
Der deutsche Leitindex verliert zum Handelsauftakt 0,2 Prozent, während Anleger auf wichtige US-Impulse und die Restrukturierung bei Volkswagen blicken.
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Der DAX leidet unter globalen Unsicherheiten wie Inflation, hohen Zinsen und geopolitischen Krisen. Volkswagen befindet sich in einer tiefen Krise mit drohenden Werkschließungen und Personalabbau.
Der deutsche Leitindex startet mit einem Minus von 0,2 Prozent auf rund 26.080 Punkte. Am Freitag war der DAX mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 26.136 Zählern aus dem Handel gegangen. Auf Wochensicht hatte er mehr als ein Prozent eingebüßt.
Wird die 26.000er-Marke heute halten? An den Finanzmärkten gibt es derzeit eine ganze Reihe von Themen, die wieder für fallende Kurse sorgen könnten. "Es knirscht im Gebälk der Weltfinanzmärkte", schrieb LBBW-Analyst Henning Oligmüller. Neben der Krise im Nahen Osten, anhaltend hohen Energiepreisen, Inflationssorgen und steigenden Renditen am Anleihemarkt ist auch die wachsende Staatsverschuldung ins Bewusstsein der Anleger zurückgekehrt.
Vor diesem Hintergrund warten die Investoren auf die Bilanz des US-Chipkonzerns Nvidia am Mittwochabend. Denn der Renditeanstieg am Anleihemarkt zeigt, dass Anleger steigende Zinsen erwarten. Der Zeitpunkt ist ungünstig, denn ausgerechnet jetzt wachsen die Schulden vieler Staaten. Höhere Zinsen verteuern den Schuldendienst und schränken deren Budgetspielraum ein. Aber auch die Kredite für Verbraucher und Unternehmer werden teurer.
Die Nvidia-Zahlen sind deshalb für den Gesamtmarkt von großer Bedeutung. Die Anleger sorgen sich wegen der milliardenschweren Investitionen vieler Tech-Konzerne für den KI-Ausbau. Die Frage lautet nun, ob die Unternehmen ausreichend Gewinne machen, um den Kapitalaufwand zu finanzieren - und das bei steigenden Zinsen. Sollte die Nvidia-Bilanz schwach ausfallen, könnte der gesamte Aktienmarkt darunter leiden. Die Erwartungshaltung sei mittlerweile derart astronomisch, dass das Risiko für einen kurzfristigen Rücksetzer höher gewichtet werde als die Chance auf einen frischen Rally-Impuls, meint Frank Sohlleder, Experte beim Broker ActivTrades.
Wegen der möglicherweise steigenden Zinsen steht auch die US-Geldpolitik in den USA im Blickpunkt. Von Donnerstag bis Samstag wird das Symposium der regionalen Notenbank von Kansas City in Jackson Hole dauern, ein Treffen von Notenbankern, Ökonomen und Finanzpolitikern. Von dort erhoffen sich Investoren weitere Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick der US-Notenbank Federal Reserve unter dem neuen Chef Kevin Warsh.
"Nvidias Zahlen, die Präzisierung wirtschaftlicher US-Sanktionen gegen den Iran und das Notenbanktreffen in Jackson Hole: Jedes dieser Ereignisse hat für sich betrachtet das Potenzial, neue Unruhe an den Märkten auszulösen", fasst Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank die Lage zusammen.
Aus deutscher Sicht steht zum Wochenstart die Krise bei Volkswagen im Blickpunkt. Es geht um die Zukunft eines der größten Industriekonzerne Deutschlands, und um zehntausende Arbeitsplätze. Auch Werkschließungen stehen zur Debatte. In diesen Tagen finden bei VW deshalb eine Reihe außerordentlicher Betriebsversammlungen statt. Arbeitnehmer verlangen Details zu den Sparplänen des Managements.
Der Konzern kämpft mit hohen Kosten in einem schwierigen Branchenumfeld. Mit Kostensenkungen, Restrukturierungen und Personalabbau will die VW-Führung die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Seit Jahresbeginn hat der Konzern fast ein Drittel seines Börsenwerts verloren.
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Nvidia-Bilanz könnte den gesamten Aktienmarkt beeinflussen.
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