Bahngewerkschaft EVG droht mit Streiks wegen Angriffen auf Zugpersonal
Die Gewerkschaft fordert härtere Strafen für Angriffe auf Zugbegleiter und droht bei Untätigkeit der Politik mit Arbeitskampfmaßnahmen im Januar.
Quick Look
- Die Bahngewerkschaft EVG droht mit bundesweiten Streiks im Januar, falls die Bundesregierung keine härteren Strafen für Angriffe auf Zugbegleiter gesetzlich verankert.
- Hintergrund ist der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters im Februar.
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Why It Matters
Im Februar wurde der Zugbegleiter Serkan Çalar während seines Dienstes von einem Fahrgast getötet. Die Gewerkschaft fordert seitdem härtere Strafen für Angriffe auf Personal.
Die Arbeit der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter ist alles andere als einfach. Längst müssen sie nicht mehr nur genervte Passagiere über Verspätungen aufklären – oder darüber, dass der Anschlusszug mal wieder nicht warten konnte. Immer öfter kommt es zu verbalen Entgleisungen oder sogar körperlichen Attacken der Reisenden. Die Bahngewerkschaft EVG verschärft nun den Ton.
Sie hat mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar gedroht, sollte die Bundesregierung das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter nicht bald verschärfen. »Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm«, sagte der Gewerkschaftschef Martin Burkert der »Bild am Sonntag«.
»Ein Zugbegleiter wurde vor einem halben Jahr im Dienst getötet, und seitens der Politik gab es betroffene Gesichter und große Worte, aber keine Taten. Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung, die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben«, so Burkert. »Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht.«
Anfang Februar war der Zugbegleiter Serkan Çalar in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt worden. Der Fahrgast wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte vor Kurzem betont: »Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr.« Bilger kündigte Gespräche in der Regierung an, um auch bei Angriffen gegen Zugbegleiter zu höheren Strafmaßen zu kommen wie schon für Rettungskräfte.
Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, sagte der »Bild am Sonntag«: »Statistisch gesehen werden jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt. Wenn das Gesetz weiter Staub im Ministerium ansetzt, verweigern wir als Betriebsräte die Zustimmung zu den Dienstplänen. Der Politikstillstand wird dann zum Zugstillstand.«
Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte der Zeitung auf Anfrage, der Gesetzentwurf befinde sich noch in der regierungsinternen Abstimmung. »Unser Ziel ist es, dass der Bundestag den Gesetzentwurf noch in diesem Jahr beraten und gegebenenfalls beschließen kann«, sagte der Sprecher demnach. Ob Zugbegleiter in den Gesetzentwurf aufgenommen werden, ließ der Ministeriumssprecher laut »Bild am Sonntag« offen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Streiks im Regionalverkehr ab Januar bei ausbleibender Gesetzesänderung.
Likely · Within weeks
Open Questions
- Wird das Justizministerium Zugbegleiter in den Gesetzentwurf aufnehmen?
- Wann genau wird der Gesetzentwurf dem Bundestag vorgelegt?






