Frankreich: Ein Videospielladen in Paris wurde bei Protesten geplündert – die Kunden räumen auf
Nach wochenlangen Demonstrationen gegen Bildungsmisere und hohe Lebenshaltungskosten verhängt Frankreich lokale Ausgangssperren. Betroffene Ladenbesitzer zeigen sich angesichts angekündigter neuer Proteste entmutigt.
Quick Look
- Nach landesweiten Protesten gegen Lebenshaltungskosten und Bildungsmisere mit über 2500 Festnahmen und Plünderungen gilt in Frankreich vorerst eine nächtliche Ausgangssperre.
- Für das kommende Wochenende sind neue Demonstrationen angekündigt.
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Why It Matters
Hunderttausende protestierten am Wochenende gegen Bildungsnotstand und Lebenshaltungskosten, was zu Ausschreitungen führte.
Kurze Zwangspause in Frankreich: Nach heftigen Protesten am Wochenende gab es in den vergangenen zwei Nächten lokale Ausganssperren in Frankreich – auch in der Hauptstadt.
Passantinnen und Passanten:
»Eine Ausgangssperre könnte eine gute Reaktion sein, um übermäßige Gewalt zu verhindern.«
»Ich glaube nicht, dass das die Gewalt stoppen wird. Es wird nur noch mehr Hass schüren. Junge Leute werden sich denken: ›Sie haben uns nicht verstanden; sie haben nicht auf uns gehört. Sie sperren uns zu Hause ein, versuchen, uns auszuschließen und von sozialen Kontakten abzuhalten.‹«
»Es hängt davon ab, wie lange es dauert. Wird es nur kurz sein? Wird es bis Samstag so gehen? Oder die nächsten zwei Wochen? Wir wissen es nicht. Im Moment ist es ruhig, aber die Frage ist: Wenn die Polizeipräsenz verstärkt wird, wie wird sich das auswirken?«
Am Samstag waren in ganz Frankreich Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen: Sie protestierten gegen die schlechte Lage im Bildungsbereich und hohe Lebenshaltungskosten. Dabei kam es zu Gewaltausbrüchen: Mehr als 2500 Personen wurden festgenommen und laut Industrie- und Handelskammer mehr als 2000 Geschäfte geplündert.
Unter anderem dieser Juwelier in Lyon.
Aber auch ein kleiner Videospielladen in Paris, mit einem geschätzten Schaden von 150.000 Euro.
Oury Zagoury, Ladenbesitzer:
»Was uns sehr hilft und emotional und körperlich Kraft gibt, sind die Menschen, die von sich aus auf uns zukommen, um ihre Solidarität zu bekunden, ihr Bedauern auszudrücken und uns zu helfen.«
Dabei kommt die Stammkundschaft zum Aufräumen vorbei:
Kundin:
»Ich weiß, dass die Retro-Gaming-Community sehr solidarisch ist. Aber dann zu sehen, wie viele Leute heute Morgen da waren, hat mir das Herz erwärmt.«
Kunde:
»Ich habe die ganzen Geschäfte gesehen, die beschädigt und geplündert wurden. Und ich finde es wichtig, den Geschäftsinhabern unsere Unterstützung zu zeigen.«
Doch für das kommende Wochenende sind bereits weitere Proteste angekündigt:
Oury Zagoury, Ladenbesitzer:
»Zu erfahren, dass es am Samstag wieder eine Demonstration geben wird, ist entmutigend. Wir hatten gehofft, so bald wie möglich wieder öffnen zu können – auch wenn das bedeutet hätte, klein anzufangen, mit nicht so vielen Waren, weil ja alles gestohlen wurde.«
Der Premierminister will mehr Polizei mobilisieren und eventuell auch Demonstrationen verbieten.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Weitere Proteste am kommenden Wochenende
Very likely · Within days
Open Questions
- Werden die Demonstrationen am Wochenende verboten?
- Wie lange bleiben die Ausgangssperren bestehen?






