Frankreich: Mehr als 250.000 Menschen demonstrieren zum Generalstreik
Landesweite Demonstrationen und Schulblockaden führen zu massiven Sicherheitsvorkehrungen und Einschränkungen im öffentlichen Leben.
Quick Look
- Ein Generalstreik in Frankreich mobilisiert Hunderttausende für höhere Mindestlöhne und bessere Bildungsbedingungen.
- Während Schüler Schulen blockieren, setzt die Polizei in mehreren Städten Tränengas ein.
- 70.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz.
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Why It Matters
Frankreich erlebt wiederkehrende Proteste gegen die aktuelle Lohn- und Bildungspolitik. Die Regierung steht unter Druck durch eine Mischung aus Gewerkschaften und verschiedenen sozialen Gruppen.
In Frankreich hat ein Generalstreik erneut Hunderttausende Menschen auf die Straßen geführt. Die Nachrichtenagentur AFP zitiert das Innenministerium in Paris, demzufolge sich gegen 13 Uhr landesweit rund 270.000 Menschen an den Protesten beteiligen. Die Behörden rechnen mit bis zu 700.000 Demonstranten in zahlreichen französischen Städten sowie bis zu 80.000 weiteren Protestteilnehmern in Paris.
Anlass des Generalstreiks sind Forderungen nach einem deutlich höheren Mindestlohn. »Wir wollen von unserer Arbeit vernünftig leben können«, sagte die Gewerkschaftschefin Marylise Léon dem Sender BFM. Auch Bildung bleibt ein Thema: Schülerinnen und Schüler errichteten Blockaden aus Mülltonnen und Absperrgittern vor zahlreichen Schulen. In Paris, Nantes und Lyon setzte die Polizei Tränengas ein.
Nach Gewerkschaftsangaben waren landesweit knapp 1000 der insgesamt 3700 Oberschulen von Blockaden betroffen. Die Regierung meldete 81 blockierte Schulen und 16 Prozent Streikbeteiligung bei den Lehrkräften. Auch jede dritte Hochschule war von Protestaktionen betroffen.
»Weil man uns immer noch nicht zuhört«
»Wir protestieren weiter, weil man uns immer noch nicht zuhört«, sagte die 15 Jahre alte Schülerin Luce aus Straßburg. »In anderen Ländern sind die Schultage viel kürzer, und das funktioniert auch«, sagte sie mit Blick auf die langen Schultage in Frankreich. Die 17 Jahre alte Luna beklagte, dass es in der Schule »viel zu kalt« sei und die Heizung nicht funktioniere.
In der Hauptstadt bleibt wegen des Streiks am Donnerstag der Eiffelturm geschlossen. Zahlreiche Regionalzüge fallen aus. In mehreren Fällen hatten die Behörden Kundgebungen in den Innenstädten verboten, um Plünderungen von Geschäften zu verhindern. An den vergangenen Wochenenden waren bei Ausschreitungen rund 3000 Geschäfte beschädigt und geplündert worden.
In Toulouse wollen mehrere Gewerkschaften ungeachtet des Verbots am Nachmittag durch die Innenstadt ziehen. In Paris genehmigten die Behörden eine klassische Demonstrationsstrecke zwischen Bastille und Nation, nicht aber durch das Stadtzentrum. Entlang der Demonstrationsstrecke hatten zahlreiche Geschäfte ihre Schaufenster mit Spanplatten vernagelt.
Das Innenministerium kündigte den Einsatz von 70.000 Sicherheitskräften an. Minister Laurent Nuñez hatte eingeräumt, dass die Sicherheitskräfte am Tag der schlimmsten Ausschreitungen überfordert gewesen seien. Es habe eine »bislang nicht dagewesene Mischung« verschiedener Gruppen gegeben, darunter Gewerkschaften, Gelbwesten, linksradikale Randalierer, Kriminelle und junge Plünderer.
Eine Änderung der Strategie oder eine reduzierte Bewaffnung der Sicherheitskräfte lehnte der Minister dennoch ab. »Die Sicherheitskräfte müssen sich verteidigen können, wenn sie angegriffen werden«, sagte Nuñez.
Open Questions
- Wie reagiert die Regierung auf die Lohnforderungen?
- Wie entwickeln sich die Ausschreitungen weiter?






