Dunkelfeldstudie: Thüringer wünschen sich mehr Polizeipräsenz
Eine neue Studie zeigt ein hohes Vertrauen in die Polizei, aber auch wachsende Sorgen vor Cyberkriminalität und Internetbetrug in Thüringen.
Quick Look
- Laut einer repräsentativen Dunkelfeldstudie fordern 84,9 Prozent der Thüringer eine stärkere Polizeipräsenz im öffentlichen Raum.
- Trotz hohen Vertrauens in die Arbeit der Beamten wächst die Sorge vor Internetbetrug und Cyberkriminalität im Freistaat.
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Why It Matters
Die Dunkelfeldstudie ergänzt die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik durch die Erfassung von Straftaten, die nicht zur Anzeige gebracht werden, sowie durch das subjektive Sicherheitsgefühl.
Viele Menschen in Thüringen wünschen sich einer Studie zufolge mehr Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum. Das geht aus einer bundesweiten Dunkelfeldstudie unter der Beteiligung Thüringens hervor, wie das Innenministerium mitteilte. Demnach wünschen sich 84,9 Prozent der Thüringer mehr Polizeipräsenz.
Für die nach eigenen Angaben repräsentative Befragung wurden zwischen April und Juli 2026 rund 25.000 Bürgerinnen und Bürger im Freistaat angeschrieben und etwa 8700 Fragebögen ausgewertet. Die Studie soll auch Erkenntnisse über Straftaten liefern, die nicht oder nicht vollständig in der Polizeilichen Kriminalstatistik abgebildet werden.
Den Angaben zufolge stellen die Thüringer der Polizei ein gutes Zeugnis aus: Demnach erleben 90 Prozent der Befragten in Thüringen die Polizei als respektvoll, knapp 79 Prozent attestierten der Polizei gute Arbeit bei der Verbrechensbekämpfung. Thüringens Innenminister Georg Maier wertete die Zahlen als «starkes Vertrauenssignal» für die Polizei. «Gleichzeitig nehmen wir sehr ernst, dass sich viele Menschen mehr sichtbare Polizei wünschen», so der SPD-Politiker.
Angst vor Betrug im Internet
Besonders häufig berichteten die Befragten von Fällen von Cyberkriminalität (17,2 Prozent) sowie Betrug (11,5 Prozent). Im Vergleich zur Erhebung von 2020 hätten die Fallzahlen bei verschiedenen Einzeldelikten zugenommen - darunter etwa beim Missbrauch persönlicher Daten im Internet. Auch die Kriminalitätsfurcht habe im Vergleich zu 2020 zugenommen, hieß es. Besonders ausgeprägt ist demnach die Sorge vor Betrug im Internet: 56,5 Prozent der Befragten sind «ziemlich oder stark beunruhigt», davon betroffen zu werden.
«Die Dunkelfeldstudie ergänzt die Polizeiliche Kriminalstatistik um eine wichtige Perspektive: die persönlichen Erfahrungen und das Sicherheitsgefühl der Menschen», so Maier. Für die Arbeit der Polizei sei entscheidend, die objektive Kriminalitätslage und die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger zusammenzubringen, betonte der Minister.
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen zur Erhöhung der Präsenz sind geplant?
- Wie reagiert das Innenministerium auf die gestiegene Furcht vor Internetbetrug?



