
Der deutsche Leitindex zeigt sich am Morgen stabil, bleibt aber durch die anhaltende Krise am Anleihemarkt und hohe Ölpreise belastet.
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Hohe Staatsverschuldung und geopolitische Konflikte treiben die Renditen am Anleihemarkt nach oben.
Der deutsche Leitindex lag im frühen Handel knapp über der Marke von 26.000 Punkten. Zu mehr als einem Plus von 0,2 Prozent reichte es zunächst jedoch nicht. Am Donnerstag war der DAX mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 25.983 Punkten aus dem Handel gegangen.
Noch immer bleibt die Krise am Anleihemarkt Thema an den Finanzmärkten: Sorgen über hohe Ölpreise infolge des Iran-Konflikts und die steigende Staatsverschuldung hatten die Renditen diese Woche auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten getrieben. Das US-Finanzministeriums kündigte zwar an, langlaufende Anleihen durch Milliardenkäufe zu stützen. Diese künstliche Nachfrage sorgte aber nur für eine kurzzeitige Erleichterung.
"Die anfänglichen Marktreaktionen auf die Rückkaufpläne des US-Finanzministeriums überraschen angesichts des vergleichsweise geringen Volumens", heißt es von den Experten der Helaba. "Zudem lassen sich weder Inflationssorgen, noch Befürchtungen einer ausufernden Staatsverschuldung durch diese Maßnahme eindämmen. Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Renditen gestern wieder gestiegen sind."
Jochen Stanzl, Marktexperte bei der Consorsbank, beschreibt die Faktoren, die an den Aktienmärkten derzeit entscheidend sind: "Der Gewinnschub der Unternehmen im zurückliegenden Vierteljahr tröstet über so manche Delle hinweg, die hohe Ölpreise, steigende Renditen und geopolitische Sorgen angerichtet haben. Der Eingriff des amerikanischen Finanzministeriums zur Senkung langfristiger Renditen kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Verschuldung der Vereinigten Staaten gerade die 40-Billionen-Dollar-Grenze überschritten hat."
Der Markt verlange zunehmend eine höhere Entschädigung dafür, Washington langfristig Kapital zur Verfügung zu stellen. Dadurch entstehe ein unangenehmer Rückkopplungseffekt, kommentiert Serge Nussbaumer, Kapitalmarktexperte beim Schweizer Wertpapierhaus Maverix.
"Hohe Defizite erhöhen den Finanzierungsbedarf, ein größeres Angebot an Treasuries muss vom Markt absorbiert werden, höhere Renditen verteuern die Refinanzierung und steigende Zinsausgaben belasten wiederum den Haushalt", beschreibt Nussbaumer den typischen Marktkreislauf in einer solchen Lage.
Bei den Einzelwerten steht CTS Eventim im Blickpunkt. Der Ticketvermarkter und Veranstalter berichtete für das zweite Quartal erneut ein prozentual zweistelliges Wachstum für den Umsatz und das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Im Vergleich zum Jahresauftakt schwächte sich die Dynamik jedoch ab. Händler sprachen deshalb von einem durchwachsenen Zwischenbericht mit einer enttäuschenden Margenentwicklung.
Ein trüiderer Geschäftsausblick brockte dem Optikerkonzern Fielmann heute einen Kursrutsch ein. Das Unternehmen war schon Anfang Juli mit den vorläufigen Halbjahreszahlen vorsichtiger geworden und hatte für Umsatz und Ebitda das untere Ende der Zielspannen in Aussicht gestellt.

Der deutsche Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg beliefert von seinem Werk in Vietnam aus US-Tech-Konzerne wie Amazon. Die Produktion in der Provinz Dong Nai dient dazu, die Abhängigkeit von China zu reduzieren und den Export in die USA zu erleichtern.

Ralf Damde, Betriebsratschef bei DB Regio, kritisiert das Konzept der Korridorsanierungen der Deutschen Bahn. Er bemängelt hohe Kosten, den Austausch funktionstüchtiger Bauteile und die Beschäftigungslage der Mitarbeiter während der monatelangen Vollsperrungen.

Nach einem Urteil des US Supreme Court gegen Trumps Zollpolitik erhalten deutsche Unternehmen wie DHL und Siemens Healthineers Rückerstattungen in Millionenhöhe. Insgesamt wurden weltweit 81,3 Milliarden US-Dollar an Zöllen zurückgezahlt.

Die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen stiegen auf 5,31 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. Finanzminister Scott Bessent plant Interventionen durch Umschuldung, um steigende Kreditkosten und konjunkturelle Belastungen zu begrenzen.

Nach einer enttäuschenden Erntebilanz des Deutschen Bauernverbands aufgrund von Hitze und Trockenheit erwarten Experten keine Versorgungsengpässe in deutschen Supermärkten. Verbraucher müssen sich jedoch auf steigende Preise für Obst, Gemüse und Kartoffeln einstellen.

Tatjana Kim, Gründerin des russischen Onlinehändlers Wildberries, steht im Zentrum eines Machtkampfes. Der Artikel beleuchtet ihren Aufstieg zur reichsten Frau Russlands und die aktuellen Herausforderungen für ihr E-Commerce-Imperium.