
Der deutsche Leitindex gewinnt zu Handelsbeginn an Wert, während sinkende Ölpreise und die jüngste Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve die Märkte bewegen.
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Die US-Notenbank hat den Leitzins angehoben, und im Nahen Osten kam es zu Versorgungsengpässen bei Öl.
Düsseldorf. Eine Zolldrohung des US-Präsidenten Donald Trump gegen die EU kann dem deutschen Leitindex am Donnerstag zunächst nichts anhaben. Der Dax startet 0,6 Prozent im Plus bei 25.682 Punkten in den Handel. Am Mittwoch hatte er etwa ein halbes Prozent auf 25.537 Zähler gewonnen.
Trump reagierte auf den Vorstoß der EU, Kanada zum ersten „assoziierten Mitglied“ der Europäischen Union zu machen, mit einer harten Drohung. Falls er es als „feindseligen Akt“ empfinden sollte, würde er hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen, warnte Trump vor Reportern. Der Blick der Anleger richtet sich deshalb auf den kanadischen Premierminister Mark Carney, der am Vormittag vor dem Europäischen Parlament in Straßburg spricht.
Treibende Kraft für die steigenden Kurse war zuletzt ein Rückgang des Ölpreises. Und auch am Donnerstag geben the Preise weiter nach. Zu Handelsbeginn in Frankfurt kostet Rohöl der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im November rund 104 Dollar pro Barrel (159 Liter) und damit 1,6 Prozent weniger. Das US-Leichtöl WTI zur Lieferung im Oktober vergünstigt sich ebenfalls um 1,3 Prozent auf etwa 101 Dollar. Beide Kontrakte waren am Mittwoch bereits um rund drei Dollar gefallen.
Grund dafür waren Berichte über alternative Lieferwege für Ölexporte aus Saudi-Arabien, welche die Sorgen über das Ausmaß der Versorgungsengpässe durch den Irankrieg dämpfen konnten. Zuvor war die wichtige Ölpipeline ins Rote Meer, eine Alternativroute zur Straße von Hormus, bei Drohnenangriffen beschädigt worden. Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet, will das Land rund die Hälfte der Kapazität innerhalb weniger Tage wiederherstellen.
Nach dieser jüngsten Eskalation in dem Konflikt waren die Ölpreise Anfang der Woche auf den höchsten Stand seit vier Monaten gestiegen.
Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank warnt jedoch vor übermäßigem Optimismus. Der sinkende Preis dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, „dass die Ölpreise mit über 100 Dollar pro Barrel immer noch ein Fünftel höher sind als vor einem Monat“. Die Situation im Nahen Osten gleiche einem Pulverfass: „Es genügt eine Nachricht, und die Unruhe samt steigender Ölpreise ist zurück.“
US-Präsident Donald Trump stellte am Mittwoch erneut ein baldiges Ende des Konflikts in Aussicht. Einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge will sich Trump am Dienstag am Rande der UN-Vollversammlung mit den Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten treffen.
Interessant bleibt zudem der gestrige Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Fed hatte den US-Leitzins zum ersten Mal seit drei Jahren wieder um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die Zinsspanne liegt somit bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Da die Ankündigung erst nach deutschem Börsenschluss erfolgte, dürfte sich die Entscheidung erst heute voll auf den Dax auswirken.
„Das zentrale Augenmerk der Investoren richtet sich nun auf die Einordnung der rhetorischen Signale zur künftigen Zinslinie: Werten die Marktteilnehmer die Anhebung als einmaligen Schritt oder als Auftakt für weitere Zinserhöhungen im Spätjahr?“, sagt Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades.
Außerdem steht mit der Bank of England noch ein weiterer Leitzinsentscheid an. Anders als bei der EZB und der Fed vermuten Ökonomen jedoch, dass die Notenbank in London den Leitzins trotz der zuletzt hohen Inflation bei 3,75 Prozent belässt.
Der Dollar erreicht nach der Zinserhöhung der Fed am Donnerstag ein Sieben-Wochen-Hoch. Der Dollar-Index notierte in der Spitze mit 100,37 Punkten auf dem höchsten Stand seit Ende Juli. Seit Wochenbeginn hat der Greenback rund 1,3 Prozent zugelegt. Fed-Chef Kevin Warsh habe restruktiver als erwartet geklungen, sagte Carol Kong, Währungsstrategin bei der Commonwealth Bank of Australia. „Dass er Hinweise auf zukünftige Zinserhöhungen gab, überraschte die Märkte.“ Das treibe den Dollar in die Höhe.
Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau scheint derweil weiter zu schwächeln. Der Branchenverband VDMA senkte am Donnerstag seine Produktionsprognose für 2026 auf ein Minus von zwei Prozent. Bislang war der Verband von einer Stagnation ausgegangen. „2026 wird damit voraussichtlich das vierte Jahr mit Produktionsrückgang in Folge“, sagte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt.
Grund dafür sei die schwache Entwicklung im laufenden Jahr. In den ersten sieben Monaten sei die Produktion real um 4,1 Prozent unter das Vorjahresniveau gesunken. Die Kapazitäten seien deutlich unterausgelastet geblieben. Die für 2027 geplante Trendwende sei mit erheblichen Risiken behaftet. Dazu zählten hohe geopolitische Unsicherheiten, das erhöhte Zinsniveau und die schwache Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
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Maschinenbau verzeichnet 2026 voraussichtlich das vierte Jahr mit Produktionsrückgang in Folge.
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