
DFB-Chef Bernd Neuendorf kritisiert Fifa-Präsident Gianni Infantino scharf und fordert eine nachhaltig veränderte Führung des Weltverbandes. Auch die Uefa plant wohl Gegenmaßnahmen.
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Wegen zurückgenommener Investorenpläne der Fifa für die WM steht Präsident Gianni Infantino massiv in der Kritik. Die Uefa drohte zuvor mit Boykotten.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf fordert eine neue und nachhaltig veränderte Fifa-Führung – ohne Gianni Infantino. Es sei »wichtig, dass dieses System Infantino auch beendet wird«, sagte Neuendorf im Interview mit RTL/ntv über die Zukunft beim Fußball-Weltverband. Das Ende dieses Systems sei »zwingend erforderlich«.
Vor allem wegen seiner mittlerweile zurückgenommenen Investorenpläne steht Infantino in der größten Krise seiner Amtszeit. Auch die Art und Weise der Kommunikation dieser Pläne kritisierte Neuendorf scharf. »Über die geplante Veräußerung von Teilen der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren ist mit uns in keiner Weise gesprochen worden«, sagte der DFB-Präsident am Rande von Sitzungen des Uefa-Exekutivkomitees im griechischen Thessaloniki. »Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino und zu dieser Fifa-Führung ist natürlich zerrüttet.«
Ähnlich äußerte sich DFB-Generalsekretär Holger Blask gegenüber dem Wirtschaftsmagazin »Capital« . »Dass die Fifa-Spitze bei ihrem werthaltigsten Asset an den eigenen Gremien vorbei agiert, ist inakzeptabel.« Auch der Investorenprozess selbst sei »völlig intransparent« gewesen, sagte Blask am Mittwoch. Es sei unklar gewesen, was der Inhalt des Deals gewesen sei und wie es zu der Bewertung der Rechte gekommen sei. »Das erscheint alles komplett abenteuerlich«, sagte Blask.
Der damals geplante Teilverkauf der WM hatte im Juli für einen Eklat im Fußball gesorgt (mehr dazu hier ). Die Europäische Fußball-Union Uefa hatte sich einstimmig für einen Boykott aller Fifa-Turniere ausgesprochen, sollte Infantino tatsächlich WM-Anteile an Investoren verkaufen. Auf einer Dringlichkeitssitzung der Uefa stimmten alle 55 Vertreter für einen solchen Beschluss. Die Fifa zog ihre Pläne schließlich zurück.
Uefa-Treffen in Berlin
Obwohl Infantino seither massiv unter Druck steht, wird er sich im März 2027 zur Wiederwahl als Fifa-Präsident stellen. Einen erneuten Wahlsieg des 56 Jahre alten Schweizers will aber vor allem die Uefa verhindern. Es wird erwartet, dass der Verband bis zum Fristende am 18. November einen Gegenkandidaten nennen wird. Die Uefa bereitet zudem eine Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino vor.
Zehn europäische Fußballverbände haben Infantino bereits offiziell ihre Unterstützung entzogen, zuletzt Frankreich und Österreich. Der DFB tat dies noch nicht, Neuendorf aber wurde jetzt deutlicher. Vonseiten der Uefa spreche man aktuell mit anderen Mitgliedsverbänden, um »Mehrheiten zu organisieren« gegen Infantino. Außerdem prüfe man, »wie wir dieses System Fifa nachhaltig verändern können«.
Zum Anforderungsprofil eines Infantino-Herausforderers sagte der DFB-Präsident: »Wichtig ist, dass es eine integre Persönlichkeit ist.«
Die Uefa-Verbände treffen sich am 8. und 9. Oktober in Berlin. Spätestens da werde man »hierzu dann auch wichtige Entscheidungen treffen«, kündigte Neuendorf an.
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Uefa nennt Gegenkandidaten gegen Infantino bis Fristende
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