
Nach zahlreichen Waldbränden durch Fahrlässigkeit rüstet Griechenland archäologische Stätten mit moderner Überwachungstechnik aus.
Nach 308 Festnahmen wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung in Griechenland seit Jahresbeginn reagiert das Land mit einem neuen Feuermeldesystem für 22 historische Stätten, um die Reaktionszeiten bei Waldbränden zu verkürzen.
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Griechenland leidet unter extremer Hitze und Trockenheit, was die Waldbrandgefahr massiv erhöht. Das Zivilschutzprogramm 'Aigis' wird durch EU-Mittel finanziert.
Immer wieder sorgen Fälle wie dieser für Kopfschütteln: Vergangene Woche brach nach Angaben der Feuerwehr auf der griechischen Insel Kreta ein Brand aus, nachdem ein Urlauber nicht weit entfernt vom Wald mit Holzkohle gegrillt hatte. Laut Medienberichten sagte er den Behörden: Er habe nicht gewusst, dass Grillen im Freien bei starkem Wind und trockenen Bedingungen verboten sei.
Das Beispiel von Kreta ist kein Einzelfall. Seit Jahresbeginn sind wegen fahrlässig oder vorsätzlich verursachter Brände 308 Menschen in Griechenland festgenommen worden. Es gehe um 272 Fälle von Fahrlässigkeit und 36 von Vorsatz, sagte Feuerwehrsprecher Giorgos Artopoios im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ERT.
Nach Angaben des Zivilschutzes steigt wegen der Trockenheit und starker Winde derzeit wieder die Brandgefahr. Gleichzeitig wird es sehr heiß: In den kommenden Tagen werden in weiten Teilen Griechenlands Temperaturen von mehr als 40 Grad erwartet. Die extreme Hitze soll bis Mitte kommender Woche anhalten. Die Bedingungen sorgen dafür, dass sich Feuer schnell ausbreiten.
Brandmeldesystem für historische Stätten
Um seine historischen Stätten vor Waldbränden zu schützen, stattet Griechenland diese nun mit einem modernen Feuermeldesystem aus. Der neue Mechanismus sei bereits unter Realbedingungen erfolgreich am Fuße der Akropolis von Mykene auf der Halbinsel Peloponnes getestet worden, erklärte das Kulturministerium. Insgesamt soll das System an 22 historischen Stätten installiert werden.
Die Anlagen verfügen über optische und Wärmebildkameras, teilweise mit einem Rundumblick von 360 Grad. Schwenk- und neigbare Kameras ermöglichen eine gezielte Überwachung verdächtiger Bereiche. An ausgewählten Standorten sollen zudem mobile Löschkanonen eine erste Brandbekämpfung ermöglichen.
Bei einem Test an der Akropolis von Mykene am 31. Juli sei ein Feuer schnell erkannt worden, erklärte das Ministerium weiter. Bis Ende August sollen sechs neue Systeme in Betrieb genommen werden, unter anderem an der Akropolis in Athen, am Nestor-Palast und im Kloster Hosios Lukas. Acht weitere folgen im September.
Das Projekt ist Teil des griechischen Zivilschutzprogramms "Aigis" und wird aus Mitteln des EU-Aufbau- und Resilienzfonds finanziert. Ziel ist es, Brände an besonders wertvollen Kultur- und Naturstätten möglichst früh zu erkennen und dadurch die Reaktionszeit der Einsatzkräfte zu verkürzen.
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Inbetriebnahme von sechs neuen Brandmeldesystemen bis Ende August.
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