Generation Deutschland: AfD-Jugendorganisation sucht ihren Platz
Die Jugendorganisation der AfD, Generation Deutschland, versucht sich als eigenständige Kraft zu etablieren, scheitert jedoch an der engen Bindung zur Parteispitze um Alice Weidel.
Quick Look
- Die AfD-Jugendorganisation 'Generation Deutschland' (GD) strebt nach politischer Eigenständigkeit und internationaler Vernetzung.
- Ein Versuch des Vorsitzenden Jean-Pascal Hohm, einen proeuropäischen Kurs einzuschlagen, scheiterte jedoch am Widerstand der Parteispitze um Alice Weidel.
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Why It Matters
Die Organisation 'Generation Deutschland' wurde als Nachfolgeorganisation der aufgelösten Jungen Alternative gegründet, um die Jugend enger an die AfD zu binden.
Die AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) fühlt sich stark. Sie hat vier ihrer Mitglieder im Bundesvorstand der Partei installiert. Sie ist international hervorragend vernetzt, das hat sie auf ihrem Bundeskongress im Magdeburg gezeigt: Fast ein Dutzend Redner aus dem europäischen Ausland richteten dort das Wort an die jungen AfD-Politiker.
Was vielleicht in diesen Tagen für die größten Gefühle sorgt: Ulrich Siegmund ist einer von ihnen. Bis vor Kurzem war der Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt noch Mitglied der aufgelösten Jungen Alternative. Er hofft, nach der Wahl am Sonntag Deutschlands erster AfD-Ministerpräsident zu werden.
Diese Stärke will die GD, die von AfD-Funktionären „zukünftige Avantgarde der Partei“ genannt wird, auch zeigen. Sie will „weder ein zahnloser Tiger noch Befehlsempfänger der Mutterpartei“ sein, wie ihr Vorsitzender Jean-Pascal Hohm sagt. Er hat auf dem Bundeskongress einen Versuch unternommen, diesen Anspruch einzulösen – und ist gescheitert.
Hohm wollte der AfD ein proeuropäisches Update verpassen. Der einzige Sachantrag auf dem Bundeskongress „bekennt sich zur europäischen Idee“ und will den Euro reformieren. Zu AfD-Chefin Alice Weidel passt das nicht, sie will den Euro, diese „Weichwährung“, loswerden. Wäre der Antrag durchgegangen, hätte die GD in der Europafrage das Gegenteil dessen vertreten, was die Mutterpartei fordert.
Das an sich ist kein Ausdruck von Mäßigung – in der Führung der GD sind sie nur überzeugt, dass ihre Ziele („Remigration“ und „Festung Europa“) sich mit europäischen Partnern besser durchsetzen lassen. Vielleicht denken sie auch, dass man mit dem verbindlichen Ton neue gesellschaftliche Schichten erschließt und dass nach der internationalen Vernetzung und Anerkennung auch die im eigenen Land kommt. Immerhin will Hohm „regierungsfähig“ werden, das sagt er selbst.
Doch der Antrag scheiterte. Ein Änderungsantrag forderte die „Abwicklung des zentralistischen, umverteilenden und identitätszerstörenden Euros“. Eine ganz andere Sprache. Eine ganz andere Linie. Die Weidels. Hohm zog den Leitantrag daraufhin zurück.
Weidel hat immer das letzte Wort
Die Truppen für seinen Vorstoß fehlten ihm. Weidel hat ihre dagegen hinter sich – sei es wie zuletzt auf dem Parteitag der „großen“ AfD in Erfurt, auf dem sie bei einer kritischen Abstimmung ihr Netzwerk aktiviert hatte, sei es in den Reihen der Jugend.
Ist diese Jugend also doch keine eigenständige „Avantgarde“? Womöglich soll sie es nicht sein. Die Vorgängerorganisation Junge Alternative war ja mit dem Ziel aufgelöst worden, die Jugend durch die neue Organisation enger an die Partei zu binden, um sie maßregeln zu können.
Die GD musste das auch schon erleben: Eines ihrer früheren Vorstandsmitglieder wurde mit einer Ämtersperre belegt und musste aus dem Vorstand ausscheiden, weil es eine Losung, die auch die Hitlerjugend verwendet hatte, zum „Leitstern“ erhoben hatte – was Ermittlungen nach sich zog. Das sorgte für Unmut in den Reihen der GD. Weidel halten sie trotzdem die Treue.
Open Questions
- Wie wird sich das Verhältnis zwischen GD und Parteispitze langfristig entwickeln?
- Welchen Einfluss hat die GD auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt?





