DAX vor EZB-Zinsentscheidung leicht höher, Ölpreis bleibt über 100 Dollar
Quick Look
- Der DAX wird vor Handelsstart 10 Punkte höher auf 25.586 Punkte taxiert, nachdem er gestern um 1,7 Prozent fiel.
- Der Ölpreis bleibt über 100 Dollar je Barrel aufgrund von Nahost-Spannungen.
- Anleger warten auf die EZB-Zinsentscheidung um 14.15 Uhr, bei der eine Erhöhung um 25 Basispunkte erwartet wird.
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Why It Matters
Der DAX hatte gestern aufgrund von Nahost-Eskalation und steigenden Ölpreisen um 1,7 Prozent verloren. Die Inflation in der Eurozone liegt bei 3,3 Prozent, was Erwartungen einer Zinserhöhung durch die EZB schürt.
Nach dem jüngsten Kursrutsch taxiert der Broker IG den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Handelsstart 10 Punkte höher auf 25.586 Punkte. Gestern war der DAX mit einem Abschlag von 1,7 Prozent auf 25.576 Punkten aus dem Handel gegangen. Der Grund war die erneute Eskalation im Nahen Osten. Sie trieb den Preis für Brent-Öl erstmals seit Mitte Juli wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel.
Anleger fürchteten eine langfristige Unterbrechung der Ölversorgung, die die Energiepreise weiter nach oben treiben könnte - mit Folgen für die Verbraucherpreise.
Deshalb steht der heutige Tag ganz im Zeichen der Zinsentscheidung der europäischen Zentralbank. Die Entscheidung wird am frühen Nachmittag um 14.15 Uhr verkündet. Die Inflation in der Eurozone ist zuletzt auf 3,3 Prozent gestiegen. Deshalb wird an den Finanzmärkten damit gerechnet, dass die EZB den Leitzins auf 2,5 Prozent erhöht, um die Inflation zu dämpfen.
"Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte ist am Markt vollständig eingepreist, alles andere käme einer großen Überraschung gleich", kommentiert Wolfgang Bauer, Fondsmanager bei Royal London Asset Management. Die entscheidende Frage würde daher lauten: "Markiert der September-Schritt nach der ersten Anhebung im Juni den Abschluss einer kurzen, vorsorglichen Straffung der Geldpolitik oder den Übergang zu einem längeren Zinserhöhungszyklus", so der Experte.
Für Sparer bedeuten höhere Zinsen, dass sie auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten höhere Zinsen erwarten dürfen. Wenn sich das Sparen lohnt, dämpft das allerdings den Konsum. Bauzinsen und Kredite werden dagegen teurer.
Die höheren Zinsen haben für die Unternehmen zur Folge, dass Investitionen teurer werden und die Kosten steigen. Diese höheren Kosten könnten bei den Verbrauchern landen. Das wiederum dürfte die Konjunktur belasten. Die Notenbank muss also eine Gratwanderung versuchen und die Inflation bekämpfen, ohne die Wirtschaft zu sehr abzuwürgen.
Ein Grund für die hohe Teuerung sind die hohen Energiepreise. Hier ist vorerst nicht mit einer Entlastung zu rechnen. Die Furcht vor einer Ausweitung des Nahost-Konflikts hat die Ölpreise zuletzt wieder deutlich angetrieben. Die Sorge vor globalen Versorgungsengpässen durch die Ausweitung des Nahost-Konflikts, der nun auch Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und den Huthi-Rebellen im Jemen umfasst, stützt die Preise auf hohem Niveau.
Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee heute zwar um 0,2 Prozent auf 101,03 Dollar je Barrel (159 Liter), hielt sich damit aber weiter über der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 0,2 Prozent fester bei 96,22 Dollar.
Die Sorgen über steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen hatten der Wall Street am Mittwoch Kursverluste eingebrockt. Der Dow Jones schloss 0,8 Prozent tiefer auf 52.381 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,5 Prozent auf 7.636 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,6 Prozent auf 26.253 Punkte.
Auch in Asien fallen die Börsen zurück. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,8 Prozent auf 64.597 Punkte nach, der breiter gefasste Topix notierte 0,3 Prozent niedriger bei 4.032. In China hielten sich die Anleger ebenfalls zurück: Die Börse Shanghai verlor 0,1 Prozent auf 3.946 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,2 Prozent auf 4.564 Punkte.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die EZB wird den Leitzins um 25 Basispunkte auf 2,5 Prozent erhöhen
Very likely · Within hours
Der Ölpreis bleibt kurzfristig über 100 Dollar je Barrel
Likely · Within days
Open Questions
- Ob die EZB-Zinserhöhung den Abschluss einer kurzen Straffungsphase oder den Beginn eines längeren Zyklus markiert
- Wie lange die Nahost-Spannungen andauern und wie sie die Ölversorgung beeinflussen werden
- Ob höhere Zinsen die Konjunktur ausreichend abwürgen, um die Inflation zu kontrollieren



