Deutsche verbrauchen 2026 weniger Energie - das hat einen Grund
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen führt den Rückgang auf hohe Energiepreise und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung zurück.
Quick Look
- Der Energieverbrauch in Deutschland wird 2026 laut AGEB-Prognose um knapp drei Prozent sinken.
- Gründe sind hohe Energiepreise und eine schwache Konjunktur.
- Während der Mineralölverbrauch deutlich zurückging, stieg der Anteil erneuerbarer Energien auf 22,5 Prozent.
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Why It Matters
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) erstellt regelmäßig Prognosen zur Energieversorgung in Deutschland. Der Bericht stützt sich auf Daten der ersten neun Monate des Jahres 2026.
Der Gesamtverbrauch an Energie in Deutschland wird 2026 laut einer Hochrechnung deutlich sinken. Es sei mit einem Rückgang um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu rechnen, berichtete die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in Berlin.
Die Fachleute aus Wirtschaftsverbänden und mehrerer Institute sehen dafür vor allem zwei Gründe: die anhaltend hohen Energiepreise und die schwache wirtschaftliche Entwicklung.
Sparsameres Heizen
Viele Menschen achten stärker auf ihren Verbrauch und heizen weniger. Besonders deutlich zeigt sich das beim Heizöl: Hier lag der Rückgang von Januar bis September bei über 38 Prozent. Verbraucher hätten aufgrund hoher Preise ihre Bestände abgebaut und nur geringe Mengen nachgekauft, so die AGEB.
Nach dem Angriff der USA und Israel auf Iran schossen die Preise für Heizöl nach oben. Nach Daten des Vergleich-Portals "Fastenergy" stiegen die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland um knapp 80 Prozent. Im gleichen Zeitraum verzeichnet der börsengehandelte Rohölpreis einen Anstieg von rund 48 Prozent.
Anstieg bei Steinkohle zur Stromerzeugung
"Die Verbrauchsentwicklung war gekennzeichnet durch einen gesunkenen Mineralölabsatz und einen weiteren Rückgang des Beitrags der Braunkohle", hieß es vom AGEB weiter. Bei Erdgas sowie bei der Steinkohle gab es dagegen einen Verbrauchsanstieg.
Der Verbrauch von Mineralöl nahm in den ersten neun Monaten des Jahres insgesamt um mehr als zwölf Prozent ab. Dabei fielen die Rückgänge je nach Energieträger unterschiedlich aus. Bei Ottokraftstoff lag das Minus bei vier Prozent, bei Diesel bei über neun Prozent. Der Absatz von Flugkraftstoff verringerte sich um drei Prozent, und die Lieferung von Rohbenzin an die chemische Industrie ging um rund fünf Prozent zurück.
Mehr Strom ins Ausland
Die AGEB stellte außerdem fest, dass in den ersten neun Monaten mehr Strom ins Ausland floss, als von dort bezogen wurde. Der Saldo lag bei 1,9 Terawattstunden. Im Vergleichszeitraum der beiden Vorjahre hatte der Stromaustausch noch deutliche Importüberschüsse aufgewiesen.
In absoluten Zahlen lag der inländische Primärenergieverbrauch in den ersten drei Quartalen bei 10.356 Petajoule. In der Einheit Terawattstunden beträgt der Wert 2.877.
Erneuerbare steigern sich weiter
Für das Gesamtjahr erwartet die AG Energiebilanzen einen Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen um knapp vier Prozent. Parallel dazu gewinnen Erneuerbare Energien Schritt für Schritt an Gewicht. Windkraft, Solarenergie und Biomasse tragen immer mehr zur Strom- und Wärmeversorgung bei und bauen ihre Rolle aus. So hatten Erneuerbare in den ersten neun Monaten 2026 insgesamt einen Anteil von 22,5 Prozent am gesamten Energieverbrauch. Im Vorjahr lag er bei 20,5 Prozent.
Die fossilen Energieträger Öl, Erdgas und Kohle lieferten mit zusammengenommen 75,5 Prozent weiterhin den Großteil der in Deutschland verbrauchten Energie. In die übrigen Anteile fließen unter anderem Strommengen ein, die durch Müllverbrennung erzeugt wurden.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen um knapp vier Prozent im Gesamtjahr 2026.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie entwickelt sich die Konjunktur im vierten Quartal 2026?
- Bleiben die Energiepreise auf dem aktuellen Niveau?







