
Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni um 0,3 Prozent, gestützt durch eine starke Exportentwicklung trotz Belastungen durch den Irankrieg.
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Die deutsche Wirtschaft zeigt trotz der Belastungen durch den Irankrieg eine Wachstumsdynamik. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr trotz Belastungen durch den Irankrieg schneller gewachsen als bislang angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni dank höherer Exporte um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Eine frühere Schätzung hatte nur ein Plus von 0,2 Prozent ergeben.
»Die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort«, sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Das gehe erneut »auf die gute Exportentwicklung zurück«. Europas größte Volkswirtschaft wuchs dadurch bereits das dritte Quartal in Folge: Ende 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu 0,4 Prozent.
Im Frühjahr wurden insgesamt 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als in den ersten drei Monaten. In Ausrüstungen – also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge – wurde deutlich weniger investiert als noch im Vorquartal (-1,4 Prozent). Die Bauinvestitionen stiegen zwar mit 0,1 Prozent leicht. Ein stärkerer Anstieg nach dem – auch wegen ungewöhnlich kalter Witterung – schwachen Jahresbeginn blieb jedoch aus. Die Konsumausgaben entwickelten sich im zweiten Quartal verhalten (+0,1 Prozent). Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen mit jeweils 0,1 Prozent zum Vorquartal nur leicht.
Viele positive Konjunkturdaten
Auch viele weitere Konjunkturdaten wiesen im Sommer trotz der anhaltend hohen Ölpreise infolge des Irankriegs nach oben. So kletterte der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Verarbeitende Gewerbe im August auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Nicht zuletzt dank der besseren Lage der Industrie, die unter anderem von staatlichen Großaufträgen für Infrastruktur und Verteidigung profitiert, haben sich die Konjunkturaussichten aufgehellt. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent.
Das Rekord-Niedrigwasser auf dem Rhein dämpft der Bundesbank zufolge jedoch die Erholung. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen.
»Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar«, schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte »allenfalls noch leicht zulegen«.
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Das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal wird nur leicht wachsen.
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