Nach einem Kurzschluss an einer Amprion-Anlage bei Köln prüft die Polizei fremdstaatliche Sabotage und Linksextremismus.
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In den vergangenen Monaten gab es mehrere Angriffe auf die Strominfrastruktur, darunter im Januar in Berlin. Die Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit ähnlichen Vorfällen in Brandenburg.
Nach der Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln wird wegen verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt. Unbekannte hätten Kabel über die Oberleitung gebracht und so einen Kurzschluss verursacht, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). «Das war Absicht. Wer da ran geht, greift unser Land an», sagte Reul. «Wir prüfen zwei Richtungen: fremdstaatlich gelenkte Sabotage und Linksextremismus.»
Ob es einen Zusammenhang mit dem Geschehen in Brandenburg gebe, werde geprüft. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) betonte, die Stromversorgung sei nicht gefährdet gewesen. «Die schnelle und professionelle Reaktion von Amprion und RWE hat gezeigt: Unsere Energieversorgung ist robust. Wer auch immer hinter diesem Vorfall steckt: Er hat sich an unseren Profis die Zähne ausgebissen und unsere Energieversorgung nicht aus dem Takt gebracht.»
Intensive Ermittlungen schon seit der Nacht
Die Polizei war am Dienstagabend gegen 20.00 Uhr wegen einer technischen Störung zu dem Umspannwerk in Bergheim im Rhein-Erft-Kreis gerufen worden. Durch einen Kurzschluss seien mehrere Leitungen ausgefallen, schilderte ein Polizeisprecher. Schon am frühen Morgen hieß es dann aber, es sei nicht von einem technischen Defekt auszugehen, sondern von einer «vorsätzlichen Tat, einer Straftat». Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren.
Unternehmen: Kein Ausfall der allgemeinen Stromversorgung
Das betroffene Werk gehört zum Energieversorger Amprion. «Im Umfeld der Amprion-Umspannanlage Rommerskirchen im Rheinland ist es am Dienstagabend zu einem Vorfall gekommen, der Auswirkungen auf den Betrieb von Kraftwerkszuleitungen hatte», berichtete das Unternehmen mit Sitz in Dortmund. Es sei zu Anlagenausfällen bei der RWE Power gekommen.
Amprion betonte zugleich: «Die allgemeine Stromversorgung war zu keinem Zeitpunkt davon betroffen und die Systemstabilität immer gewährleistet.» Expertinnen und Experten von Amprion arbeiteten mit den zuständigen Sicherheitsbehörden daran, den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Auswirkungen zu bewerten.
Absperrungen, Spurensuche und kreisender Hubschrauber
Das Gelände rund um das Umspannwerk wurde nach dem Vorfall weiträumig abgesperrt. «Unsere Ermittler sind vor Ort und haben alle erforderlichen Maßnahmen eingeleitet», teilte der Essener Polizeisprecher mit. Spuren sollten gesichert werden. Über dem Areal kreiste ein Polizei-Hubschrauber.
Der Sprecher erläuterte: «Wir als Polizei Essen führen den Einsatz und die Ermittlungen, weil wir für die Führung derartiger Einsätze und Ermittlungslagen vorbereitet sind.» Die Kölner Polizei ist derzeit mit einem mehrtägigen Protestcamp eines Anti-Kriegs-Bündnisses befasst.
Kraftwerksblöcke von RWE infolge der Störung vom Netz
Als Folge auf die Störung am Umspannwerk gingen fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke von RWE an den zwei Standorten Bergheim und Grevenbroich vom Netz. Diese Blöcke im Rheinischen Revier mit einer grundsätzlichen Kraftwerkskapazität von insgesamt rund 4.200 Megawatt speisten zum Zeitpunkt des Vorfalls rund 3.000 MW benötigte Leistung ins Netz ein, schilderte ein Sprecher der RWE Power.
Entfallen die von RWE eingespeisten Mengen im Stromnetz für die Versorgung, können diese vom Übertragungsnetzbetreiber Amprion aus anderen Bereichen herangezogen werden. Die Stromversorgung war daher nicht beeinträchtigt.
Laut RWE Power konnte schon am Morgen der erst der fünf betroffenen Blöcke wieder ans Netz gehen, wie Sprecher Matthias Beigel der dpa sagte. Zwei weitere Blöcke sollten im Tagesverlauf folgen. An der Wiederinbetriebnahme der beiden übrigen Blöcke wurde ebenfalls gearbeitet.
Anschläge in Brandenburg und an weiteren Orten
In Brandenburg ermittelt die Polizei aktuell wegen Sabotage. Am Dienstag hatten Unbekannte nahe dem Kohlekraftwerk Jänschwalde versucht, Kurzschlüsse an Höchstspannungsleitungen auszulösen. In zwei Fällen gelang das nach Behördenangaben.
In den vergangenen Monaten hatte es weitere Taten gegen die Strominfrastruktur gegeben. So zündeten im Januar mutmaßlich Linksextreme Starkstromleitungen nahe einem Kraftwerk im Südwesten Berlins an. Umspannwerke sind zentral für die Stromversorgung und gehören zu den empfindlichsten Punkten im Stromnetz.
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Fortführung der polizeilichen Ermittlungen zur Identifizierung der Täter.
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Nach gezielten Kurzschlüssen an Umspannwerken in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen ermitteln die Behörden wegen Sabotage. Es wird ein möglicher Zusammenhang zwischen den Vorfällen geprüft; als Hintergründe stehen Linksextremismus oder fremdstaatliche Akteure im Raum.
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Nach einem vorsätzlichen Kurzschluss in einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln ermitteln die Behörden wegen Sabotage. Die Polizei prüft Verbindungen zu fremdstaatlichen Akteuren oder Linksextremismus; die allgemeine Stromversorgung blieb stabil.

Nach einem Kurzschluss an einem Umspannwerk in Bergheim ermittelt die Polizei wegen verfassungsfeindlicher Sabotage. Innenminister Reul prüft Verbindungen zu Linksextremismus oder fremdstaatlicher Sabotage. Ähnliche Vorfälle in Brandenburg und Baden-Württemberg werden geprüft.