Golden Shop verhüllt Fassade mit Zitaten von Kulturstaatsminister Weimer
Quick Look
- Ein Geschäft in Berlin hat seine Fassade mit Zitaten des Kulturstaatsministers Weimer verhüllt, nachdem dieser die Inhaberinnen des Extremismus bezichtigte.
- Die Geschäftsführerin wählte milde Verse aus Weimers Lyrik und Schriften.
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Why It Matters
Der Golden Shop verhüllte seine Fassade mit Zitaten des Kulturstaatsministers Axel Weimer, nachdem dieser die Inhaberinnen des Extremismus bezichtigte. Die Geschäftsführerin wählte milde Verse aus Weimers Lyrik und Schriften.
Dass dieser Spruch einen antifaschistischen Hintergrund hat und außerdem vom Bundesverfassungsgericht für grundgesetzkonform befunden wurde, machte für die Wächter des guten politischen Geschmacks keinen Unterschied.
Nun hat der Golden Shop den Spieß umgedreht. Am Wochenende hat der Laden seine eigene Fassade verhüllt. Hinter einem Banner, das eine Replik der gelben Fassade zeigt, nur dass sie diesmal statt mit linken Slogans mit ausgewählten Bonmots des Kulturstaatsministers bemalt ist.
Die Geschäftsführerin des Ladens, Ausma Zvidrina, berichtet, sie habe dafür drei einschlägige Werke Weimers durchgearbeitet: „Das Konservative Manifest“, „Sehnsucht nach Gott“ und natürlich Weimers Debüt, den Lyrikband „Kopfpilz“, den Weimer 1986 mit Anfang 20 im Selbstverlag publizierte. Aus diesem Heftchen stammt der nun hüfthoch an der Fassade zu lesende Vers: „Morgen, Rentner, wird’s was geben / morgen kommt der Sensenmann. / Morgen, Rentner, stirbt das Leben, /Morgen, Alter, bist Du dran.“
Weimer hat die Inhaberinnen der Läden des Extremismus bezichtigt, was ihm ein Gericht inzwischen untersagt hat. Doch die außergerichtliche Rache der Geschäftsführerin Zvidrina ist äußerst milde ausgefallen. Statt des vergleichsweise braven Rentnergedichts hätte sie sich auch für eines entscheiden können, wo Eiterbeulen platzen, Brüder gefressen oder Säuglinge „ersäuft“ werden. Lediglich die beunruhigenden Worte „Fleischreiben“ und „Lieberschleim“ haben noch auf die Fassade gefunden.
Auch sonst fehlen die harten Weimer-Dicta hier, die sofort nach seinem Ruf nach Berlin die Runde machten: die Sorge um die unsichere „Fortdauer des eigenen Bluts“ oder die „biologische Selbstaufgabe“ Europas. Stattdessen hat Zvidrina eher pompös klingende Null-Sätze herausgesucht: „Die biologische Verschiedenheit zwischen Mann und Frau ist dem Religiösen keine Frage individueller Wahlfreiheit“.
Open Questions
- Wie wird Weimer auf die Aktion reagieren?
- Gibt es weitere rechtliche Schritte?




