
Nach dem beispiellosen Hackerangriff schaltet Binance Kundenauszahlungen schrittweise frei. US-Behörden warnen vor Geldwäscheversuchen.
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Ein beispielloser Cyberangriff hat die Kryptobörse Binance getroffen, bei dem Milliardenbeträge entwendet wurden.
Washington/Berlin. Nach dem beispiellosen Cyberangriff auf die weltgrößte Digitalwährungsbörse Binance normalisiert sich der Plattformbetrieb schrittweise. Das Unternehmen hat begonnen, Kundenauszahlungen in einer ersten Phase wieder freizuschalten. Zugleich teilte Binance mit, inzwischen rund 95 Prozent der entwendeten Gelder aus eigenen Unternehmensreserven ausgeglichen zu haben - zuvor war von 90 Prozent die Rede gewesen.
Um das Vertrauen der Kundschaft wiederherzustellen, kündigte Binance an, an diesem Montag einen aktualisierten Deckungsnachweis („Proof of Reserves“) vorzulegen. Mit diesem kryptographischen Verfahren können Nutzer rechnerisch überprüfen, ob ihre individuellen Kontoguthaben tatsächlich eins zu eins durch reale Bestände in den Firmen-Wallets hinterlegt sind.
Sollten sich die Angaben der Plattform bestätigen, würde der nach Schadenssumme größte Hackerangriff der Krypto-Geschichte für die Kunden glimpflich enden: Da die Börse die Milliardenverluste offenbar vollständig selbst ausgleicht, blieben die Anleger vor direkten Totalverlusten oder zwangsweisen Vermögensschnitten verschont.
Das FBI warnte in einer gemeinsamen Erklärung mit dem Secret Service und der Steuerfahndung IRS-CI vor Versuchen der Angreifer, die Beute zu verschleiern. Die TraderTraitor-Akteure würden gestohlene Bestände vor allem in die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum (ETH) tauschen.
„Es wird erwartet, dass diese Vermögenswerte anschließend über dezentrale digitale Finanzdienste (DeFi) und Sofort-Tauschbörsen weiter gewaschen werden“, warnten die Ermittler. Das FBI rief Betreiber von Krypto-Diensten dazu auf, Transaktionen zu blockieren, „die von den Adressen stammen oder mit diesen verknüpft sind, welche die TraderTraitor-Akteure zur Geldwäsche der gestohlenen Mittel nutzen“.
Trotz des Rekordschadens reagierte der Markt mit vergleichsweise moderaten Verlusten: Der Bitcoin-Kurs sackte nach der Attacke kurzzeitig von über 80.000 auf rund 76.000 Dollar ab, erholte sich danach jedoch wieder ein wenig. Binance-Mitgründer Changpeng Zhao - in der Szene als „CZ“ bekannt - erklärte die Widerstandsfähigkeit der Leitwährung auf der Online-Plattform X: „6,3 Milliarden Dollar sind zwar der größte Wert in US-Dollar gemessen, aber nicht in Bitcoin“, schrieb Zhao. Er zog den Vergleich zum Kollaps der Börse Mt. Gox im Jahr 2014, bei dem rund 650.000 Bitcoin entwendet worden seien - damals mehr als fünf Prozent der gesamten Umlaufmenge.
Maßgeblich für die Marktauswirkungen sei nicht allein der reine Dollarwert, sondern der Anteil an der Gesamtmenge der Währung, die Zahl der betroffenen Nutzer und vor allem die Frage, wer die Verluste auffange. Da Binance the Schäden aus eigenen Mitteln trage und Kunden schütze, sei ein systemischer Schock ausgeblieben, schrieb „CZ“
In Branchenkreisen sorgte vor allem die Frage für Aufsehen, wie die Handelsplattform einen derartigen Milliardenverlust in Rekordzeit nahezu vollständig kompensieren konnte. Der von Binance beworbene Notfallfonds SAFU („Secure Asset Fund for Users“), der als erste Sicherheitslinie dient, umfasst lediglich rund eine Milliarde Dollar und deckt damit rechnerisch nur einen Bruchteil des Schadens ab.
Dass das Finanzloch dennoch so schnell geschlossen werden konnte, führen Experten auf zwei wesentliche Faktoren zurück: Zum einen gelang es Partner-Börsen und großen Stablecoin-Herausgebern wie Tether und Circle, knapp die Hälfte der Beute - rund drei Milliarden Dollar - binnen kürzester Zeit auf den Ziel-Wallets der Hacker einzufrieren, sodass der unmittelbar benötigte Liquiditätsbedarf sank. Zum anderen verfügt Binance nach jahrelanger Marktführerschaft über gewaltige eigene Unternehmenseigenbestände („Corporate Treasury“) im Wert von mehreren Milliarden Dollar.
Um das Vertrauen in die eigene Plattform um jeden Preis zu sichern und einen existenziellen Ansturm auf die Kundengelder („Bank-Run“) abzuwenden, glich das Unternehmen den verbleibenden Betrag nicht über panische Zukäufe an den öffentlichen Börsen aus, sondern nutzte bestehende Eigenbestände sowie diskrete Zukäufe über Direkthandelskanäle.
Binance bekräftigte, dass führende Digitalwährungen wie Bitcoin, Ethereum, Solana, XRP sowie wichtige Stablecoins wieder zu 100 Prozent gedeckt und über die Reservennachweise der Plattform verifizierbar seien. Die restlichen fünf Prozent beträfen weniger liquide Digital-Münzen, deren Beschaffung über die Märkte mehr Zeit beanspruche. Einzahlungen seien vom Vorfall zu keinem Zeitpunkt betroffen gewesen.
Auszahlungen sind seit Sonntagvormittag für stark nachgefragte Netzwerke und Token wieder möglich. Binance wies darauf hin, dass es zum Start durch ein hohes Transaktionsvolumen zu Verzögerungen kommen könne. Weitere Währungen sollen schrittweise nach Abschluss laufender Sicherheitsprüfungen folgen. Nach Abschluss der behördlichen Ermittlungen kündigte Binance einen ausführlichen Abschlussbericht an.
AI outlook — possibilities, not facts
Vorstellung eines aktualisierten Deckungsnachweises (Proof of Reserves)
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Following the largest crypto theft of all time, Binance has replaced 95 percent of the $6.3 billion stolen and compensated customers, although there is no legal obligation. Prices stabilized and outflows remained below four percent of the portfolio values.

After a historic theft of cryptocurrencies, customers of the Binance trading platform have withdrawn billions. The company wants to compensate those affected and is working on recovering the stolen goods.

After a hacker attack and the resumption of withdrawals, customers of the Binance crypto platform have withdrawn $3.64 billion. Binance says it replaced 95 percent of the loss from its own reserves.

After billions were stolen from the Binance crypto exchange, customers withdrew $3.64 billion when withdrawals resumed. Binance has replaced around 95 percent of the funds and announced a new proof of coverage.

Customers can withdraw their deposits again after a $6.3 billion hacker attack on Binance. The exchange covers the damage almost entirely from its own reserves. The FBI blames a North Korean hacking group while Binance promises transparency.

According to the FBI, North Korean hackers from the TraderTraitor group are behind the theft of billions from the Binance crypto exchange. It's over six billion dollars. Binance wants to allow withdrawals again soon.