RWE-Chef fordert besseren Schutz kritischer Infrastruktur nach Sabotage-Angriffen
Quick Look
- RWE-Chef Markus Krebber fordert nach Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur, mehr Geheimhaltung statt Transparenz und frühere Erkennung von Bedrohungen.
- Er spricht sich für eine Debatte über physische Notwehr aus und kritisiert Transparenzgesetze.
- Die Polizei hat einen 48-jährigen Verdächtigen festgenommen, der versucht haben soll, Stromleitungen nahe Kohlekraftwerken in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen zu sabotieren.
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Why It Matters
Nach einer Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern fordert der RWE-Chef Markus Krebber einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur und kritisiert Transparenzgesetze, die kritische Infrastruktur öffentlich machen.
RWE-Chef Markus Krebber fordert nach einer Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz in mehreren Bundesländern einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur. «Wir müssen aus den Erfahrungen auch die Lehren ziehen, und zwar schnell», sagte Krebber beim Sommerfest des Energiekonzerns in Berlin. Die akute Bedrohungslage der Gesellschaft und der lebensnotwendigen kritischen Infrastruktur durch hybride Angriffe könne nicht mehr mit Regeln und bürokratischen Prozessen aus «Friedenszeiten» bewältigt werden.
«Mehr Geheimhaltung»
Krebber kritisierte Transparenzgesetze, die die kritische Infrastruktur öffentlich machten. «Eigentlich muss die Devise sein: Geheimhaltung statt Transparenz.» Zudem dürften Unternehmen wie RWE zwar mit technischen Möglichkeiten wie Videosensorik ihr eigenes Betriebsgelände überwachen. «Die Angreifer bereiten sich aber außerhalb der Betriebsgelände auf mögliche Angriffe vor.» Man müsse die Möglichkeiten haben, Bedrohungslagen früher zu erkennen, sagte Krebber: «Wir müssen die kritische Infrastruktur auch im öffentlichen Raum mit allen technischen Möglichkeiten, die verfügbar sind, überwachen dürfen.»
Der RWE-Chef sprach auch den heiklen Punkt einer «physischen Notwehr» an. Wenn eine Drohne im Anflug sei und man wisse, der Schaden werde groß sein, dann könne nicht die Lösung sein, 110 anzurufen. «Wir brauchen eine Debatte, wie wir in engerer Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden, Öffentlichkeit und auch den Unternehmen den Schutz der kritischen Infrastruktur verbessern.»
Stromleitungen im Visier
Nach der Serie von Sabotage-Angriffen auf das Stromnetz hatte die Polizei einen verdächtigen 48-Jährigen festgenommen. Die Ermittler glauben, dass er an mehreren Orten in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen versucht hat, Stromleitungen in der Nähe von Kohlekraftwerken zu sabotieren - in einigen Fällen soll ihm das gelungen sein.
Unter kritischer Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeinträchtigung oder Ausfall zu Versorgungsengpässen, Störungen der öffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen führen kann. Dazu gehören beispielsweise Energie, Informationstechnik, Transport und Verkehr.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Es wird eine verstärkte Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur und mögliche Änderungen an Transparenzgesetzen geben.
Likely · Within weeks
Die Ermittlungen gegen den 48-jährigen Verdächtigen werden fortgesetzt und könnten zu weiteren Festnahmen führen.
Possible · Within weeks
Open Questions
- Welche konkreten technischen Maßnahmen sollen zur Überwachung kritischer Infrastruktur im öffentlichen Raum eingesetzt werden?
- Wie soll die Debatte über physische Notwehr gegen Drohnen strukturiert werden?
- Welche Beweise gibt es gegen den festgenommenen 48-jährigen Verdächtigen?





