DAX startet stabil in EZB-Zinsentscheidung und Nahost-Konflikt
Europäische Zentralbank entscheidet über Leitzinserhöhung angesichts steigender Inflation und Ölpreise
Quick Look
- Nach einem Kursrutsch durch die Nahost-Eskalation startet der DAX stabil.
- Im Fokus steht die EZB-Zinsentscheidung bei einer Inflation von 3,3 Prozent.
- Zudem treiben hohe Ölpreise und Porsche-Anteilsverkäufe die Märkte an.
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Why It Matters
Inflation in der Eurozone ist auf 3,3 Prozent gestiegen. Der Ölpreis kletterte über 100 Dollar je Barrel.
Nach dem jüngsten Kursrutsch ist der deutsche Leitindex stabil bei 25.559 Punkten in den Handelstag gestartet.
Gestern war der DAX mit einem Abschlag von 1,7 Prozent bei 25.576 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Grund war die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie trieb den Preis für Brent-Öl erstmals seit Mitte Juli wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel.
Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie wird am frühen Nachmittag um 14.15 Uhr verkündet. Die Inflation in der Eurozone ist zuletzt auf 3,3 Prozent gestiegen. Deshalb wird an den Finanzmärkten damit gerechnet, dass die EZB den Leitzins auf 2,5 Prozent erhöht, um die Inflation zu dämpfen. "Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist am Markt vollständig eingepreist, alles andere käme einer großen Überraschung gleich", kommentiert Wolfgang Bauer, Fondsmanager bei Royal London Asset Management.
Von besonderem Interesse wird wie üblich die anschließende Pressekonferenz sein. Die Investoren erhoffen sich Hinweise auf die künftige EZB-Geldpolitik: "Entscheidend wird der Ausblick der EZB sein. Die Märkte gehen aktuell von weiter steigenden Leitzinsen und zwei weiteren Zinsschritten im kommenden Jahr aus", sagte Thomas Altmann von QC Partners.
"Die eigentliche Marktreaktion dürfte nicht durch den reinen Zinsschritt, sondern durch den verbalen Begleitton auf der anschließenden Pressekonferenz ausgelöst werden", stellt Frank Sohlleder fest, Analyst beim Broker ActivTrades. "Signalisiert die EZB kompromisslos weitere Anhebungen oder stellt sie angesichts der konjunkturellen Risiken eine Atempause in Aussicht? Diese rhetorische Nuance wird die Richtung des DAX am Nachmittag maßgeblich prägen."
Für Sparer bedeuten höhere Zinsen, dass sie auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten höhere Zinsen erwarten dürfen. Wenn sich das Sparen lohnt, dämpft das allerdings den Konsum. Bauzinsen und Kredite werden dagegen teurer.
Die höheren Zinsen haben für die Unternehmen zur Folge, dass Investitionen teurer werden und die Kosten steigen. Diese höheren Kosten könnten bei den Verbrauchern landen. Das wiederum dürfte die Konjunktur belasten. Die Notenbank muss also eine Gratwanderung versuchen und die Inflation bekämpfen, ohne die Wirtschaft abzuwürgen.
Ein Grund für die hohe Teuerung sind die gestiegenen Energiepreise. Rekordhohe Benzinpreise haben die Inflation in Deutschland auf 2,9 Prozent getrieben, teilte das Statistische Bundesamt heute mit. "Besonders deutlich hat sich die vor allem durch den Iran-Krieg verursachte Teuerung der Energie bei den Kraftstoffen gezeigt", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Dem ADAC zufolge kostete ein Liter Superbenzin im August mit durchschnittlich 2,145 Euro so viel wie noch nie. Eine schnelle Entspannung ist angesichts weiter gestiegener Ölpreise nicht in Sicht.
Die Furcht vor einer Ausweitung des Nahost-Konflikts hat die Ölpreise zuletzt wieder deutlich angetrieben. Die Sorge vor globalen Versorgungsengpässen durch die Ausweitung des Nahost-Konflikts, der nun auch Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im Jemen umfasst, stützt die Preise auf hohem Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostet wieder mehr als 100 Dollar.
Der Autohersteller Porsche AG hat mit seinem Abschied von der Sportwagenschmiede Bugatti und dem E-Auto-Bauer Rimac eine Milliarde Euro eingenommen. Nach Genehmigung durch die Behörden sei der Verkauf der Anteile nun vollzogen worden, teilte die Tochtergesellschaft des VW-Konzerns mit. Von dem Erlös will Porsche 250 Millionen Euro für die Ausfinanzierung seiner Pensionsverpflichtungen verwenden.
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