Fifa-Chef Gianni Infantino reist trotz Ausladung zu Jugendturnier in die Dominikanische Republik
Trotz der Bitte seines Vizepräsidenten Victor Montagliani, dem U14-Turnier fernzubleiben, um den sportlichen Charakter der Veranstaltung nicht zu gefährden, ist Infantino angereist.
Quick Look
- Fifa-Präsident Gianni Infantino ist trotz einer expliziten Ausladung durch Concacaf-Präsident Victor Montagliani zu einem U14-Turnier in die Dominikanische Republik gereist.
- Montagliani warnte, Infantinos Anwesenheit würde den sportlichen Charakter untergraben.
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Why It Matters
Gianni Infantino steht aufgrund umstrittener Pläne zur Einbindung von Investoren ('Fifa Forward Enterprise') in der Kritik. Die Uefa plant, seine Wiederwahl im März 2027 zu verhindern.
Der Druck auf den umstrittenen Fifa-Präsidenten Gianni Infantino bleibt extrem hoch. Jetzt forderte ihn der Präsident der nordamerikanischen Konföderation Concacaf auf, nicht bei einem Jugendturnier in der Karibik zu erscheinen.
Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, erhielt Infantino ein Schreiben von Victor Montagliani. Darin bat der Kanadier, der auch Vizepräsident des Fifa-Rates ist, den Chef des Fußballweltverbandes, dem U14-Turnier an diesem Wochenende in der Dominikanischen Republik fernzubleiben. Demnach würde seine Anwesenheit den »sportlichen Charakter« der Veranstaltung »untergraben«.
»Ich glaube, dass sich die Medien angesichts der Führungskrise bei der Fifa, die durch Ihren umstrittenen Vorschlag ›Fifa Forward Enterprise‹ ausgelöst wurde, auf diese Situation konzentrieren werden», hieß es in dem Schreiben von Montagliani. »Daher bitte ich Sie im Namen des Fußballs höflich, Ihre Teilnahme zu überdenken, da sie leider den sportlichen Charakter dieser wichtigen Nachwuchsförderungsmaßnahme untergraben wird.« Montagliani wird als ein möglicher Nachfolger von Infantino gehandelt.
Infantino ließ sich offensichtlich wenig beeindrucken. Er reiste ungeachtet der Ausladung am Freitag in die Dominikanische Republik. Dort traf sich der Funktionär unter anderem mit dem Minister für Sport und Freizeit, Kelvin Cruz, lokalen Politikern sowie mit Jose Deschamps, dem Vorsitzenden des dortigen Fußballverbandes. Unklar ist bislang, ob der 56 Jahre alte Schweizer auch das Jugendturnier selbst besuchen wird.
Infantino veröffentlichte auf seinem Instagram-Account Fotos und Videos von dem Treffen. Einer der Clips zeigt eine kaum enden wollende Serie von Umarmungen und Nettigkeiten mit Funktionären und hochrangigen Gästen vor Ort. Dazu wird auch kurz das Logo des U-14-Turniers eingeblendet. »Ich freue mich sehr, hier in der Dominikanischen Republik zu sein, um zu besprechen, wie wir unsere fruchtbare Partnerschaft fortsetzen können, um den Fußball weiter zu stärken und durch den Sport und unser schönes Spiel mehr Chancen für junge Menschen im Land und in der Region zu schaffen«, schrieb der Fifa-Boss dazu.
Infantino steckt in der größten Krise seiner Führungszeit. Besonders seine publik gewordenen und mittlerweile zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von Investoren für zukünftige WM-Geschäfte sorgten für Entrüstung in der Fußballwelt. Dabei hätte Technologieinvestor Joshua Kushner, dessen Bruder Jared mit der Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka, verheiratet ist, über seine Investmentfirma Thrive eine Schlüsselrolle übernehmen sollen.
Vor allem die Europäische Fußball-Union ist auf Konfrontationskurs gegangen. Die Uefa will Infantinos Wiederwahl beim Fifa-Kongress im März 2027 verhindern. Zahlreiche Verbände unterstützen ihn aber nach wie vor. Auch einzelne karibische Verbände gelten als mögliche Unterstützer.
What to Watch
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Uefa wird versuchen, Infantinos Wiederwahl beim Fifa-Kongress im März 2027 zu verhindern.
Very likely · Within months
Open Questions
- Wird Infantino das U14-Turnier tatsächlich persönlich besuchen?
- Wie reagieren die anderen Fifa-Mitgliedsverbände auf die offene Missachtung der Concacaf-Ausladung?




