
Steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen zwischen USA und Iran drücken auf die Stimmung an den Börsen, während Meta mit KI-Agent 'Muse' gegen den Trend wächst.
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Die Ölpreise steigen aufgrund zunehmender militärischer Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Dies verstärkt die Inflationsängste und beeinflusst die Zinspolitik der Zentralbanken.
Der weiter steigende Ölpreis hat zur Wochenmitte die Kurse im deutschen Aktienhandel stark belastet. Der Leitindex DAX fiel am Mittwoch um 1,7 Prozent auf 25.576 Punkte und rutschte damit auf das Niveau von Ende Juli.
Da halfen auch die neuerlichen Bemühungen um Frieden in der Ukraine nicht, im Gegenteil. Sie schickten europäische Rüstungswerte auf Talfahrt, Rheinmetall-Aktien standen mit einem Abschlag von mehr als drei Prozent am DAX-Ende. Bei den deutschen Nebenwerten fielen Renk und Hensoldt.
Ein Händler verwies in diesem Zusammenhang auf das Ringen um Frieden in der Ukraine. US-Präsident Donald Trump hatte sich in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für ein baldiges Ende des Krieges in der Ukraine ausgesprochen.
Die Achillesferse der Aktienmärkte bleibt aber Öl: Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent sprang heute auf 100,89 Dollar pro Barrel (159 Liter), für die Sorte WTI lag er bei 95,57 Dollar. Der Brent-Preis stieg damit in diesem Jahr um 64 Prozent, vor dem Iran-Krieg hatte er noch bei rund 70 Dollar gelegen.
Der erneute Sprung über die 100-Dollar-Marke deutete sich bereits seit Beginn der Woche an, denn die Angriffe zwischen den USA und Iran haben zuletzt wieder zugenommen. Nun sind sie in der Nacht weiter eskaliert: Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Irans Revolutionsgarden reagierten darauf nach eigener Darstellung umgehend mit "schweren Raketenangriffen" auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Es war die schwerste Welle gegenseitiger Angriffe auf die Schifffahrt seit Beginn des Krieges Ende Februar.
Die Investoren fürchteten weitere Störungen der Ölproduktion und -transporte und preisten folglich höhere Energiepreise für längere Zeit ein, schrieb Stratege Jim Reid von der Deutschen Bank. "Die Skepsis nimmt zu, dass die Ölpreise in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen."
Höhere Ölpreise schüren an den Börsen auch neue Inflationsängste, da viele Volkswirtschaften stark von Energieimporten abhängig sind. "Ölpreise von 100 Dollar pro Barrel rücken den Inflationsdruck wieder in den Mittelpunkt", so Joachim Klement von Panmure Liberum. "In diesem Umfeld werden die Entscheidung der EZB und die Äußerungen von Christine Lagarde am Donnerstag an Bedeutung gewinnen."
An den Finanzmärkten gilt es bereits als ausgemachte Sache, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am morgigen Donnerstag den zum Steuern des geldpolitischen Kurses wichtigen Einlagensatz um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent hochsetzen wird.
Und auch die Zinspolitik der US-Notenbank Fed interessiert die Anleger. Wichtigster Termin hierfür ist die am Freitag anstehende Veröffentlichung der US-Inflationsdaten. Diese gelten als mitentscheidend für die nächste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am 15. und 16. September. Händler preisen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 Prozent eine Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Monat ein.
Hohe Ölpreise und Zinssorgen ziehen auch die US-Börsen erneut nach unten. "Das große Thema des Tages sind die Ölpreise und sie belasten die Aktienmärkte", sagte Peter Cardillo, Ökonom bei Spartan Capital Securities. Im frühen Handel gab der Dow Jones Industrial um 0,8 Prozent auf 52.374 Punkte nach. Der Leitindex der Wall Street erreichte sein niedrigstes Niveau seit Ende Juli. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es um 0,5 Prozent auf 7.636 Punkte bergab.
Wie schon am Vortag zeigte sich der technologielastige Nasdaq 100 mit einem nur hauchdünnen Abschlag auf 29.492 Punkte robuster. Dabei halfen auch gute Nachrichten im Tech-Sektor: Die gab es von Meta mit der Einführung des KI-Agenten "Muse".
Die Aktien von Meta haben im frühen Handel um 5,4 Prozent zugelegt, auf 646 US-Dollar, was das höchste Niveau seit etwa sieben Wochen bedeutete. Am Vortag hat Meta seinen lange angekündigten KI-Assistenten "Muse" eingeführt, der im Auftrag von Nutzern E-Mails versenden, ein Auto verkaufen und Reisen buchen kann.
Meta hatte die Veröffentlichung nach eigenen Angaben im April verschoben, um den Dienst sicherer zu machen. Die weitreichenden Befugnisse und der Zugriff auf persönliche Daten erhöhen das Sicherheitsrisiko. Der Agent soll zunächst nur in den USA über eine eigene App und den Messenger-Dienst WhatsApp verfügbar sein.
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