Frankreich: Unis geschlossen, Schulen blockiert – Proteste gehen weiter
Regierung und Justizminister berichten über Zahlen zu den Demonstrationen und juristischen Folgen
Quick Look
- In Frankreich setzen Studenten und Schüler ihre Proteste gegen Missstände an Schulen und die Vergabe von Studienplätzen fort.
- Laut Justizminister Gérald Darmanin kamen seit Mitte Oktober knapp 5000 Menschen in Polizeigewahrsam, etwa 330 wurden inhaftiert.
- Für Donnerstag haben Gewerkschaften und Jugendorganisationen erneut zu landesweiten Streiks und Demonstrationen aufgerufen.
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Why It Matters
Seit Mitte September protestieren Oberstufenschüler in Frankreich gegen Missstände an den Schulen und die undurchsichtige Vergabe von Studienplätzen über eine zentrale Onlineplattform. Die Proteste weiteten sich auf weitere Menschen aus, die vor allem gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten protestieren.
»Wir wollen der Regierung zeigen, dass die Universitäten immer noch mobilisiert sind, und dass wir konkrete Antworten erwarten«, sagte Suzanne Nijdam, Vorsitzende des größten Studierendenverbands, der Nachrichtenagentur AFP.
Nach offiziellen Angaben waren am Vortag 15 Prozent der Hochschulen von Protestaktionen betroffen. Die Regierung hatte am Montag 41 Schulblockaden gemeldet, ein Schülerverband hingegen sprach von 169 blockierten Schulen landesweit. In mehreren Fällen wurden Mülltonnen in Brand gesetzt.
Unterdessen gab Justizminister Gérald Darmanin die jüngsten Zahlen zu den juristischen Folgen der Gewalttaten bei den Demonstrationen seit Mitte Oktober bekannt: Demnach kamen knapp 5000 Menschen in Polizeigewahrsam, davon 30 Prozent Minderjährige. Etwa 330 Menschen wurden inhaftiert, sei es in Untersuchungshaft oder nach Urteilen in Schnellverfahren. Die Verurteilten seien zu 95 Prozent männlich, zu zwei Dritteln zwischen 18 und 25 Jahre alt und zu 70 Prozent Franzosen. Etwa die Hälfte sei zuvor nicht strafrechtlich verfolgt gewesen.
Am Dienstag wurden zudem drei Minderjährige festgenommen, die für den Brand der Eingangshalle ihrer Schule in Nantes verantwortlich gemacht werden. Der Brand hatte Aufsehen erregt, weil es sich um eine relativ neue Schule mit einer breiten internationalen und künstlerischen Ausrichtung handelte.
Für Donnerstag haben zahlreiche Gewerkschaften erneut zu landesweiten Streiks und Demonstrationen aufgerufen, die unter anderem Schulen sowie zahlreiche Branchen betreffen könnten. Die französische Bahn SNCF kündigte bereits »leichte Störungen« im Fernverkehr und größere Störungen im Regionalverkehr an.
Der Termin stand schon länger fest, bekam aber eine neue Bedeutung vor dem Hintergrund der anhaltenden Jugendproteste. Mehrere Jugendorganisationen haben ebenfalls für Donnerstag zu Protestaktionen aufgerufen.
Frankreichs Oberstufenschüler protestieren seit Mitte September gegen Missstände an den Schulen und gegen die undurchsichtige Vergabe von Studienplätzen über eine zentrale Onlineplattform. Die Proteste weiteten sich auf weitere Menschen aus, die vor allem gegen die gestiegenen Lebenshaltungskosten protestieren.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Am Donnerstag finden landesweite Streiks und Demonstrationen statt, die Schulen und verschiedene Branchen betreffen.
Very likely · Within days
Die SNCF kündigt leichte Störungen im Fernverkehr und größere Störungen im Regionalverkehr an.
Very likely · Within days
Open Questions
- Welche konkreten Antworten erwarten die Studenten von der Regierung?
- Welche konkreten Forderungen stellen die Gewerkschaften für den Donnerstag?
- Wie viele Schulen sind aktuell noch blockiert?





