Eskalation in Nahost: Angriffe auf Ölpipeline und Schifffahrt treiben Energiepreise nach oben
Drohnenangriffe auf saudi-arabische Pipeline und Angriffe in der Straße von Hormus verschärfen die globale Energiekrise. Regionale Treffen im Oman sollen beraten.
Quick Look
- Eskalierende Angriffe im Nahen Osten, darunter Drohnenattacken auf eine wichtige saudische Ölpipeline und Vorfälle in der Straße von Hormus, treiben die Ölpreise kräftig an.
- Der Schifffahrtsverkehr bricht ein, während Iran und Golfstaaten im Oman tagen.
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Why It Matters
Der Konflikt im Jemen und die Spannungen um die Straße von Hormus belasten seit Jahren die Sicherheit im Nahen Osten.
Das für heute geplante Außenministertreffen der Golfstaaten zur Straße von Hormus ist nach Angaben aus Teheran wegen der Eskalation im Jemen verschoben worden. „Saudi-Arabien hat darum gebeten, dass diese Sitzung nicht stattfindet“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai in Teheran. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten.
Vergangene Woche waren die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen überraschend schnell zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vorgerrückt. Die Huthi griffen Stellungen der Regierungstruppen an und kontrollieren inzwischen die gesamte Westküste des Landes.
Der Ölpreis ist nach erneuten Angriffen in Saudi-Arabien und im Persischen Golf um mehr als drei Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,62 Dollar auf 108,23 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 3,15 Dollar auf 103,20 Dollar. Hintergrund ist unter anderem ein Drohnenangriff auf die bedeutende saudische Ost-West-Ölpipeline. Deren Betrieb sei als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend eingestellt worden, teilte das saudische Energieministerium mit. Die 1200 Kilometer lange Leitung hatte demnach zuletzt täglich vier bis fünf Millionen Barrel transportiert. Dies entspricht etwa vier bis fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Sie ermöglicht es Saudi-Arabien, den Seeweg durch die Straße von Hormus zu umgehen.
Die Störung an der Straße von Hormus ist nach Einschätzung von Omans Energieminister Salim al-Aufi voraussichtlich eine kurzfristige Angelegenheit. Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, erklärt al-Aufi. Sein Land könne weiter Öl und Gas fördern. Die rasant steigenden Preise für Öl und Flüssigerdgas (LNG) sind dem Minister zufolge auf Dauer für niemanden tragbar. Zudem sollten alternative Exportwege über den Oman oder den Jemen erschlossen werden.
Vorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. Am Wochenende sei die Zahl der täglichen Durchfahrten auf eine einstellige Zahl gesunken, während der Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe ein, die die Meerenge mit abgeschalteten Transpondern durchqueren.
Der saudische Zivilschutz gibt für vier Städte im Süden des Landes Entwarnung. Zuvor hatte die Behörde wegen möglicher Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz Warnungen für die Städte Nadschran, Chamis Muschait, Dschasan und Abha herausgegeben.
Der Vormarsch der Huthi-Miliz im Jemen entlang der Küste am Roten Meer in Richtung Süden ließ manchen Einwohnern kaum Zeit zur Flucht. „Wir machten uns in hysterischer Panik auf einem Motorrad auf den Weg, ohne zu wissen, wohin wir fuhren“, schildert der Einwohner Alaa Ali Salem jene hektischen Minuten, als klar wurde, dass sie nicht bleiben konnten. „Die Straßen waren plötzlich extrem überfüllt, und während ich fuhr, kippte das Motorrad um. Meine Frau, meine Kinder und ich wurden alle verletzt.“
Die Familie ist eine von Tausenden, die vergangene Woche gezwungen waren, sich vor der vom Iran gestützten Miliz in Sicherheit zu bringen. Ein jahrelanger Konflikt zwischen der Miliz und der international anerkannten jemenitischen Regierung war wieder aufgeflammt, einer seit 2022 geltenden ohnehin fragilen Waffenruhe droht der Zusammenbruch. Damit steht das ärmste Land der arabischen Welt vor einer möglichen Rückkehr in einen verheerenden Bürgerkrieg, nachdem den UN zufolge in dem Konflikt bereits schätzungsweise 150.000 Menschen getötet und viele weitere an den Rand einer Hungersnot getrieben worden waren.
US-Präsident Donald Trump sagt, die USA könnten im Iran bleiben und das dortige Öl behalten. „Wir werden uns letztlich (aus dem Iran) zurückziehen, es sei denn, wir beschließen, zu bleiben und das Öl wie in Venezuela zu behalten“, sagt Trump am Rande eines Besuchs in Irland. Wie das gemeint sein könnte, blieb völlig unklar.
Bei einem Angriff auf ein iranisches Handelsschiff vor der Insel Keschm in der Straße von Hormus ist nach Angaben staatlicher Medien ein Mensch ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, hieß es am Sonntag in den Berichten. Um die Schifffahrt in der Straße von Hormus soll es am Montag bei einem Treffen im Oman gehen: Teheran kündigte an, die Länder der Region über seine Pläne für eine Regelung des Schiffsverkehrs in der Meerenge zu informieren.
Der Irak hat seine Teilnahme an einem regionalen Treffen zur Lage in der Straße von Hormus am Montag im Oman bestätigt. Wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur berichtete, sagte Außenminister Fuad Hussein seinem iranischen Kollegen die Teilnahme des Iraks zu. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Regelung der Schifffahrt in der Wasserstraße stehen.
Saudi-Arabien soll Insidern zufolge nach einem Drohnenangriff auf eine Pipeline ein drastischer Einbruch seiner Ölexporte drohen, falls die wichtige Leitung nicht binnen weniger Tage wieder in Betrieb geht. In den Häfen am Roten Meer reichten die Lagerbestände für fünf bis sieben Tage, sagten Ölkäufer und Händler. Dies könne zu einem Ausfall von bis zu vier Prozent des weltweiten Angebots führen.
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben das Nachbarland Saudi-Arabien erneut mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der Militärsprecher der Huthi, Jahja Sari, erklärte, Ziel des Angriffs sei ein Militärstützpunkt in der Provinz Scharura in der Region Nadschran gewesen.
Mit Zustimmung des Irans und arabischer Mitglieder haben die Länder der Brics-Gruppe zu einer maximalen Zurückhaltung im Nahost-Konflikt aufgerufen. Die Staatengruppe sei „tief besorgt über die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten/Westasien“, hieß es in einer 140 Punkte umfassenden Erklärung.
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind nach örtlichen Angaben mindestens zwei Palästinenser getötet und 13 weitere verletzt worden. Das israelische Militär teilt mit, die Attacke habe zwei Hamas-Kämpfern gegolten.
Ein iranisches Handelsschiff ist vor der Südküste des Iran getroffen worden, wobei eine Person ums Leben kam und drei weitere verletzt wurden.
Nach einem Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus und der vorübergehenden Schließung einer wichtigen saudischen Ölpipeline wachsen die Sorgen um die Energieversorgung. US-Präsident Donald Trump sagte, wahrscheinlich sei der Iran für den Angriff auf die Pipeline verantwortlich.
In der Straße von Hormus ist erneut ein Schiff angegriffen worden. Es wurde bei der Durchfahrt der Meerenge von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen, teilte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mit.
Durch Beschuss der proiranischen Huthi-Miliz sind in Saudi-Arabien zwei Menschen verletzt worden, zudem gab es Schäden an Gebäuden in der Region Dschasan.
Die iranische Agentur Tasnim zitiert einen Insider mit den Worten, eine Vereinbarung zwischen Iran und Oman sehe keine sofortige Wiederöffnung der Straße von Hormus vor, schaffe aber die Grundlage dafür.
Der iranische Präsident Massud Peseschkian und der VAE-Präsident Scheich Mohammed bin Sajed al Nahjan trafen sich am Rande des BRICS-Gipfels in Neu-Delhi, um über Deeskalation zu beraten.
Die irakische Regierung hat bestätigt, dass Angriffe auf eine saudische Ölpipeline von irakischem Gebiet ausgingen, und eine Untersuchung angeordnet.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Regionales Treffen im Oman zur Schifffahrt in der Straße von Hormus
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie lange bleibt die saudische Ölpipeline außer Betrieb?
- Wer ist für den Angriff auf das Handelsschiff verantwortlich?




