Fünf Bundesländer ungeeignet für Endlager – nur noch fünf Prozent Deutschlands potenziell geeignet
Mehrere Bundesländer sind nicht mehr Teil der Standortsuche, während Fokus auf Gebieten mit bester Eignung liegt
Quick Look
- Die Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) hat die Suche nach einem Atommüll-Endlager eingegrenzt.
- Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind aus dem Verfahren ausgeschieden.
- Der Fokus liegt nun auf Regionen mit bester Eignung.
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Why It Matters
Deutschland sucht nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll, der in über 60 Jahren Atomkraftnutzung angefallen ist. Die Suche basiert auf geologischen Kriterien und soll bis 2050 abgeschlossen sein.
Die Anwohner in diesen Gebieten können aufatmen: Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Berlin, Sachsen und das Saarland sind nicht mehr Teil der laufenden Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll. Das teilte die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagersuche (BGE) in Peine mit. Das letzte Wort für die Auswahl des Standortes hat aber der Bundestag.
Die weitere Suche für einen Endlagerstandort konzentriert sich auf Gebiete mit bester Eignung. Das sind deutschlandweit weniger als fünf Prozent der Landesfläche. Untersucht werden dem Bericht zufolge noch Regionen in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Die BGE hat in diesem Jahr erstmals jene Flächen ausgewiesen, die zwar gut, aber nicht bestens geeignet sind und damit nicht mehr im Rennen sind.
Für den größten Teil der Flächen in Sachsen stand jedoch bereits zuvor fest, dass sie für ein Endlager entweder nur sehr gering oder gar nicht geeignet sind.
Der Schwarzwald ist noch im Rennen
In Baden-Württemberg sind nur noch zwei Gebiete im Schwarzwald im Rennen. Sowohl der Raum Ulm mit Gebieten auf der Schwäbischen Alb als auch Gebiete in der Kurpfalz in Nordbaden bei Heidelberg werden nicht weiter bei der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager berücksichtigt.
Aussicht auf eine Bewertung als Gebiet in der Kategorie A („beste Eignung“) haben in Baden-Württemberg demnach noch zwei Regionen im nördlichen und eines im südlichen Schwarzwald. In beiden Regionen war insbesondere das als geeignet bewertete unterirdische Kristallingestein (eine Art von Granit) ausschlaggebend für die Auswahl.
Schon länger aus dem Rennen waren Rheinland-Pfalz und das Saarland. Denn in beiden Bundesländern sind dafür keine günstigen geologischen Voraussetzungen vorhanden. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sucht nach einem Standort für ein Endlager, das unterirdisch in Salz, Ton oder Kristallin, also vor allem Granit, entstehen soll.
Das einstige Kohlebergbauland Saarland war bereits 2020 nicht mehr in den Gebieten aufgelistet, die dafür grundsätzlich infrage kommen. In Rheinland-Pfalz gibt es zwar Gebiete in Rheinhessen und der nördlichen Pfalz, die dafür theoretisch infrage kämen. Sie wurden aber im Jahr 2025 als gering oder sogar ungeeignet eingestuft und zählen nicht mehr zu den Flächen, die bei der Suche noch einbezogen wurden.
Wie es jetzt weitergeht
Die Suche nach einem endgültigen Aufbewahrungsort für den deutschen Atommüll dauert also an. Bis Ende 2027 möchte die BGE dem Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) Standortregionen für die oberirdische Erkundung vorschlagen. Das BASE wiederum bewertet diese Vorschläge für das Bundesumweltministerium.
Als sogenannte Wirtsgesteine für das Endlager kommen unterirdische Granit- und Tonformationen sowie Salzstöcke in Betracht. Die künftige Lagerstätte soll mindestens 300 Meter unter der Erde liegen und von einer mindestens 100 Meter dicken Gesteinsschicht als Barriere umgeben sein. Die radioaktiven Abfälle sollen dort für mindestens eine Million Jahre möglichst sicher verwahrt werden.
Bis spätestens 2050 soll das Lager für rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Atommüll gefunden werden, der in mehr als 60 Jahren Atomkraft angefallen ist. Derzeit lagert deutscher Atommüll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern. Die letzten deutschen Atomkraftwerke gingen im April 2023 außer Betrieb.
Welche Regionen stehen nun im Fokus?
Teile Thüringens sind weiter in der Auswahl. Die Flächen, die noch geprüft werden, haben sich jedoch verringert, wie ebenfalls aus dem jüngsten Arbeitsstand der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hervorgeht.
Die Region im und am Landkreis Sömmerda hat die ersten beiden Prüfschritte durchlaufen und wird weiter untersucht. Die Gebiete im Unstrut-Hainich-Kreis und im Ilmkreis, die bisher noch im Verfahren waren, fallen hingegen bei der Suche heraus.
Für den allergrößten Teil der Flächen Thüringens war bereits zuvor klar, dass sie für ein Endlager nicht oder kaum infrage kommen.
Auch in Sachsen-Anhalt werden weiterhin Gebiete für ein mögliches Endlager untersucht. Dazu zählen Steinsalzgebiete in flacher und steiler Lagerung sowie Teile des Harzes. Die Tongebiete des Landes seien bereits bewertet und nicht mehr im Fokus, wie die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mitteilte.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
BGE schlägt bis Ende 2027 Standortregionen für oberirdische Erkundung vor.
Likely · Within years
Open Questions
- Welche spezifischen Standorte werden nach 2027 für die Erkundung vorgeschlagen?
- Wie wird die endgültige Entscheidung des Bundestages ausfallen?





