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Galeria nach vierter Insolvenz: Experten sehen nur eingeschränkte Zukunftschancen
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Galeria nach vierter Insolvenz: Experten sehen nur eingeschränkte Zukunftschancen

Quick Look

  • Nach der vierten Insolvenz innerhalb von sechs Jahren äußern HandelsExperten Zweifel an einer vollständigen Rettung der Warenhauskette Galeria.
  • Sie sehen eine Fortführung nur mit deutlich weniger Standorten als möglich an, kritisieren schwaches Sortimentsprofil, hohe Kosten und fehlende langfristige Eigentümerstrategie.
  • Aktuell betreibt Galeria 83 Filialen mit rund 12.000 Beschäftigten.

AI-generated summary

Why It Matters

Galeria ist die Nachfolgerin der Warenhausketten Kaufhof und Karstadt und hat innerhalb von sechs Jahren bereits vier Insolvenzen angemeldet. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 12.000 Menschen in 83 Filialen.

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Wie geht es weiter mit der Warenhauskette Galeria nach der jüngsten Insolvenz? «Ein vollständiges Aus ist möglich, aber keineswegs zwangsläufig», sagte der Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er halte eine Fortführung mit deutlich weniger Standorten gerade für die Mitarbeiter für eine mögliche Lösung, «nicht jedoch eine dauerhafte Rettung des gesamten bisherigen Filialnetzes». Aktuell hat Galeria 83 Filialen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat rund 12.000 Beschäftigte. Am Freitag hatte es erneut Insolvenz angemeldet - zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren.

Voraussetzung für eine Fortführung sind laut Kortum «wirtschaftlich tragfähige Häuser, ein klares Sortimentsprofil und ausreichend Eigenkapital für Modernisierung und Umbauten». Nötig sei dafür «endlich» ein Eigentümer, der nicht nur kurzfristige finanzielle Interessen habe, sondern langfristig an das Geschäftsmodell Kaufhaus glaube. «Eine weitere Sanierung, die hauptsächlich wieder nur auf Forderungsverzicht und Kostensenkung setzt, dürfte kaum ausreichen.» Selbst wenn die heutige Unternehmensstruktur scheitere, könnten einzelne attraktive Warenhäuser in guten Lagen eventuell unter anderen Eigentümern weiterbestehen.

Experte bemängelt schwaches Sortimentsprofil

Galeria ist nach Einschätzung von Kortum in eine erneute Insolvenz geraten, weil die bisherigen Sanierungen die grundlegenden Probleme des Geschäftsmodells nicht gelöst haben. Als solche sieht er zu große und teilweise wenig attraktive Verkaufsflächen, hohe laufende Kosten und ein zu schwaches Profil im Sortiment gegenüber Onlinehandel, Fachgeschäften und Discountern. «Schuldenschnitte, Insolvenzgeld und neue Kredite verschaffen kurzfristig Entlastung, ersetzen aber keine Investitionen in ein überzeugendes Angebot», so Kortum. Man könne Schulden streichen und Verträge kündigen, «aber keine Kundennachfrage herbeisanieren».

Handelsexperte Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hält eine fehlende Wettbewerbsfähigkeit im Mode-Sortiment für die Hauptursache für die erneute Insolvenz. Diese mache über die Hälfte des Umsatzes aus. Die Insolvenzen von Galeria uns dessen Vorgängerfirmen Kaufhof und Karstadt verglich der Experte mit einem Gummiball, der eine Treppe hinunterhüpft. «Zwar hüpft er bei jedem Aufschlag noch einmal in die Höhe, landet dann aber doch tiefer als beim vorherigen Aufschlag.» Die Aufschläge seien die Insolvenzen, die jedes Mal eine kurzfristige Verbesserung und Hoffnung brächten, «andererseits aber den Blick auf die langfristige Entwicklung verstellen.»

Hat Galeria noch eine Zukunft? Wormser Experte skeptisch

Jörg Funder von der Hochschule Worms hält unter anderem eine schwache Unternehmensführung, Schwächen des Geschäftsmodells sowie anhaltende Konsumschwäche für die Hauptgründe der erneuten Insolvenz. «Im Prinzip also eigentlich nichts Neues», sagte er der dpa.

Entsprechend skeptisch ist er, was die Zukunft von Galeria angeht: Bereits 2008 habe er geschätzt, dass in Deutschland maximal 55 zentral geführte Warenhausfilialen wirtschaftlich betrieben werden könnten. «Nun sind wir fast 20 Jahre später.» Den jüngsten Eigentümern warf er ein mangelndes Interesse am operativen Geschäft vor. Es habe ein wirklicher Plan und eine Zukunftsperspektive gefehlt. Die Aussichten der Kette beschrieb er mit den Worten: «Ich glaube, es wird Zeit von der Palliativstation ins Ruhebett überzusiedeln.»

What to Watch

AI outlook — possibilities, not facts

  • Galeria wird eine Fortführung mit deutlich reduzierter Filialanzahl versuchen.

    Likely · Within months

  • Einige attraktive Warenhäuser in guten Lagen könnten unter anderen Eigentümern weiterbestehen, selbst wenn die aktuelle Unternehmensstruktur scheitert.

    Possible · Within months

Open Questions

  • Wird es einen Investor geben, der langfristig an das Kaufhausmodell glaubt?
  • Wie viele Filialen müssten geschlossen werden, um eine Fortführung wirtschaftlich tragfähig zu machen?
  • Welche konkreten Schritte plant der Insolvenzverwalter als Nächstes?

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This article was originally published by Die Zeit.

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