Gazastreifen: Zelte versinken im Wasser – Vertriebene ohne Schutz
Winterstürme bringen erneut schwere Regenfälle – Vertriebene ohne Schutz
Quick Look
- Schwere Regenfälle und starke Winde haben im Gazastreifen zahlreiche Zelte überflutet und zum Einsturz gebracht.
- Nach Angaben des Medienbüros der Hamas-Regierung sind 70.000 Zelte betroffen.
- Die humanitäre Lage der rund zwei Millionen Menschen verschärft sich weiter.
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Why It Matters
Seit dem Massaker am 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Gazakrieg befindet sich die humanitäre Lage im Gazastreifen in einer prekären Situation. Die israelische Armee hält 60 Prozent des Gebietes besetzt. Eine im Oktober 2025 vereinbarte Waffenruhe besteht formal, doch die israelische Armee greift weiterhin Ziele an.
Schwere Regenfälle und starke Winde haben zahlreiche Zelte im Gazastreifen überflutet und zum Einsturz gebracht. Wie verschiedene Medien unter Berufung auf Korrespondenten vor Ort berichten, ist am Freitagabend ein schwerer Wintersturm über das Gebiet hinweggezogen. Das Medienbüro der islamistischen Hamas-Regierung gab bekannt, dass 70.000 Zelte überflutet worden seien. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Ein Korrespondent der Tageszeitung »taz« vermutet, dass deutlich mehr Zelte betroffen sein könnten.
Die Überflutungen verschärfen die ohnehin prekäre humanitäre Situation der rund zwei Millionen Menschen im Hamas-kontrollierten Gazastreifen. Ahmad Alhendawi, Regionaldirektor von »Save the Children International«, sagte dem saudischen Nachrichtensender Al Jazeera, die Situation sei »herzzerreißend« und »vollkommen vorhersehbar« gewesen. Bereits im vergangenen Winter kam es zu Überflutungen im Gazastreifen, wo die Hamas seit der im Oktober 2025 verkündeten Waffenruhe wieder deutlich mehr Präsenz zeigt.
Wie der Korrespondent der »taz« berichtet, forderten die Vertriebenen von den lokalen Hamas-Verwaltungen seit Monaten immer wieder, einfache Entwässerungsgräben zum Schutz ihrer Zelte auszuheben. Geschehen sei seitdem nichts. Stattdessen fokussiere die Hamas ihre Anstrengungen auf das Eintreiben von Steuern und Gebühren für den Aufbau von Zelten. Es würden keine Maßnahmen zur Verbesserung der humanitären Lage ergriffen.
Die israelische Armee ist nun das dritte Jahr im Gazastreifen aktiv und hält 60 Prozent des Gebietes besetzt. Die Hamas und Terroristen anderer extremistischer Organisationen hatten während des Massakers am 7. Oktober 2023 mehr als 250 Menschen aus Israel in den Gazastreifen verschleppt. Der beispiellose Angriff mit rund 1200 Toten in Israel löste den Gazakrieg aus. Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 73.900 Palästinenser getötet. Trotz einer im vergangenen Oktober vereinbarten Waffenruhe greift die israelische Armee weiterhin Ziele im Gazastreifen an.
Open Questions
- Wie viele Zelte sind tatsächlich betroffen, da die Angaben nicht unabhängig überprüft werden können?
- Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um die Vertriebenen zu schützen?
- Wie lange wird der Wintersturm anhalten?







