+++ Geschäftszahlen +++: Spider-Man beschert Sony gute Geschäfte – Hellofresh mit Gewinnsprung
Zusammenfassung der aktuellen Geschäftszahlen von SAF-Holland, Emirates, Air France-KLM, Sony, Lenzing, Fielmann, AT&S, Swiss Re, Renk, Hellofresh, ArcelorMittal, Swisscom, Deutz, Nordex, Toyota, Commerzbank und Aumovio.
Quick Look
- Zahlreiche Unternehmen veröffentlichen ihre Quartalszahlen.
- Während Rüstungs- und Technologieunternehmen wie Renk, AT&S und Sony von hoher Nachfrage profitieren, kämpfen Fluggesellschaften wie Emirates und Zulieferer wie Aumovio mit geopolitischen Spannungen und Branchenkrisen.
AI-generated summary
Why It Matters
Die Unternehmen reagieren auf ein volatiles Marktumfeld, das durch KI-Nachfrage, geopolitische Konflikte und schwankende Rohstoffpreise geprägt ist.
Der Nutzfahrzeug-Zulieferer SAF-Holland profitiert vom anziehenden Lkw-Markt und hat Umsatz und Gewinn gesteigert. In den ersten neun Monaten legten die Erlöse nach Angaben vom Donnerstag um 4,1 Prozent zu auf 1,36 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn verbesserte sich um 7,6 Prozent auf 130 Millionen Euro. Wesentlicher Treiber sei das Erstausrüstungsgeschäft gewesen, hieß es. Regional legten die Erlöse insbesondere in Europa und Indien zu, im Sommer habe dann auch die Nachfrage in Nordamerika angezogen.
Die größte Fluggesellschaft der Golf-Staaten, Emirates, erlitt wegen der Folgen des Nahost-Konflikts in der ersten Hälfte ihres Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch von 66 Prozent. Grund dafür sind Luftraumsperrungen und gestiegene Kerosinpreise. Der Nettogewinn in den sechs Monaten bis zum 30. September sank auf 3,3 Milliarden Dirham (rund 903 Millionen Dollar), wie die staatliche Fluglinie aus Dubai mitteilte. Der Umsatz ging trotz einer stabilen Nachfrage im Frachtgeschäft um 13 Prozent auf 56,9 Milliarden Dirham zurück. Die zeitweisen Sperrungen des Luftraums in der Region hätten die betriebliche Flexibilität der Fluggesellschaft auf die Probe gestellt, hieß es von der Muttergesellschaft Emirates Group. Zudem hätten Reisewarnungen von Regierungen das Buchungsverhalten der Kunden beeinflusst.
Air France-KLM hat im dritten Quartal dank einer starken Nachfrage nach Langstreckenflügen und Premium-Angeboten die Gewinnerwartungen übertroffen. Der operative Gewinn lag bei 1,34 Milliarden Euro, wie die Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte. Von dem Unternehmen befragte Analysten hatten im Schnitt mit 1,1 Milliarden Euro gerechnet. Konzernchef Ben Smith erklärte, die Nachfrage in strategisch wichtigen Märkten habe den Umsatz gesteigert. Zudem hätten Disziplin bei den Ausgaben und eine Absicherung der Treibstoffpreise die Stückkosten weitgehend stabil gehalten. Besonders gefragt waren demnach Direktflüge nach Indien und Asien.
Für das Gesamtjahr 2026 dämpfte der Lufthansa-Rivale jedoch seine Erwartungen beim Kapazitätswachstum. Der Konzern rechnet nun mit einem Plus von zwei Prozent statt der zuvor angepeilten Spanne von zwei bis drei Prozent. Zudem hob das Unternehmen seine Prognose für die Treibstoffkosten im laufenden Jahr auf 9,2 Milliarden Dollar an, nachdem zuvor 8,9 Milliarden Dollar erwartet worden waren.
Gute Geschäfte mit Videospielen und Filmen haben dem japanischen Unterhaltungskonzern Sony ein glänzendes Quartal beschert. Der Betriebsgewinn kletterte im zweiten Quartal um 45 Prozent auf 622,3 Milliarden Yen (rund 3,51 Milliarden Euro), wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Maßgeblich trug dazu der Kino-Hit „Spider-Man: Brand New Day“ bei. Sony übertraf die Erwartungen der Analysten und hob seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um neun Prozent an. Auch für die Sparten mit Bildsensoren für Smartphones und das Musikgeschäft zeigte sich der Konzern optimistischer.
Weitere Fantasie für das Spielegeschäft liefert der mit Spannung erwartete Start von „Grand Theft Auto VI“ am 19. November. Gleichzeitig kämpft der PlayStation-Hersteller allerdings wie die gesamte Branche mit höheren Preisen für Speicherchips, die durch den KI-Boom angeheizt werden. Sony hatte bereits im Juli mitgeteilt, sich die für das geplante Verkaufsvolumen in diesem Jahr benötigte Menge an Speicherchips gesichert zu haben. Im zweiten Quartal verkaufte Sony 2,6 Millionen Einheiten der PlayStation 5, verglichen mit vier Millionen im Vorjahreszeitraum.
Der Faserhersteller Lenzing hat in den ersten neun Monaten trotz eines schwierigen Marktumfelds sein operatives Ergebnis stabil gehalten und die Profitabilität verbessert. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) lag mit 353 Millionen Euro praktisch auf Vorjahresniveau von 352,7 Millionen Euro, wie das österreichische Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sank um 2,3 Prozent auf 1,93 Milliarden Euro. Ausschlaggebend waren vor allem geringere Verkaufsmengen infolge des gezielten Rückzugs aus margenschwachen Standardfasern sowie niedrigere Zellstoffpreise. Die bereinigte Ebitda-Marge stieg auf 18,3 Prozent von 17,9 Prozent.
Für das Gesamtjahr 2026 stellte Lenzing ein bereinigtes Ebitda von 430 bis 460 Millionen Euro in Aussicht, nach 425,6 Millionen im Vorjahr. Mittelfristig will Lenzing wieder beim Umsatz wachsen, das Ebitda um 150 Millionen Euro steigern und eine operative Marge von 20 bis 25 Prozent erreichen.
Bei der Optikerkette Fielmann laufen die Geschäfte dank günstiger Preise und vieler neuer Läden immer besser. Der Konzernumsatz sei im dritten Quartal um 5,1 Prozent auf 649 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Während das Geschäft im wichtigen deutschen Heimatmarkt mit einem Plus von 4,2 Prozent spürbar anzog, wuchsen die internationalen Märkte mit 5,9 Prozent noch stärker. Dabei zahlt sich die Strategie des Unternehmens gleich doppelt aus.
Für das Gesamtjahr plant Fielmann, das Expansionstempo im Vergleich zum Vorjahr zu vervierfachen. Trotz der Investitionen in den Ausbau des Filialnetzes blieb die Ertragskraft in den ersten neun Monaten hoch. Die bereinigte Ebitda-Marge lag bei 23,4 Prozent. Auch das stark wachsende Geschäft mit Hörgeräten lieferte einen wichtigen Beitrag.
Der Vorstand bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr und peilt demnach einen Konzernumsatz zwischen 2,5 und 2,55 Milliarden Euro an. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) soll zwischen 22 und 23 Prozent liegen.
Der Leiterplatten- und IC-Substrathersteller AT&S hat dank der starken Nachfrage nach KI-bezogenen Anwendungen einen Rekordumsatz erzielt und seinen Ausblick bestätigt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026/27 um 52 Prozent auf 682 Millionen Euro und erreichte damit den höchsten Quartalswert in der Unternehmensgeschichte, teilte das österreichische Unternehmen am Donnerstag mit.
Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg auf 244 Millionen Euro und lag damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Die Ebitda-Marge verbesserte sich um knapp 13 Prozentpunkte auf 35,8 Prozent. Unter dem Strich verdiente AT&S im Quartal 125 Millionen Euro nach einem Verlust von acht Millionen Euro.
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re sieht sich trotz eines Rückgangs des Quartalsgewinns auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen. Der Nettogewinn sank um 6,5 Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das übertraf aber die Schätzungen der Analysten, die laut einem vom Unternehmen erhobenen Konsens mit 1,15 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
In der wichtigsten Sparte, der Schaden- und Unfallrückversicherung, sank der Gewinn in den ersten neun Monaten um sechs Prozent infolge eines wettbewerbsintensiven Marktumfelds. Die Kapitalanlagerendite (ROI) lag bei 4,0 Prozent und damit leicht über den Analystenschätzungen von 3,9 Prozent. Von den Großschäden von insgesamt 941 Millionen Dollar waren 640 Millionen Dollar auf Naturkatastrophen zurückzuführen. Auf das dritte Quartal entfiel mit 624 Millionen Dollar der größte Teil der Kosten. Swiss Re bestätigte das Ziel eines Konzerngewinns von 4,5 Milliarden Dollar im Gesamtjahr.
Der Panzergetriebehersteller Renk hat im dritten Quartal dank der Aufrüstung in Europa spürbar mehr Aufträge erhalten. So schwollen die Bestellungen um fast 45 Prozent auf 469 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Donnerstag in Augsburg mitteilte. Der Auftragsbestand erreichte Ende September 7,6 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im Quartal um gut 12 Prozent auf 345 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs um mehr als 17 Prozent auf 61 Millionen Euro.
Mit Umsatz und Ergebnis schnitt Renk wie von Analysten erwartet ab. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn in den ersten neun Monaten auf 55,1 Millionen Euro und betrug damit mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Unternehmensschef Alexander Sagel bestätigte die Jahresprognose.
Eine schwache Nachfrage hat Hellofresh einen erneuten Umsatzrückgang eingebrockt. Dank geringerer Marketingausgaben sei das operative Ergebnis dagegen um 26,3 Prozent auf 50,9 Millionen Euro gestiegen, teilte der Essenslieferant am Donnerstag mit. Sein Unternehmen konzentriere sich aktuell darauf, in der Sparte Kochboxen die zweistellige Gewinnmarge zu halten und im Bereich Fertiggerichte operativ in die schwarzen Zahlen zurückzukehren, sagte Firmenchef und Mitgründer Dominik Richter. Es sei verfrüht, das Wachstum wieder zu forcieren.
Im dritten Quartal schrumpfte der Umsatz währungsbereinigt um 11,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Bestellwert stieg dagegen um 7,5 Prozent auf 70,50 Euro. Unter anderem wegen der um rund ein Viertel gekürzten Marketingausgaben verbesserte die Sparte Kochboxen ihre Umsatzrendite um mehr als einen Prozentpunkt auf 10,7 Prozent. Der Bereich Fertiggerichte verzeichnete einen operativen Mini-Gewinn von 200.000 Euro.
Dank einer anziehenden Stahlnachfrage in Europa hat der Branchenriese ArcelorMittal im dritten Quartal ein kräftiges operatives Gewinnplus eingefahren. Das operative Ergebnis (Ebitda) kletterte im Jahresvergleich um 34 Prozent auf 2,02 Milliarden Dollar, wie der weltweit zweitgrößte Stahlhersteller am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 1,96 Milliarden Dollar gerechnet.
Vor allem auf dem europäischen Markt verzeichnete der Konzern entgegen dem üblichen saisonalen Trend einen Anstieg der Auslieferungen von Flachstahl. Dies sei auf die ersten positiven Auswirkungen der verschärften EU-Handelsmaßnahmen zurückzuführen. Der Umsatz stieg um gut fünf Prozent auf 16,5 Milliarden Dollar.
Gegenwind gab es im abgelaufenen Vierteljahr jedoch von höheren Energiekosten in Europa sowie wetterbedingten Einschränkungen und niedrigeren Preisen im Bergbaugeschäft. Unter dem Strich verbuchte ArcelorMittal im dritten Quartal einen Nettoverlust von 391 Millionen Dollar. Grund dafür waren Abschreibungen und Sonderbelastungen von insgesamt rund 1,1 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der vorübergehenden Schließung des Werks im ukrainischen Krywyj Rih. Bereinigt um diese Effekte stieg der Nettogewinn auf 868 Millionen Dollar.
Der Schweizer Telekomkonzern Swisscom hat nach einem Gewinnplus in den ersten neun Monaten seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Das operative Ergebnis (EbitdaaL) sei bis September um 1,5 Prozent auf 3,83 Milliarden Franken gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Der operative freie Cashflow sei um 11,5 Prozent auf 1,79 Milliarden Franken geklettert. Der Umsatz sei hingegen um 2,1 Prozent auf 10,94 Milliarden Franken geschrumpft, wobei es bei den Telekomdienstleistungen in der Schweiz und in Italien eine positive Dynamik gegeben habe. Für das Gesamtjahr erwarte Swisscom weiterhin einen steigenden EbitdaaL und operativen freien Cashflow.
Der Motorenbauer Deutz hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich zugelegt und will mit dem größten Zukauf in der Unternehmensgeschichte sein Wachstum insbesondere im Rüstungsgeschäft vorantreiben. Der Auftragseingang sei um gut 30 Prozent auf rund 1,96 Milliarden Euro geklettert, teilten die Kölner am Donnerstag mit. Das bereinigte Ergebnis sei auf 118 Millionen Euro gestiegen, ein Plus von rund 36 Prozent.
Die bereinigte Ebit-Rendite habe Deutz auf 7,1 Prozent von 5,8 Prozent verbessert. Sie solle im Gesamtjahr nun am oberen Ende der erwarteten Bandbreite von 6,5 bis 8,0 Prozent landen.
Der Windanlagenbauer Nordex hat nach einem starken dritten Quartal seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Das operative Ergebnis (Ebitda) habe sich im abgelaufenen Vierteljahr auf 278 Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Konzerngewinn verdreifachte sich nahezu auf 147 Millionen Euro.
Der Umsatz stieg um gut 28 Prozent auf rund 2,2 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Vorstand nun eine operative Marge (Ebitda-Marge) von 11,5 bis 12,5 Prozent an. Bisher war das Ziel 8,0 bis 11,0 Prozent gewesen.
Toyota hat dank einer robusten Nachfrage nach Hybridfahrzeugen und des schwachen Yen den ersten Gewinnanstieg seit sechs Quartalen verbucht und die Jahresprognose angehoben. Der weltgrößte Autobauer erwartet für das im März endende Geschäftsjahr nun einen Betriebsgewinn von 3,9 Billionen Yen (rund 24,6 Milliarden Dollar), 15 Prozent mehr als bisher und 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, stieg der operative Gewinn von Juli bis September um ein Drittel auf 1,13 Billionen Yen. Damit übertraf Toyota die Erwartungen von Analysten deutlich, die nach Daten von LSEG im Schnitt mit 992 Milliarden Yen gerechnet hatten.
An der Börse in Tokio stiegen die Toyota-Aktien im Nachmittagshandel um mehr als 14 Prozent. Dies war der größte Tagesgewinn für die Papiere seit 2008.
Die Commerzbank bleibt auch nach dem dritten Quartal auf Kurs Richtung Rekordgewinn. 859 Millionen Euro unter dem Strich stehen für den Zeitraum Juli bis September 2026 in der Zwischenbilanz, wie Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank in Frankfurt mitteilte. Das waren gut 45 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
In den ersten neun Monaten steigerte der Dax-Konzern den Überschuss ebenfalls um mehr als 40 Prozent auf rund 2,7 Milliarden Euro. Das ist das beste Ergebnis für diesen Zeitraum in der Konzerngeschichte. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand weiterhin einen Rekordgewinn von mindestens 3,4 Milliarden Euro an.
Der Zulieferer Aumovio hat wegen der Krise in der Autoindustrie im dritten Quartal deutlich weniger verdient. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) sank von Juli bis September gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,5 Prozent auf 137 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte um zwölf Prozent auf vier Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
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