Ermittlungen nach Sabotageverdacht an Umspannwerk in Bergheim
Nach einem Kurzschluss an einem Amprion-Umspannwerk in Nordrhein-Westfalen ermitteln die Behörden wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
Quick Look
- Nach einem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim ermittelt die Polizei wegen verfassungsfeindlicher Sabotage.
- Innenminister Reul prüft Verbindungen zu Linksextremismus oder fremdstaatlicher Sabotage.
- Ähnliche Vorfälle in Brandenburg und Baden-Württemberg werden geprüft.
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Why It Matters
Es gab ähnliche Vorfälle an einem Umspannwerk in Jänschwalde und ein Brandereignis in Reutlingen.
Ermittler in Nordrhein-Westfalen gehen nach dem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln von einer Straftat aus. "Es besteht der Anfangsverdacht einer verfassungsfeindlichen Sabotage", sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) auf einer Pressekonferenz. Geprüft wird demnach in zwei Richtungen - "fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus". Nichts davon könne derzeit ausgeschlossen werden.
"Das war Absicht, das war eine Straftat", betonte Reul. "Wer da rangeht, greift unser Land an." Die Täter hätten mutmaßlich leitfähiges Material, möglicherweise Kabel, auf eine Oberleitung gebracht und damit den Kurzschluss ausgelöst. Genauere Angaben seien zunächst nicht möglich.
"Bisher haben wir nichts gefunden", so Reul. Die Polizei weitete indes die Tatortaufnahme aus. "Da wird nichts liegen gelassen, wir schauen überall hin, jede Spur wird gesichert, jeder Meter zweimal angeschaut."
Den Angaben zufolge wurde die Polizei am Dienstagabend gegen 20 Uhr zu dem Umspannwerk des Unternehmens Amprion in Bergheim gerufen. Es seien grelle Lichtblitze zu sehen gewesen. Ein Kurzschluss habe mehrere Leitungen betroffen.
Durch den Vorfall fielen laut NRW-Energieministerin Mona Neubaur fünf Braunkohle-Blöcke des Energieversorgers RWE Power aus. Für Bürgerinnen und Bürger sei die Stromversorgung aber "zu keinem Zeitpunkt gefährdet" gewesen.
Die Grünen-Politikerin verwies auf einen ähnlichen Vorfall an einem Umspannwerk nahe dem Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in Brandenburg. Dort waren am Dienstag Sprengstoffvorrichtungen gefunden worden. Bei zwei ähnlichen Vorfällen innerhalb von 24 Stunden handele es sich um eine "Frage der nationalen Sicherheit", sagte Neubaur.
Auch im baden-württembergischen Reutlingen gab es im Juni einen Vorfall: Dort hatte ein Brand in einem Umspannwerk rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen zeitweise ohne Strom zurückgelassen. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus. Einen Tatverdächtigen gibt es bislang nicht.
Die Ermittler in betroffenen Bundesländern tauschen sich nun aus. Das baden-württembergische Landeskriminalamt (LKA) steht nach eigenen Angaben mit den ermittelnden Dienststellen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen im Informationsaustausch. Ziel sei es, Ermittlungsansätze zu gewinnen, teilte ein LKA-Sprecher auf Anfrage mit.
What to Watch
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Ausweitung der Sicherheitsmaßnahmen an kritischen Infrastrukturen.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wer sind die Täter?
- Gibt es eine direkte Verbindung zwischen den Vorfällen in den Bundesländern?



