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Chinesische Hersteller haben ihren Anteil an Plug-in-Hybriden in der EU von zwei Prozent auf 25 Prozent innerhalb von zwei Jahren erhöht. Europäische Hersteller sahen Hybridfahrzeuge bisher als Übergangstechnologie zum vollelektrischen Fahren an.
Die chinesischen Hersteller drängen mit Macht auf den europäischen Automarkt. Wenn es um Hybridfahrzeuge geht, ist China besonders stark. Nach Daten des europäischen Herstellerverbands ACEA lag der Anteil Chinas unter den sogenannten Plug-in-Hybriden in der Europäischen Union (EU) im ersten Halbjahr bei 25 Prozent. Vor zwei Jahren hatte der Anteil noch bei zwei Prozent gelegen.
Der rasante Zuwachs aber bringt Probleme, sagt Helena Beron Wisbert, Professorin für Automobilwirtschaft an der Ostfalia Hochschule in Wolfsburg, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion. "Was wir sehen, ist, dass die Problematik, die wir auf dem chinesischen Automobilmarkt beobachten - ein starker Verdrängungswettbewerb und ein starker Preiskampf - zum Teil nach Europa exportiert wird."
Erst Zölle, jetzt Importgrenzen
Die EU-Kommission zieht nun die Notbremse. Handelskommissar Maros Sefcovic war in der vergangenen Woche nach China gereist und hatte dort über die Schieflage im europäischen Autosektor verhandelt. Das Ergebnis: Die EU will den Import von chinesischen Hybridfahrzeugen über einen Zeitraum von vier Jahren begrenzen.
Im kommenden Jahr soll das Kontingent bei 350.000 Autos liegen. Danach steigt die Zahl jedes Jahr um sechs Prozent. Die Kommission geht davon aus, dass man so den Absatz von hybriden Fahrzeugen aus China ungefähr halbiert.
Aus handelspolitischer Sicht sei der Schritt weniger stark einzuordnen als die Zölle, die die EU bereits 2024 auf vollelektrische Fahrzeuge aus China eingeführt hatte, so Beron Wisbert. Die Importbeschränkung für Hybridfahrzeuge sei eine Schonfrist für die Autobauer aus der EU: "Die haben jetzt mehr Zeit, um ihre Plug-in-Hybride und ihre Vollhybride technologisch besser zu positionieren und da nachzuholen."
Europäische Hersteller unterschätzten Hybride
Lange galten Hybridlösungen - also Verbrennermotor und Batterie kombiniert - allenfalls als Übergangstechnologie. Auch deutsche Hersteller sahen darin nicht mehr als einen Zwischenschritt hin zum vollelektrischen Fahren.
Der selbstständige Autoexperte Jürgen Pieper sieht im Aufschwung der Hybridfahrzeuge eine der ganz großen Überraschungen der vergangenen beiden Jahre: "Ich kann mich erinnern, dass wir mit einem Vorstand eines großen deutschen Automobilherstellers zusammensaßen, der vor zwei Jahren gesagt hat: 'Dieser Markt ist tot, da investieren wir nichts mehr.' Das war komplett falsch."
Kombination aus Verbrenner und Batterie bei Kunden gefragt
Keine andere Fahrzeuggruppe wurde in Deutschland zuletzt so häufig gekauft. Dazu gehören Vollhybride, deren Batterien sich während der Fahrt wieder aufladen, und Plug-in-Modelle, deren Batterien auch per Kabel geladen werden.
Kunden schätzten vor allem, so Autoanalyst Pieper im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion, dass die Hybridfahrzeuge die Vorteile aus Verbrennungsmotor und Batterietechnik verbinden: "Sie kommen niemals in die Verlegenheit, nicht mehr tanken oder nicht mehr laden zu können. Irgendwas geht immer."
Ein Selbstläufer für die europäischen Hersteller ist die neue Obergrenze für chinesische Autos dennoch nicht. Schließlich bleibt abzuwarten, ob Kunden in den kommenden vier Jahren tatsächlich zu möglicherweise teureren Hybriden aus der EU greifen, sobald das Kontingent chinesischer Marken ausgeschöpft ist.
EU-Regelung hilft nicht gegen Absatzflaute in China
Dazu kommt: Die anhaltende Absatzschwäche auf dem chinesischen Markt, die auch die deutschen Hersteller hart trifft, bleibt von den Kontingenten unberührt. Das zeigt sich am Beispiel Volkswagen: Deutschlands größter Autokonzern verkaufte in den vergangenen Monaten fast 40 Prozent weniger Fahrzeuge in China als im Vorjahr.
Branchenexperte Christoph Stürmer von der csBeratung empfiehlt Konzernen wie Volkswagen, in dieser Lage den Fokus nicht zu verlieren: "Wichtig für Volkswagen ist es, meiner Ansicht nach, klar auf die Wachstumsmärkte zu setzen, die nun einmal mit vollelektrischen Fahrzeugen verbunden sind."
Und so dürfte die neue Hybrid-Grenze der EU den europäischen Herstellern vor allem etwas Zeit, nicht aber automatisch auch mehr Absatz verschaffen.
AI outlook — possibilities, not facts
Der Absatz chinesischer Hybridfahrzeuge in der EU wird durch die Importbeschränkung etwa halbiert.
Likely · Within years
Europäische Hersteller werden die zusätzliche Zeit nutzen, um ihre Hybridtechnologie zu verbessern und besser zu positionieren.
Possible · Within years

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