
Die Fitnessbranche verzeichnet steigende Mitgliederzahlen und plant weiteres Wachstum; Lifefit strebt einen Umsatz von 500 Millionen Euro an.
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Die Fitnessbranche in Deutschland verzeichnete 2025 einen Anstieg auf 12,4 Millionen Mitglieder. Der Markt ist durch eine hohe Fragmentierung und zunehmende Konsolidierung durch Ketten geprägt.
Mitgliederrekorde und noch weiteres Potenzial: Die Fitnessbranche in Deutschland ist aus mehreren Gründen optimistisch. Anbieter Lifefit peilt eine halbe Milliarde Euro Umsatz an.
München. Die Fitnessbranche in Deutschland rechnet mit weiter ungebremstem Wachstum. „Es ist noch viel Luft nach oben“, sagte Christophe Collinet, Chief Commercial Officer bei der Lifefit Group, dem Handelsblatt. Er erwarte in den nächsten Jahren jeweils ein höheres einstelliges Prozentwachstum.
Im vergangenen Jahr hatte die Fitnessbranche Rekorde erzielt. Die Zahl der Mitglieder in den Studios stieg laut einer Studie von Deloitte und Branchenverband DSSV um knapp sechs Prozent auf 12,4 Millionen. Im Jahr 2022 waren es knapp 10,3 Millionen. Die Umsätze legten im vergangenen Jahr um mehr als sieben Prozent auf 6,25 Milliarden Euro zu.
„Die Branche ist sehr rezessionsresilient, das hat sich zuletzt eindrucksvoll gezeigt“, sagte Collinet weiter. Die Lifefit Group betreibt über mehrere Marken rund 230 Fitnessstudios in Deutschland und Österreich mit mehr als 750.000 Mitgliedern. Zu den Lifefit-Marken zählen in Deutschland Fitness First und Barry’s Bootcamp.
Im Rahmen der europäischen Woche des Sports laden aktuell Tausende Fitnessstudios verschiedener Marken in Deutschland zum kostenlosen Testen ein. „Wenn es uns gelingt, damit auch Menschen zu erreichen, die bisher keinen Zugang zu regelmäßigem Training gefunden haben, zeigt das das große Potenzial unserer Branche für Bewegung und Prävention“, sagte DSSV-Geschäftsführer Philipp Hartewig.
Auch aus Sicht von Lifefit-CCO Collinet sei das Potenzial weiter groß. Aktuell seien etwa 15 Prozent der Gesamtbevölkerung Mitglied in einem Studio. In anderen Ländern sei die Rate deutlich höher. Jeder Prozentpunkt mehr bedeute 800.000 neue Mitglieder. Zudem seien Megatrends wie Gesundheit und gesundes Altern (Longevity) vorteilhaft für die Fitnessbranche.
Laut Collinet sei eine Fitnessmitgliedschaft in einer Welt, die sich immer krisenhafter anfühle, so etwas wie eine Insel. „Ich zahle 40 oder 50 Euro im Monat, kann so oft hingehen, wie ich will, und tu mir jedes Mal etwas Gutes – das aufzugeben, fällt den Menschen schwer“, sagte er.
Fortsetzen dürfte sich allerdings nach Einschätzung der Branche nicht nur das Wachstum, sondern auch die Konsolidierung. Aktuell gehören etwa 3000 der knapp 10.000 Studios in Deutschland zu einer Kette. In Bezug auf Mitglieder ist die RSG Group führend vor Fit-X und Basic-Fit. Lifefit lag in der DSSV-Statistik Ende 2025 auf Platz fünf, hat seither aber weitere Studios übernommen.
Der Trend hängt auch damit zusammen, dass die Private-Equity-Branche den Sektor für sich entdeckt hat. Im vergangenen Jahr verzeichnete Deloitte im europäischen Fitnessmarkt 27 Transaktionen, bei denen im Schnitt jeweils 35 Anlagen den Besitzer wechselten. Der Markt sei aber immer noch sehr fragmentiert, sagte Collinet. Daher werde die Konzentrationswelle weitergehen: „Da ist noch genug Konsolidierungspotenzial.“
Das zeigte sich auch in den vergangenen Monaten. So übernahm Lifefit im Frühjahr Just Fit, die im Raum Köln 21 Studios betreiben. Konkurrent All Inclusive Fitness akquirierte Fitstop und durchbrach so die Marke von 200 Studios. Hier spielte, wie oft bei kleineren Ketten und Einzelstudios, das Thema Nachfolge eine zentrale Rolle.
„Nach 45 Jahren als Unternehmer in der Fitnessbranche war es für mich an der Zeit, einen neuen Lebensabschnitt zu beschreiten und mich von meinen Klubs zu trennen“, sagte Fitstop-Gründer Stefan Rauscher. Er habe schweren Herzens sein Lebenswerk verkauft.
Solche Gelegenheiten nutzt auch immer wieder die Lifefit Group. Sie gehört einem Fonds der Private-Equity-Gesellschaft Waterland. Die bekannteste Marke der Gruppe ist Fitness First im Premiumsegment, zuletzt wurde unter anderem Fit/one übernommen. Die Gruppe ist gut kapitalisiert, im Jahr 2024 wurde eine Anleihe mit einem Volumen von insgesamt 300 Millionen Euro ausgegeben.
In diesem Jahr wird der Umsatz der Gruppe vor allem durch die Übernahmen von 350 auf etwa 400 Millionen Euro zulegen. „Wir peilen 500 Millionen Euro Umsatz und eine Million Kunden an“, sagte Collinet. Wie schnell man dies erreiche, hänge auch von den Akquisitionsgelegenheiten ab.
Die Gruppe sei auf dem besten Weg, einen dreistelligen operativen Millionengewinn zu erreichen, und komme auf Margen von etwa 20 Prozent. „Mit zunehmendem Wachstum sind da auch noch ein paar Prozentpunkte mehr drin“, sagte Collinet. Ein Börsengang sei eine Option.
Wachstumstreiber gebe es in der Fitnessbranche neben dem Megatrend Gesundheit einige. Da sind zum einen Firmenfitness-Anbieter wie Wellpass oder Hansefit. „Durch die Aggregatoren werden neue Zielgruppen erschlossen“, sagte Collinet. Mancher Kunde wechsle zwar von einer regulären Mitgliedschaft zu einem Firmenfitness-Anbieter. „Das wird aber bei Weitem durch die Erweiterung des Markts durch Aggregatorenkunden überkompensiert.“
Auch der Trend der Abnehmspritzen werde zu mehr Nachfrage führen, schätzt Collinet. „Für die Nutzer ist Krafttraining wichtig, sonst verliert man auch Muskelmasse.“ Zudem könnten die Studios mit neuen Trainingsformen attraktiver werden. „Der Hyrox-Boom wird noch viele Jahre weitergehen.“ Hyrox ist eine Trainingsform, die Laufen mit funktionellem Krafttraining kombiniert.
Manche potenziellen Kunden wüssten außerdem noch nicht, wie sich die Studios in den vergangenen Jahren mit vernetzten, smarten Geräten und Kursen modernisiert hätten. „Manche haben noch ein verstaubtes Bild von den Studios.“
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Lifefit strebt einen Umsatz von 500 Millionen Euro an.
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