EZB-Zinserhöhung belastet Dax – Anleger warten auf US-Inflationsdaten
Quick Look
- Der Dax fiel um 0,8 Prozent auf 25.361 Punkte aufgrund der zweiten EZB-Zinserhöhung auf 2,5 Prozent und geopolitischer Unsicherheiten.
- Anleger konzentrieren sich auf die US-Verbraucherpreisdaten für August sowie Konjunkturindikatoren aus den USA, Japan und Russland, während asiatische Märkte ebenfalls Verluste verzeichneten.
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Why It Matters
Der Dax befindet sich unter Druck aufgrund wiederholter Zinserhöhungen durch die EZB und anhaltender geopolitischer Unsicherheiten. Die zweite Zinserhöhung in diesem Zyklus brachte den Leitzins im Euro-Raum auf 2,5 Prozent, was die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöht und das Aktienmarktumfeld schwieriger macht.
Die erneute Zinserhöhung der EZB drückt auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Neue Impulse werden am Freitag hauptsächlich auf Konjunkturseite erwartet.
Kurstafel der Frankfurter Börse. Foto: Handelsblatt
Düsseldorf. Dem Dax mangelt es inmitten von Zinssorgen und geopolitischen Unsicherheiten weiter an positiven Signalen. Der deutsche Leitindex beendete den Handel am Donnerstag 0,8 Prozent tiefer bei 25.361 Punkten. Die zweite Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte die Stimmung der Marktteilnehmer belastet. Der Leitzins im Euro-Raum stieg damit auf 2,5 Prozent.
Am Freitagmorgen zeichnet sich zunächt ein ähnliches Stimmungsbild ab: Auf außerbörslichen Plattformen notiert der Dax vorbörslich leicht im Minus.
Anlegerinnen und Anleger blicken zum Ende der Woche in erster Linie in die USA: Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht am Freitag, wie sich die Verbraucherpreise im August auf Jahressicht entwickelt haben.
Dazu kommen weitere Konjunkturindikatoren aus den USA sowie die japanischen Erzeugerpreise. In Russland trifft die Zentralbank ihren Zinsentscheid. Zudem schauen Anleger auf die Entwicklung der russischen Inflation und das Bruttoinlandsprodukt.
1 – Börsen in New York: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq
Nach drei Verlusttagen in Folge zeichnete sich auch am Donnerstag keine Trendwende an den US-Börsen ab. Die neu veröffentlichten Daten zu den Erzeugerpreisen für August belasteten die Stimmung an der Wall Street.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloß rund 0,6 Prozent im Minus bei 52.054 Punkten.
Der breiter gefasste S&P 500 büßte rund 0,6 Prozent auf 7591 Punkte ein.
Die technologielastige Nasdaq Composite gab 0,65 Prozent auf 26.081 Zähler nach.
Der Nasdaq 100, ein Abbild der 100 Nicht-Finanzunternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung, schloß rund ein Prozent tiefer bei 29.103 Punkten.
2 – Börsen in Asien
Erneute Sorgen vor US-Zinserhöhungen und ein stark gestiegener Ölpreis haben den japanischen Aktienmarkt am Freitag auf Talfahrt geschickt.
Der Leitindex Nikkei fiel um drei Prozent auf 63.244 Punkte.
Der breiter gefasste Topix gab um 1,95 Prozent auf 3.976 Zähler nach.
3 – US-Inflation
Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht am Freitag, wie sich die Verbraucherpreise im August auf Jahressicht entwickelt haben. Experten erwarten eine Teuerung von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die US-Notenbank Federal Reserve strebt eigentlich eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Fed-Chef Kevin Warsh befindet sich aber in einem Interessenkonflikt, da der US-Haushalt zugleich hochdefizitär ist und unter der Zinslast leidet.
4 – Erzeugerpreise Japan
Anleger schauen auch nach Japan, wo der Preisindex für Geschäftsgüter veröffentlicht wurde. Im August stieg er gegenüber dem Vorjahr um 7,6 Prozent, wie die Bank of Japan (BOJ) am Freitag mitteilte. Der Index misst die Veränderung der Verkaufspreise von Gütern, die von japanischen Unternehmen erworben werden. Dies stützt die Entscheidung der BOJ, die Zinsen weiter anzuheben, um Inflationsrisiken einzudämmen. Zuvor wurde eine Teuerung von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert.
5 – US-Konjunktur
Außerdem kommen weitere Konjunkturindikatoren aus den USA. Dazu gehören die Veränderung des US-Realeinkommens und mehrere Ergebnisse der Umfragen der Uni Michigan unter Verbrauchern, etwa zu deren Inflations- und Konjunkturerwartungen. Und es gibt neue Daten zur Staatsverschuldung der USA, die zuletzt auf über 40 Billionen US-Dollar stieg.
6 – Russischer Zinsentscheid
Die russische Zentralbank trifft am Freitag ihren Zinsentscheid. Erwartet wird, dass sie den Leitzins bei 14 Prozent belässt. Zudem schauen Anleger auf die Entwicklung der russischen Inflation und das Bruttoinlandsprodukt.
Termine Unternehmen
07:00 Uhr, Deutschland: Fraport, Verkehrszahlen 8/26
Verwandte Themen
USARusslandDaxEZBJapanDow Jones
Termine Konjunktur
01:50 Uhr, Japan: Erzeugerpreise 8/26
07:00 Uhr, Finnland: Leistungsbilanz 7/26
08:00 Uhr, Rumänien: Verbraucherpreise 8/26
08:00 Uhr, Großbritannien: Industrieproduktion 7/26
08:00 Uhr, Großbritannien: Handelsbilanz 7/26
09:00 Uhr, Schweiz: SECO Verbrauchervertrauen 8/26
12:30 Uhr, Russland: Zentralbank, Zinsentscheid
14:30 Uhr, USA: Verbraucherpreise 8/26
14:30 Uhr, USA: Realeinkommen 8/26
16:00 Uhr, USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 9/26 (vorläufig)
18:00 Uhr, Russland: Verbraucherpreise 8/26
18:00 Uhr, Russland: BIP Q2/26 (1. Veröffentlichung)
Mit Material der Nachrichtenagentur dpa.
Mehr: Entschlossene Notenbanker, nervöse Investoren: EZB verschärft Ausverkauf am Bondmarkt
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What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Federal Reserve wird die Zinsen bei der nächsten Sitzung unverändert lassen, wenn die US-Inflationsdaten für August die Erwartungen von 3,4 Prozent bestätigen.
Likely · Within weeks
Die Bank of Japan wird ihre Zinsen weiter anheben, da der japanische Erzeugerpreisindex im August um 7,6 Prozent stieg und über der Prognose von 7,4 Prozent liegt.
Very likely · Within days
Die russische Zentralbank wird den Leitzins bei 14 Prozent belassen, wie von Analysten erwartet.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wie wird die Federal Reserve auf die kommenden US-Inflationsdaten reagieren?
- Wird die Bank of Japan ihren straffen geldpolitischen Kurs trotz schwacher Konjunkturdaten fortsetzen?
- Wie werden die russischen Wirtschaftsindikatoren die Entscheidung der Zentralbank beeinflussen?




