Fast zwei Millionen Euro in knapp einer Minute erbeutet – dann geschah der Fehler
Fünf mutmaßliche Täter stehen wegen eines bandenmäßigen Einbruchs in eine Haspa-Filiale vor Gericht
Quick Look
- Vor dem Landgericht Hamburg hat der Prozess gegen fünf Männer begonnen, die 2023 fast zwei Millionen Euro aus einer Haspa-Filiale gestohlen haben sollen.
- Die Beweislage stützt sich auf Indizien, darunter Fahrzeugteile, die bei der Flucht zurückblieben.
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Why It Matters
Die Angeklagten sollen im November 2023 in eine Haspa-Filiale eingebrochen sein und 1,95 Millionen Euro erbeutet haben. Zwei der Männer sind bereits wegen ähnlicher Taten in Berlin und Bonn vorbestraft.
Vor fast drei Jahren haben Einbrecher aus einer Filiale der Hamburger Sparkasse (Haspa) fast zwei Millionen Euro gestohlen – jetzt stehen fünf der mutmaßlichen Täter vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern im Alter von 33 bis 38 Jahren gemeinschaftlichen bandenmäßigen Diebstahl vor. Sie sollen am späten Nachmittag des 23. November 2023 mit einem Auto in eine Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses im Stadtteil Hamm gefahren sein. Von dort gelangten sie laut Anklage in das Treppenhaus eines anderen Mehrfamilienhauses. Vor einer Notausgangstür deaktivierten sie demnach eine Alarmanlage, brachen die Tür auf und kamen so in das Untergeschoss der Sparkasse. Dort sollen sie die Gittertür des Tresorraums aufgehebelt, zwei Schließfächer aufgebrochen und 1,95 Millionen Euro in bar entnommen haben.
Bei der Flucht der Täter passierte ein Missgeschick. Ihr Auto sei mit dem Rolltor der Tiefgarage kollidiert, sagte die Sprecherin. Teile des Fahrzeugs seien abgefallen, die die Ermittler später auswerten konnten. Die Polizei hatte am Tag nach dem Einbruch mitgeteilt, sechs maskierte Männer hätten sich unbemerkt Zugang zu der Filiale verschafft. Dann seien sie auf eine Mitarbeiterin und eine Kundin getroffen, beide 61 Jahre alt. Die Mitarbeiterin alarmierte die Polizei. Die Täter seien mit einem dunklen SUV geflüchtet. Die Polizei fahndete vergeblich mit rund zwei Dutzend Funkstreifenwagen.
Zwei Angeklagte verbüßen bereits lange Haftstrafen
Die Angeklagten, von denen vier in Haft sitzen, sind zum Teil erheblich vorbestraft, wie die Vorsitzende Richterin Ulrike Schönfelder sagte. Zwei von ihnen, ein 38-Jähriger und ein 33-Jähriger, seien bereits wegen zweier ähnlicher gemeinsamer Taten vom Landgericht Berlin und vom Landgericht Bonn verurteilt worden. Der 38-Jährige müsse darum bis Anfang 2033 in Strafhaft bleiben, der 33-Jährige bis 2029 oder Ende 2030. Schönfelder bot den beiden eine Verständigung an. Bei einem umfassenden Geständnis würden sich ihre Gesamtstrafen nur um rund ein Jahr auf gut acht beziehungsweise zehn Jahre erhöhen.
Verteidigerin will Freispruch
Zwei weitere Angeklagte im Alter von 38 und 37 Jahren wurden im Mai dieses Jahres verhaftet, der fünfte Beschuldigte (34) befindet sich auf freiem Fuß. Die Männer stammen nach Angaben der Richterin aus Berlin. Die Staatsanwältin sprach von einem weiteren Bandenmitglied, das in diesem Verfahren aber nicht angeklagt ist.
Die Verteidigerin des ebenfalls 38-Jährigen kritisierte in einem Eröffnungsstatement, dass die Vorwürfe gegen ihren Mandanten nur auf Indizien beruhten. „Mein Mandant muss in diesem Verfahren freigesprochen werden“, sagte Anwältin Gül Pinar. Richterin Schönfelder erklärte, es sei ein Indizienprozess, und versprach: „Die Indizien werden sorgfältig geprüft.“ Das Gericht hat 16 weitere Verhandlungstermine bis zum 22. Dezember angesetzt.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Urteilsverkündung nach Abschluss der 16 Verhandlungstermine
Very likely · Within months
Open Questions
- Wird das Gericht die Indizien als ausreichend für eine Verurteilung ansehen?
- Wie wird das Urteil für die Angeklagten ausfallen?


