feiertagspause schwächer in den Tag gestartet. Der Dow Jones gab bis zum späten Nachmittag rund ein Prozent ab. Eine Belastung stellt auch die Handelspolitik dar: Im Handelsstreit mit Kanada sind heute die kanadischen Gegenzölle in Kraft getreten.

Von der Konjunkturseite gab es unterschiedliche Signale. Im Juli sanken die deutschen Exporte nach fünf Monaten mit Anstiegen. Sie gingen im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent zurück, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen.

Dies ist eine weitere schlechte Nachricht für die zuletzt auf Erholungskurs steuernde Wirtschaft: Bereits vergangene Woche wurde bekannt, dass die deutschen Unternehmen ihre Produktion im Juli überraschend so stark gedrosselt haben wie seit knapp einem Jahr nicht mehr.

Von der Elektro- und Digitalindustrie kamen dagegen erneut gute Nachrichten. Im Juli lagen deren Auftragseingänge um 32,6 Prozent über dem Vorjahr, meldete der Branchenverband ZVEI. Im bisherigen Jahresverlauf liegen die Auftragseingänge damit 12,6 Prozent höher als von Januar bis Juli 2025. Zugleich berichtete das ifo-Institut, dass die Stimmung in der Branche aktuell so gut sei wie seit über drei Jahren nicht mehr. So sei das Barometer für das Geschäftsklima im August auf 16,0 Punkte gestiegen, nach 10,0 Punkten im Juli.

Für Diskussionen sorgte auch, dass Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer ihre Forschungsaktivitäten zunehmend ins Ausland verlagern. 43 Prozent organisieren Forschung und Entwicklung bereits außerhalb Deutschlands, wie eine Umfrage des Branchenverbandes VDMA unter 400 Mitgliedsfirmen ergab.

Der Großteil dieser Firmen will ihren Auslandsanteil bei Forschung und Entwicklung in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. Diese Entwicklung sei "ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland - auch weil wir mit 190.000 Ingenieuren wichtigster Wertschöpfungspartner für neue Produkte und Prozesse der Wirtschaft sind", sagt der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer Hartmut Rauen.

Die hohen Ölpreise lassen baldige Zinserhöhungen der großen Notenbanken erwarten. Die Finanzmärkte haben sich bereits darauf eingestellt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den zum Steuern des geldpolitischen Kurses wichtigen Einlagensatz am Donnerstag um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent hochsetzen wird.

Ob die US-Notenbank im Kampf gegen die hohe Teuerung nachzieht, ist unklar, aber wahrscheinlich. Derzeit preisen die Händler eine Wahrscheinlichkeit von gut 60 Prozent für eine Zinserhöhung der Fed in der nächsten Woche ein.

Der Aktie von Infineon halfen die guten Nachrichten von der Elektro- und Digitalbranche heute nicht. Nach einer Abstufung durch Morgan Stanley rutschte die Aktie ans DAX-Ende.

Auf der Gewinnerseite stand dagegen Fresenius. Die Schweizer UBS attestiert den Aktien des Gesundheitskonzerns noch erhebliches Aufwärtspotenzial. Analyst Graham Doyle hält die Sorgen um das US-Geschäft mit dem wichtigen Biosimilar Tyenne für völlig überzogen.

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • EZB erhöht Einlagensatz um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent.

    Very likely · Within days

Open Questions

  • Wie reagiert die US-Notenbank Fed auf die Inflationsdaten?
  • Wie lange halten die Produktionsstopps in Saudi-Arabien an?

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This article was originally published by Tagesschau Wirtschaft.

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