
Während die Leichtathletik-EM in Birmingham ein Erfolg für europäische Athleten war, zeigt das Diamond-League-Finale die begrenzte Weltspitzenposition des Kontinents.
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Das Diamond-League-Finale ist der Saisonabschluss der wichtigsten internationalen Leichtathletik-Serie. Die Qualifikation erfolgt über 14 vorangegangene Meetings.
Es wird funkeln an den kommenden beiden Abenden im Brüsseler König-Baudouin-Stadion. Beim Finale der Diamond League starten die besten Athleten der Saison: 32 Disziplinen, nur Final-Wettkämpfe. Und es lohnt sich: Insgesamt werden 2,24 Millionen Dollar Preisgeld (1,93 Millionen Euro) ausgeschüttet, jeder Sieger kassiert neben einem Diamanten als Trophäe 30.000 Dollar (25.850 Euro). In manchen ausgesuchten „Plus-Wettbewerben“ sogar das Doppelte.
Zwei Festtage für Leichtathletik-Fans, die sich auf kompakten, hochwertigen Sport freuen dürfen. Jeweils 16 Champions werden pro Abend binnen vier Stunden gekürt. Da müssen selbst Fachleute genau hinschauen, um keinen Höhepunkt zu verpassen. Hier wird gesprungen, da geworfen, hinten geflogen, vorne gesprintet, drumherum gelaufen.
Nach den Europameisterschaften in Birmingham der nächste Showdown für die Kernsportart des olympischen Sports. Und auch für die deutschen Leichtathleten, die sich bei der EM in England mal wieder in den Fokus des fußballmüden Publikums geschoben haben – sich sympathisch präsentierten und insgesamt 21 Medaillen bejubelten –, eine weitere Chance, sich zu zeigen.
Doch an diesem Punkt wird die Vorfreude deutlich getrübt. Nach den 14 ausgetragenen Meetings im Rahmen der Diamond League haben sich etwa 240 Teilnehmer für das Finalwochenende qualifiziert. In den technischen Disziplinen jeweils sechs, auf den Laufstrecken bis 800 Meter acht, bei den längeren zehn.
Die Anzahl der deutschen Teilnehmer beim Finale in Brüssel: insgesamt acht. In Konkurrenz mit afrikanischen Läufern, jamaikanischen Sprintern oder US-amerikanischen Könnern, die in allen möglichen Disziplinen auftreten, fällt unmittelbar ins Auge, wo die europäische Leichtathletik im weltweiten Vergleich steht.
Denn auch die anderen Topnationen von Birmingham reisen nur mit kleinem Kader in die europäische Hauptstadt Brüssel: Nach der aktuellen Startliste sind es vier Niederländerinnen, fünf Italiener und acht Briten. In Summe haben es 63 europäische Leichtathleten geschafft – sieht man von den knapp zwei Dutzend Belgierinnen und Belgiern ab, die die Felder per Wildcard auffüllen dürfen, um das heimische Publikum zu erfreuen.
Nur gut ein Viertel der qualifizierten Teilnehmer kommt also vom alten Kontinent. Das korreliert mit den Resultaten bei jüngsten Großereignissen weltweit: Bei den Weltmeisterschaften 2025 in Tokio gewannen alle Europäer zusammen 47 Medaillen in 49 Disziplinen, bei den Olympischen Spielen in Paris war es 46-mal Edelmetall in 48 Wettbewerben, also jeweils ein knappes Drittel. Die Ausbeute der Deutschen belief sich auf fünf Medaillen in Tokio und derer vier in Paris.
So schön die Leichtathletik-Festtage von Birmingham auch anzuschauen waren, so erfolgreich sich die EM-Abende für das deutsche Team auch gestalteten: Mit dem weltweiten Leistungsvermögen hatte es nur bedingt zu tun. Es war ein rauschendes Fest – auf der B-Ebene des Sports.
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