Eintracht Frankfurt bestätigt Krösche trotz Kritik – Trennung im Winter wahrscheinlich
Quick Look
Eintracht Frankfurt hält Sportvorstand Markus Krösche trotz kritischer Transferbilanz und angespanntem Verhältnis zum Trainer Adi Hütter vorerst im Amt, doch eine einvernehmliche Trennung im Winter wird als wahrscheinlich angesehen aufgrund sportlicher und wirtschaftlicher Fehlentscheidungen.
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Why It Matters
Eintracht Frankfurt verpasste die internationale Qualifikation und befindet sich unter wirtschaftlichem Druck aufgrund hoher Personalkosten und fehlender Europapokal-Einnahmen.
Gleichwohl gab Präsident und Aufsichtsratschef Mathias Beck zu, dass man die sportliche und wirtschaftliche Situation sowie die Entscheidungen der zurückliegenden Transferperiode „sehr ausführlich und konstruktiv erörtert“ habe. Ergebnis: Krösche, 45, darf vorerst bleiben. Ausgerechnet jener smarte Macher, der einst für die exorbitant lukrativen Verkäufe von Randal Kolo Muani (für 95 Millionen Euro Ablöse zu Paris Saint-Germain), Omar Marmoush (75 Millionen, Manchester City) oder Hugo Ekitiké (95 Millionen, FC Liverpool) allseits gerühmt und gepriesen wurde, war wegen Versäumnissen in der Transferpolitik massiv in die Kritik geraten.
Dass der einstige Erfolgsmanager Krösche bei den Hessen seinen bis Sommer 2028 laufenden Vertrag erfüllen wird, ist trotz der aktuellen Rückendeckung durch die Kontrolleure aber eher unwahrscheinlich. Vermutlich wird alles auf eine einvernehmliche Trennung im Winter hinauslaufen – weil in jüngerer Vergangenheit zu viel schiefgelaufen ist. Zum einen hat der 2021 installierte Nachfolger von Fredi Bobic immer wieder mal selbst mit einem Abschied kokettiert (und erst kürzlich mit dem AC Mailand geflirtet), zum anderen gilt es noch, das offenbar angespannte Verhältnis zum Trainer Adi Hütter zu klären. Der Österreicher war im Sommer zurückgekehrt, weil sich Krösche zuvor mit der Verpflichtung von Albert Riera einen kolossalen Fehlgriff geleistet hatte.
Krösches Verhältnis zum Trainer Adi Hütter gilt als bestenfalls ordentlich
Hütter, 56, hegt keine persönlichen Animositäten gegenüber Krösche, aber bei Einschätzungen, Umsetzungen und Arbeitsweisen hakte es zuletzt offenbar erheblich. Der Coach hatte nach dem Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin (3:3) zu den angeblichen Spannungen gesagt: „Wir sind ständig im Austausch und haben ein sehr ordentliches Verhältnis.“ Ordentlich – aber ist es auch vertrauensvoll? Dazu wollen sich die Herrschaften nun noch einmal zusammensetzen. Wie ohnehin die Eintracht in ihrer Darstellung bemüht war, der Zwietracht zu begegnen. Der sportlichen Führung sei es letztlich noch gelungen, „die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison zu schaffen“, hieß es. Und das unter großem wirtschaftlichem Druck.
Wie so oft hatte der Zocker Krösche erst am letzten Transfertag entscheidende Deals durchgezogen. Besonders beliebt ist auch bei ihm das Leihgeschäft mit Kaufoption. Erst wechselte Linksverteidiger Niels Nkounkou in diesem Modell zu OGC Nizza, dann folgte Mittelfeldmann Hugo Larsson zum FC Fulham, ehe spät in der Nacht noch der Abgang von Flügelflitzer Jean-Mattéo Bahoya zu Leeds United mit einer Kaufpflicht vermeldet wurde. Larsson und Bahoya könnten dem Klub im nächsten Sommer also fast 50 Millionen Euro bescheren, nachdem bereits in diesem Sommer die Verkäufe von Nathaniel Brown, Aurele Amenda und Rasmus Kristensen rund 80 Millionen Euro einbrachten.
Das geforderte Transferplus ist also zustande gekommen, nachdem Krösche zuvor voll in die gefürchtete Champions-League-Falle getappt war. Die sehr teure Mannschaft, mit Spitzengehältern von rund sechs Millionen Euro (etwa für den schwächelnden Kapitän Robin Koch), hatte die internationalen Ränge diesmal verpasst und war nur auf Rang acht ins Ziel gekommen. Erstmals seit sechs Jahren spielt die Eintracht nicht mehr international, was einen Standort im Herzen von Europa besonders schmerzt.
Krösches Standing litt indes nicht allein wegen des Misserfolgs. Ein Immobiliengeschäft auf einer kroatischen Urlaubsinsel mit der Ehefrau eines Spieleragenten kostete in der Sommerpause weiteres Vertrauen. Dazu irritierte das lange Zögern bei der Verpflichtung eines neuen Torhüters, ehe endlich Noah Atubolu aus Freiburg kam, obwohl bekannt war, dass der junge Brasilianer Kaua Santos den Ansprüchen nicht mehr genügt. Und letztlich gelang es Krösche auch nicht, den Wunschstürmer Arnaud Kalimuendo erneut von Nottingham Forest auszuleihen. Vielleicht, weil der Gutverdiener Ritsu Doan im letzten Moment doch nicht nach Saudi-Arabien wechseln wollte und kein Budget mehr frei machte?
Ohne Einnahmen aus dem Europapokal waren Einschnitte unvermeidlich
Erschwerend kommt hinzu: Die Eintracht Frankfurt Fußball AG beschäftigt inzwischen 545 Mitarbeiter, das ist der dritthöchste Personalstand in der Liga nach Bayern München und Borussia Dortmund. Der gewaltige Kostenapparat schränkt die Handlungsfähigkeit ein. Bereits in der Saison 2023/24 lag der Personalaufwand laut Bundesligareport bei 141 Millionen Euro und stieg zuletzt noch mal signifikant an – ohne Einnahmen aus dem Europokal waren Einschnitte unvermeidlich.
Krösche selbst, dem sie im Umfeld des Klubs inzwischen eine gewisse Sprunghaftigkeit nachsagen, sprach nun von einer „anspruchsvollen Transferperiode in einem außergewöhnlichen Marktumfeld“. Viele Vereine haben das Frankfurter Modell mit der Verpflichtung von Perspektivspielern inzwischen kopiert. Mit insgesamt 38 Transferbewegungen habe man „die erforderlichen Anpassungen im Kader vorgenommen“, nun gelte „unser voller Fokus dem sportlichen Erfolg“, teilte der Sportvorstand mit. Die treue Fangemeinde wird beim Heimspiel gegen den FC Augsburg (Sonntag, 17.30 Uhr) die gewohnte Unterstützung leisten.
Doch der lautstarke Support im Waldstadion sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Rückhalt für den Verantwortlichen allmählich bröckelt. Bei einer Umfrage des Hessischen Rundfunks, welche Schulnote man dem Kaderplaner Krösche für diesen Transfersommer geben würde, votierten 37 Prozent für „mangelhaft“, eine glatte Sechs verteilten 20 Prozent. Nun sind Umfragen im Fußball wie in der Politik mit Vorsicht zu genießen. Ein Indikator für die angespannte Stimmung in diesem Traditionsverein rund um die Person Markus Krösche sind die schlechten Noten gleichwohl.
What to Watch
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Markus Krösche wird Eintracht Frankfurt im Winter 2026/27 verlassen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wird die Trennung zwischen Krösche und Hütter tatsächlich im Winter erfolgen?
- Wie wird die sportliche Leistung der Mannschaft unter neuer Führung entwickelt?
- Welche finanziellen Konsequenzen hat der Wegfall der Europapokal-Einnahmen für den Klub?


