Elon Musk machte Gigafabrik-Ausbau von IG-Metall-Einfluss abhängig – Entscheidung steht aus
Tesla-Werksleiter André Thierig treibt Vorbereitungen für Grünheide voran, während neue Samsschichten und Prämien für Anwesenheit eingeführt werden.
Quick Look
- Tesla-Werksleiter André Thierig hat auf einer Betriebsversammlung in Grünheide erklärt, dass eine Entscheidung über den Ausbau der Gigafabrik aus den USA noch aussteht.
- Elon Musk hatte diesen zuvor an den Einfluss der IG Metall geknüpft.
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Why It Matters
Elon Musk hatte den Ausbau der Gigafabrik in Grünheide vor der Betriebsratswahl im Februar an den Einfluss der IG Metall geknüpft. Die IG Metall verlor die Wahl.
Elon Musk machte den Ausbau der Gigafabrik vom Einfluss der IG Metall abhängig. Entschieden ist nichts. Derweil können Mitarbeiter bis zu 10.000 Euro für Anwesenheit gewinnen.
André Thierig, Werksleiter der deutschen Tesla-Fabrik, will die Produktion in Grünheide steigern. 2025 lag die Auslastung bei 54 Prozent.
Grünheide. Der Ausbau der Tesla-Gigafabrik in Grünheide hängt weiter von einer Entscheidung in den USA ab. Man stelle sich gerade „an den Startblock, wie beim 100-Meter-Lauf“, sagte Werksleiter André Thierig am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung. „Wenn dann in den USA einer Go sagt, dann können wir losrennen.“
Die Vorbereitungen laufen. Nördlich des Werks entstehen eine neue Landstraße und in einigen Jahren ein Autobahnanschluss. Für den Ausbau bräuchte Tesla zudem einen zusätzlichen Stromanschluss. Auch an den Genehmigungen arbeite man bereits, sagte Thierig. „Aber Stand jetzt ist eine Entscheidung für den Ausbau der Fabrik noch nicht getroffen worden.“
Vor der Betriebsratswahl im März hatte Konzernchef Elon Musk den Ausbau mit dem Einfluss der IG Metall verknüpft. In einem Videointerview, das der Belegschaft im Februar vorgespielt wurde, warnte er vor „externen Organisationen“, die Tesla „in die falsche Richtung drängen“. Und weiter: „Wir werden die Fabrik nicht schließen, aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern.“
Schon im Dezember hatte Thierig auf einer Betriebsversammlung ähnlich gewarnt: „Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Elon, dass unser Board sich für den Ausbau der Fabrik entscheiden würde, wenn die Wahl mehrheitlich Richtung IG Metall ausfällt.“ Die IG Metall verlor die Wahl, die Liste der Betriebsratsvorsitzenden Michaela Schmitz wurde stärkste Kraft. Ein halbes Jahr später steht eine Entscheidung über den Ausbau dennoch aus.
Samstagsschichten für den Hochlauf
Insider berichten von einer großen Erwartungshaltung aus den USA. Man könne den deutschen Managern förmlich ansehen, unter welchem Druck sie stehen. Ein Mitarbeiter: „Sobald wir in Rückstand geraten, gibt es Druck.“
Ab Oktober soll die Produktion schrittweise von 6200 auf 7500 Fahrzeuge pro Woche steigen. Laut Tesla war das Werk 2025 zu 54 Prozent ausgelastet, 2024 zu mehr als 56 Prozent. Auf der Betriebsversammlung gab sich Thierig zuversichtlich, diesen Zustand zu bessern. „Wir sind absolut im Plan“, sagte der Werksleiter und dankte der Belegschaft für eine „Mega-Woche“.
Dafür lässt Tesla erstmals seit mindestens zwei Jahren wieder samstags produzieren. Jede Schichtgruppe muss im September einmal zusätzlich antreten, die letzte Sonderschicht läuft in der Nacht zum Samstag. Wer mit seinem FlexZeit-Konto im Minus ist, baut die Minusstunden dabei ab, statt den Zuschlag von 35 Prozent zu erhalten.
In der Fragerunde wollte ein Mitarbeiter wissen, wie es mit den Samstagsschichten weitergeht. Viele hätten von der ersten nur zwei Wochen vorher per Mail der Personalabteilung erfahren, Nachfragen seien zwischen Personalabteilung und Vorgesetzten hin- und hergeschoben worden. „Wir müssen es jeden Tag schaffen, die ganze Zeit“, sagte er. „Aber ehrlich gesagt hat niemand darüber gesprochen.“
Ob im vierten Quartal weitere Samstage folgen, wisse er noch nicht, antwortete Thierig. Die Nachfrage sei hoch, mit dem Hochlauf gebe es aber Risiken. „Es gibt keine Prognose, weil wir derzeit keinen Plan für Mehrarbeit haben.“
Prämien für Anwesenheit
Auch bei den Fehlzeiten setzt die Werksleitung an. Mehr als 85 Prozent der Teilnehmer des Programms „Tesla Reward“ erhalten ab November eine Prämie, fünf Teilnehmer können in einer Verlosung bis zu 10.000 Euro gewinnen. Ein Betriebsratsmitglied nannte das Programm auf der Versammlung ein „Anwesenheitsprogramm“.
Das Thema beschäftigt Tesla in Grünheide seit Jahren. Im August 2024 erreichte der Krankenstand 17 Prozent. Thierig und Personalchef Erik Demmler besuchten damals Krankgeschriebene unangekündigt zu Hause. Im April 2026 bezifferte Thierig den Krankenstand auf weniger als fünf Prozent; etwa zur selben Zeit stellte Tesla in mehreren Fällen die Lohnfortzahlung für Kranke ein.
Beim Gehalt kündigte Thierig eine baldige Entscheidung an. Die jährliche Überprüfung der Entgelte sei fast abgeschlossen, Tesla werde „sehr bald“ etwas mitteilen. „Alles wird teurer.“
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Produktion in Grünheide soll ab Oktober schrittweise von 6200 auf 7500 Fahrzeuge pro Woche steigen.
Very likely · Within months
Tesla wird in Kürze das Ergebnis der jährlichen Entgeltüberprüfung mitteilen.
Very likely · Within weeks
Open Questions
- Wann fällt die endgültige Entscheidung zum Fabrikausbau in den USA?
- Wird es im vierten Quartal weitere Samstagsschichten geben?
- Wie fällt die anstehende Entgeltüberprüfung bei Tesla aus?






