
Auftragseingang im Bauhauptgewerbe fällt um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat – Verbände fordern politische Reformen.
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Der reale Auftragseingang im deutschen Bauhauptgewerbe fiel im Juli um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat.
Berlin. Die deutsche Bauwirtschaft hat im Juli einen herben Rückschlag beim Neugeschäft erlitten. Der reale (inflationsbereinigte) Auftragseingang im Bauhauptgewerbe fiel um 9,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das war der größte Rückgang seit Oktober 2025, der auf zwei Monate mit deutlichen Anstiegen folgt.
„Die Auftragsbücher werden dünner“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, Felix Pakleppa. „Noch arbeiten die Betriebe ab, was vor Monaten bestellt wurde. Doch die Lage der Baubranche bleibt fragil.“
Dabei gingen die Bestellungen sowohl im Hochbau mit 8,4 Prozent als auch im Tiefbau mit 10 Prozent deutlich zurück. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Von Mai bis Juli lag der Auftragseingang um 2,7 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor.
Auch der Wohnungsbau kommt nicht voran. Nach einem deutlichen Plus im Vormonat gingen hier die Aufträge im Juli wieder deutlich zurück. Wirtschaftsverbände fordern daher politische Reformen. „Die Wohnungsbauförderung ist für die Bundesregierung der günstigste Weg, die Konjunktur anzukurbeln“, sagte ZDB-Geschäftsführer Pakleppa. „Wer Wohneigentum fördert, entlastet angespannte Mietmärkte, stärkt die heimische Wirtschaft und zeigt den Bürgern, dass er ihre Sorgen ernst nimmt.“
Trotz des Dämpfers bei den neuen Bestellungen liefen die Geschäfte der Baufirmen im Juli noch gut. Der reale Umsatz war um 4,6 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Nominal stieg er um 9,4 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent auf rund 545.000 Personen zu. Die Daten beziehen sich auf Betriebe mit 20 und mehr tätigen Personen.
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