
Der DGB-Ausbildungsreport zeigt eine sinkende Zufriedenheit und zunehmende psychische Belastung bei jungen Menschen in der Ausbildung.
AI-generated summary
Der Ausbildungsreport ist eine jährliche Erhebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zur Qualität der Berufsausbildung. Die aktuelle Erhebung basiert auf einer Umfrage unter 13.227 Auszubildenden.
Junge Menschen fühlen sich in ihren Ausbildungen zunehmend unter Druck gesetzt. Das wirkt sich auf ihre mentale Gesundheit aus. Die Zufriedenheit erreicht im Ausbildungsreport des DGB den schlechtesten Wert seit Beginn der Erhebung.
Jeder zweite junge Mensch in Ausbildung fühlt sich psychisch belastet. Dies geht aus einer Umfrage unter gut 13.000 jungen Leuten für den Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds hervor. Gründe sind demnach Leistungs-, Zeit- und Verantwortungsdruck sowie Personalmangel im Ausbildungsbetrieb. Jeweils rund ein Fünftel der Befragten nennt einen der Faktoren.
Hinzu kommen private Aspekte: 49,9 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben an, ihre finanzielle Situation belaste sie. 35 Prozent nennen ihre Wohnsituation. 65,3 Prozent sagen, sie könnten von ihrer Vergütung weniger gut oder gar nicht selbstständig leben. Fast ein Drittel bekommt Geld von den Eltern, etwa jeder Achte hat neben der Ausbildung noch einen Nebenjob.
Der Ausbildungsreport ist eine jährliche Erhebung des DGB. Die 13.227 Auszubildenden aus 25 besonders häufigen Ausbildungsberufen wurden innerhalb von 12 Monaten bis Mai 2026 befragt. Die Fragen zur mentalen Gesundheit sind in diesem Jahr Schwerpunkt. Daneben fragt der Report regelmäßig nach der Zufriedenheit der jungen Leute mit ihrer Lehrstelle.
Das Ergebnis 2026: Die Werte seien eingebrochen, meldet der Gewerkschaftsbund. "Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Auszubildenden, die mit ihrer Ausbildung 'zufrieden' oder sogar 'sehr zufrieden' sind, um 5,9 Prozentpunkte zurückgegangen und erreicht mit 65,7 Prozent den niedrigsten jemals im Rahmen des Ausbildungsreports ermittelten Wert", heißt es in der Studie.
Am zufriedensten äußern sich Azubis bei Versicherungen, Industriemechaniker, Verwaltungsfachangestellte, Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik. Die geringste Zufriedenheit äußern Azubis bei Friseuren, Malern, Tischlern, Automobilkaufleuten und Hotelfachleuten.
Angespannter Lehrstellenmarkt
Der DGB sieht dahinter Mängel in der Ausbildungsqualität. 35,4 Prozent der Auszubildenden müssten regelmäßig Überstunden machen, 3,1 Prozentpunkte mehr als im Jahr vorher. Auch sei der Anteil der Auszubildenden gestiegen, die nach eigenen Angaben immer oder häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten leisten müssen. Mit 16,3 Prozent sei ein neuer Höchststand erreicht - ein Plus von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. 8,9 Prozent hätten keinen für sie zuständigen Ausbilder, weitere 11,6 Prozent gäben an, ihr Ausbilder sei selten oder nie für sie da.
Etwa ein Fünftel der jungen Leute lernt einen Beruf, der eigentlich nicht geplant war. 8,4 Prozent nennen ihren Lehrberuf eine "Notlösung" - bei den jungen Frauen sind es sogar 9,2 Prozent. Junge Leute im Wunschberuf sind zu 78,6 Prozent mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Bei denen in einer "Notlösung" sind es hingegen nur 29 Prozent. Hier sei die Gefahr eines Abbruchs besonders groß, berichtet der DGB.
Hintergrund der Zahlen ist ein zunehmend angespannter Lehrstellenmarkt. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2025 lag laut Ausbildungsreport mit rund 476.000 2,1 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, während die Nachfrage junger Menschen um 0,7 Prozent stieg. 19,9 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber suchten erfolglos. Insgesamt hätten 2,76 Millionen junge Leute zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss, berichtet der DGB weiter.
Im Tarifstreit zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft VC sollen die ehemaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und Roland Koch als Schlichter fungieren. Ziel ist die Beilegung offener Tariffragen und die Mediation übergreifender Themen.

Die Gewerkschaft Ver.di plant eine Ausweitung der Streiks im Einzelhandel, da die Tarifverhandlungen seit April feststecken. Gefordert werden sieben Prozent mehr Lohn. Betroffen könnten insbesondere Rewe- und Edeka-Märkte sein, während Discounter wie Aldi und Lidl weniger im Fokus stehen.

Nach massiven Warnstreiks in deutschen Nordseehäfen, darunter Hamburg, wurden die Arbeitsniederlegungen beendet. Die Gewerkschaft ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Lohn für 11.000 Beschäftigte. Neue Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband ZDS sind für nächste Woche geplant.

Die Gewerkschaft Verdi hat für sechs deutsche Seehäfen, darunter Hamburg und Bremerhaven, 24-stündige Warnstreiks angekündigt. Grund ist der festgefahrene Tarifstreit um höhere Stundenlöhne für rund 11.000 Beschäftigte.

Nach dem Zurückweisen des Arbeitgeberangebots hat die Gewerkschaft ver.di Hafenbeschäftigte in Hamburg, Bremerhaven, Bremen, Wilhelmshaven, Emden und Brake zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Im Hamburger Hafen demonstrierten über 2.000 Beschäftigte.
Die Gewerkschaft ver.di ruft rund 5300 feste und freie NDR-Mitarbeiter in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu einem Warnstreik auf. Gefordert werden sieben Prozent mehr Geld oder mindestens 300 Euro monatlich.