Erdgas: Europäischer Referenzpreis klettert auf knapp unter 100 Euro
Der TTF-Gaspreis erreicht den höchsten Stand seit 2022, getrieben durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und verstärkte Speicherbefüllungen in Deutschland.
Quick Look
- Der europäische Erdgaspreis (TTF) kletterte auf 97,64 Euro pro MWh.
- Hauptursachen sind die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran sowie die Bemühungen Deutschlands, die Gasspeicher vor dem Winter aufzufüllen.
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Why It Matters
Die Gaspreise steigen aufgrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten und der Notwendigkeit, deutsche Gasspeicher vor dem Winter zu füllen.
Der europäische Preis für Erdgas hat am Montag den Höhenflug der vergangenen Wochen bis knapp unter 100 Euro je Megawattstunde (MWh) fortgesetzt. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat legte an der Börse in Amsterdam bis auf 97,64 Euro je MWh zu. Das sind fast drei Prozent mehr als am Freitag und der höchste Preis seit Ende der Hochpreisphase 2022.
Zuletzt hatte der Gaspreis mehrfach mehrjährige Höchststände erreicht. Der Anstieg betrug allein im Oktober rund ein Drittel, seit Beginn des Jahres hat sich der Preis für den Rohstoff damit mehr als verdreifacht. Zuletzt hatte sich Erdgas zu Beginn des Ukrainekriegs kräftig verteuert, wobei die Notierung damals noch viel höher bis auf über 300 Euro je MWh gesprungen war.
Druck auf Industrie und Privatkunden
Die aktuelle Gaspreisinflation werden vor allem energieintensive Industriebetriebe, am Ende jedoch auch private Haushalte zu spüren bekommen. So hat sich beispielsweise in Baden-Württemberg Erdgas für den Endkunden innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 22 Prozent verteuert, wie aus einer in Heidelberg veröffentlichten Analyse des Vergleichsportals Verivox hervorgeht. Die Versorgung mit Erdgas ist in der Regel über Verträge mit längeren Laufzeiten geregelt. Daher dauert es einige Zeit, bis die hohen Weltmarktpreise bei den Haushalten ankommen.
Wesentlicher Preistreiber ist der Krieg zwischen den USA und Iran. Zuletzt hatte die US-Regierung eine umfassendere Evakuierung von diplomatischem Personal im Nahen Osten angeordnet. Zudem deutete der amerikanische Präsident Donald Trump an, dass die US-Streitkräfte nach den Zwischenwahlen am 3. November ihre Angriffe auf Iran wieder aufnehmen könnten. Iran bereitet sich seinerseits auf Vergeltungsmaßnahmen vor. Eine der weltweit wichtigsten Transportrouten für flüssiges Erdgas führt durch die an Iran angrenzende Straße von Hormus.
Ein weiterer Preistreiber ist das verstärkte Auffüllen der deutschen Gasspeicher vor dem Winter. Deutschland ist als größte europäische Volkswirtschaft seit Wochen bemüht, die Gasreserven zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe angewiesen, zusätzliches Gas für die Speicherbestände zu beschaffen. Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu mehr als 61 Prozent gefüllt – zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte der Speicherstand bei etwa 75 Prozent gelegen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Mögliche Wiederaufnahme von US-Angriffen auf Iran nach dem 3. November.
Speculative · Within weeks
Open Questions
- Wie reagiert der Iran auf die angedrohten US-Angriffe?
- Wie stark steigen die Gaspreise für Endverbraucher in den kommenden Monaten?






