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Gewinnverlagerung: Apple spart offenbar 2,7 Milliarden Dollar Steuern in Singapur
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Handelsblatt1 hour agoBusiness2 min readGermanyView translation

Gewinnverlagerung: Apple spart offenbar 2,7 Milliarden Dollar Steuern in Singapur

Laut einem Bericht der „Financial Times“ nutzte der US-Konzern Steueranreize im Stadtstaat und in Irland, um Milliarden an Steuern einzusparen.

Quick Look

Apple hat seine Steuerlast laut „Financial Times“ durch Gewinnverlagerungen über Singapur und Irland um über fünf Milliarden Dollar gesenkt.

AI-generated summary

Why It Matters

Apple nutzte bereits in der Vergangenheit Steuervorteile, die 2016 zu einer EU-Beihilfeuntersuchung und Nachzahlungen in Irland führten.

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Düsseldorf. Apple hat seine Steuerlast in diesem Jahr um 2,7 Milliarden Dollar gesenkt, indem der Konzern Gewinne über Singapur verbucht. Das berichtet die „Financial Times“ (FT) unter Berufung auf Zahlen, die Apple diese Woche gemeinsam mit seinem Jahresbericht vorlegte. Demnach nutzte das Unternehmen Steueranreize des Stadtstaats.

Der US-Technologiekonzern rechnete dem Bericht zufolge 2026 Gewinne von bis zu 50 Milliarden Dollar über sein asiatisches Zentrum ab. In Irland, wo Apple seinen europäischen Hauptsitz unterhält, sparte das Unternehmen 2,6 Milliarden Dollar ein. Insgesamt umging der iPhone-Hersteller damit laut FT also gut fünf Milliarden Dollar Steuern. Hätte Apple in diesem Jahr seine weltweiten Gewinne zum US-Bundessteuersatz von 21 Prozent besteuert, wären etwa 33 Milliarden Dollar angefallen.

Die größte singapurische Tochtergesellschaft von Apple ist ein Vertriebs- und Marketingzentrum, das Produkte und Dienstleistungen an Apple-Unternehmen im Ausland verkauft und „geistiges Eigentum entwickelt“, wie aus den Jahresabschlüssen demnach hervorgeht.

Über seine beiden wichtigsten singapurischen Niederlassungen hinweg erwirtschaftete Apple im Jahr 2024 einen Vorsteuergewinn von etwa neun Millionen Dollar pro Mitarbeiter, heißt es bei der FT. Die Gewinne pro Kopf in Singapur sind damit deutlich höher als in anderen Ländern, in denen Apple Standorte unterhält.

Möglich macht die Gewinnverschiebung für Apple unter anderem sogenanntes Profit Shifting: Multinationale Unternehmen können Gewinne innerhalb ihrer Unternehmensstruktur in Länder verschieben, in denen die Steuerbelastung niedriger ist. Durch diese Verlagerung weist der Konzern in den Ländern, in denen er produziert oder verkauft, einen geringeren Gewinn aus – und zahlt dort entsprechend weniger Steuern.

Die gängigste Methode zur Gewinnverlagerung besteht darin, dass ein multinationaler Konzern eine Tochtergesellschaft in einem Niedrigsteuerland nutzt, um anderen Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern Kosten in Rechnung zu stellen. Für Technologieunternehmen ist es mit der Verschiebung von Software-Lizenzen in Niedrigsteuerländer häufig noch leichter, ihre Steuerlast in den Ländern mit den meisten Kunden zu verringern.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) versucht seit Jahren, Steuervermeidung zu verhindern. Das führte im Oktober 2021 zu einer wegweisenden Steuerreform in 136 OECD-Staaten, die einen effektiven Mindestkörperschaftssteuersatz von 15 Prozent für große multinationale Unternehmen vorsah. Auch Irland und Singapur schlossen sich den Bemühungen der OECD gegen Steuervermeidung an.

Singapur hat die OECD-Regeln für Geschäftsjahre ab 2025 eingeführt. Eine Gewerbesteuer gibt es dort nicht. Der offizielle Körperschaftsteuersatz beträgt in Singapur 17 Prozent und liegt damit über dem globalen Mindeststeuersatz. Unternehmen können aber Anreize aushandeln, die den Körperschaftsteuersatz reduzieren.

Neue US-Bundesrechnungslegungsvorschriften verpflichten Apple dazu, ihre Besteuerung in Singapur offenzulegen. Den Veröffentlichungen von Apple zufolge profitiert das Unternehmen von Vereinbarungen, die den Körperschaftsteuersatz senken. Die FT berichtet, der effektive Steuersatz von Apple in Singapur habe von 2023 bis 2025 bei etwa zehn Prozent gelegen.

Apple geriet wegen der Nutzung von Offshore-Zentren zur Steuersenkung schon einmal in die Kritik. Das Unternehmen musste nach einer aufsehenerregenden EU-Beihilfeuntersuchung im Jahr 2016, die illegale Steuervorteile in Irland aufdeckte, mehr als 13 Milliarden Euro an Steuern zuzüglich Zinsen nachzahlen.

Open Questions

  • Wie werden US-Behörden auf die Offenlegung reagieren?
  • Werden sich die Steuervorteile in Singapur durch globale Mindeststeuern langfristig ändern?

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This article was originally published by Handelsblatt.

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