Griechische Saison-Feuerwehrleute protestieren für feste Arbeitsverträge
Quick Look
- In Athen protestieren mehrere Hundert griechische Saison-Feuerwehrleute vor dem Parlament für feste Arbeitsverträge.
- Sie kritisieren die saisonale Beschäftigung ohne soziale Absicherung und die geplante Altersbegrenzung von 30 Jahren für Neueinstellungen, die erfahrene Kräfte wie den 45-jährigen Gewerkschaftsführer Giorgos Tzelepis ausschließt.
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Why It Matters
In Griechenland gibt es kein flächendeckendes Netz von Freiwilligen Feuerwehren, sondern eine zentral gesteuerte nationale Berufsfeuerwehr. Von den rund 9.000 aktiven Feuerwehrleuten haben etwa ein Viertel nur Saisonverträge, die acht Monate pro Jahr gelten und enden, wenn die Brandgefahr abnimmt.
Am Mittag kommen vor dem griechischen Parlament in Athen mehrere Hundert Feuerwehrleute zusammen. Einer von ihnen ist Giorgos Tzelepis. Er ist der Gewerkschaftsvorsitzende der saisonalen Feuerwehrleute und hat zum Protest aufgerufen. Er und seine Kollegen fordern feste Arbeitsverträge. "Sie pressen uns aus wie eine Zitrone und dann sind wir für sie nutzlos. Solange sie uns brauchen, sind wir Helden", sagt Tzelepis. "Wenn die Brände abnehmen, dann werfen sie uns weg."
Das Feuerwehrsystem in Griechenland unterscheidet sich stark vom deutschen. Ein flächendeckendes Netz von Freiwilligen Feuerwehren existiert nicht. Es gibt eine zentral gesteuerte nationale Berufsfeuerwehr. Von den rund 9.000 griechischen Feuerwehrleuten, die bei der Brandbekämpfung aktiv im Einsatz sind, haben circa ein Viertel nur Saisonverträge. Das heißt, sie werden acht Monate pro Jahr eingestellt und der Vertrag endet, wenn die Brandgefahr abnimmt.
Wachsende Angst vor Arbeitslosigkeit
Feuerwehrfrau Georgia ist auch zur Demo gekommen. Sie liebt zwar den Job, erzählt sie, aber hasst das unsichere Beschäftigungsverhältnis. "Jedes Jahr habe ich Stress, ob sie mich wieder nehmen. Das nimmt mich psychisch mit", sagt sie. Ihr Kollege Drosos fügt hinzu: "Das Problem ist, dass, wenn wir verletzt werden, kann es sein, dass wir im nächsten Jahr nicht wieder eingestellt werden." Dafür gebe es keine gesetzliche Absicherung.
Dabei könnte man die Feuerwehrleute außerhalb der Brandsaison auch gut brauchen. Zum Beispiel für kontrolliertes Abbrennen von Schutzkorridoren, um künftigen Bränden keine Nahrung zu geben, fügt Gewerkschaftsführer Tzelepis hinzu. Es sei paradox, dass die Feuerwehrleute nicht für die Prävention von Waldbränden eingestellt werden. "Für drei Monate bekommen wir ein Arbeitslosengeld von 600 Euro netto und im vierten Monat gar kein Geld", sagt er.
Neue Altersbegrenzung schafft zusätzliche Sorgen
Was den Konflikt nun zusätzlich anheizt, ist die Ankündigung der Regierung, dass viele neue Feuerwehrleute eingestellt werden sollen - aber mit einer Altersbegrenzung von 30 Jahren bei der Bewerbung. Die Regierung begründet den Schritt damit, dass das Durchschnittsalter bei der griechischen Feuerwehr insgesamt sehr hoch sei. Viele saisonale Kräfte, wie der 45-jährige Gewerkschaftsführer Giorgos Tzelepis, haben damit keine Chance auf neue Verträge.
Das macht auch den festangestellten Feuerwehrleuten Sorgen. Einige zeigen sich solidarisch, wie Akis Bardakis. Der Vorsitzende des Panhellenischen Verbandes der Feuerwehrleute und Forstkommandos ist ebenfalls zur Demonstration gekommen. Er fürchtet, dass durch die neue Regelung viel Erfahrung verloren gehen wird. "Ein neuer Bewerber, der jung ist, 20 oder 21 Jahre alt ist, ist gut, aber gleichzeitig ist er total unerfahren."
Ob die Demonstration den saisonalen Feuerwehrleuten geholfen hat? Unklar. Einige Regierungsvertreter nehmen den Forderungskatalog der Feuerwehrleute zwar entgegen. Ein offizielles Statement gibt es am Montag aber nicht. Doch die Feuerwehrleute dauerhaft zu ignorieren, dürfte für die griechische Regierung schwierig werden. Dafür ist ihr Job zu wichtig.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die griechische Regierung wird ein offizielles Statement zu den Forderungen der Feuerwehrleute abgeben.
Likely · Within days
Open Questions
- Wird die Regierung auf die Forderungen nach festen Arbeitsverträgen eingehen?
- Wie wird die Altersbegrenzung von 30 Jahren konkret umgesetzt?
- Gibt es alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für Feuerwehrleute außerhalb der Brandsaison?




