Großbrand im Hohen Venn eingekreist: Lage bleibt kompliziert
Feuerwehrkräfte haben den riesigen Waldbrand im Hohen Venn an der Grenze zu Deutschland eingekreist. Evakuierungen wurden vorerst aufgehoben.
Quick Look
- Der massive Waldbrand im belgischen Hohen Venn ist nach Behördenangaben eingekreist worden und breitet sich nicht weiter nach Deutschland aus.
- Dennoch bleibt die Lage komplex, da Torfbrände noch wochenlang andauern könnten.
- Evakuierte Anwohner in Monschau dürfen zurückkehren.
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Why It Matters
Ein historisch großer Waldbrand wütet auf rund 3.000 Hektar im Hohen Venn in Belgien. Trockenheit und Hitze begünstigen die Ausbreitung im Torfboden.
Der große Brand im Hohen Venn in Belgien ist nach Behördenangaben von Feuerwehrleuten "eingekreist" worden. Die Flammen breiteten sich nicht weiter in Richtung Deutschland aus, sagte der Leiter der Krisenkommunikation der Provinz Lüttich, Tony Hosmans. Die Lage bleibe allerdings "kompliziert", fügte Hosmans hinzu. Der Brand sei an mehreren Stellen wieder aufgeflammt.
Im Tagesverlauf solle das Feuer unter Kontrolle gebracht werden, sagte Hosmans weiter. "Wenn möglich" solle dies mit Unterstützung aus der Luft geschehen. Unter anderem die Bundeswehr hatte am Montag zwei Hubschrauber mit Löschwasserbehältern in das Gebiet geschickt.
Es sei eine "positive Entwicklung vor Ort", teilte auch der Gouverneur der belgischen Provinz Lüttich, Hervé Jamar, mit. Es werde eine Lagebeurteilung durchgeführt, um die im Laufe des Tages eingesetzten Mittel voraussichtlich zu reduzieren, so der Gouverneur. Ob weiterhin Löscheinsätze aus der Luft erforderlich sein werden, müsse noch bestätigt werden.
Hossen auf Regen
"Ziel ist, die Brände zurückzudrängen und die Bereiche, die wir bis jetzt gerettet haben, weiterhin feuerfrei zu halten", sagte Tobias Schell, Feuerwehrsprecher in der deutschen Nachbarstadt Monschau, der Nachrichtenachagentur dpa. Ein Lichtblick sei der Regen, der auch für Mittwoch angesagt sei. "Das spielt uns auf jeden Fall in die Karten."
Das größte Problem sei die nordöstliche Flanke des Feuers, die besonders schwer erreichbar sei. "Das ist unser kritischer Punkt", sagte Schell. Diese Brandlinie sei 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.
Die evakuierten Menschen in Monschau dürfen zumindest vorläufig aufatmen. Die Stadt teilte mit, die Evakuierung von mehreren Straßenzügen im Stadtteil Kalterherberg sei aufgehoben. Die Anwohner dürften mit sofortiger Wirkung in ihre Häuser zurückkehren.
Löscharbeiten könnten Wochen dauern
Mit rund 3.000 Hektar Fläche handelt es sich um einen der größten Waldbrände in der Geschichte Belgiens - ausgerechnet im Hohen Venn, das als einzigartige Hochmoor- und Sumpflandschaft gilt. Die Bekämpfung sei besonders schwierig, wie der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederländischen Fernsehen erläuterte. "Der Boden besteht aus Torf, an der Oberfläche ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten." In der Nacht seien Brände mehrfach wieder aufgeflammt.
Und es kann lange anhalten. Für die unterirdisch glimmenden Torfschichten im trockenen Hochmoor auf belgischem Gebiet prophezeite ein Monschauer Feuerwehrsprecher: "Das wird eine wochenlange Aktion werden."
Belgien leidet in diesem Sommer wie große Teile Europas unter Hitze und Trockenheit. Der vom Menschen verursachte Klimawandel sorgt nach Einschätzung von Wissenschaftlern für längere Hitzewellen und Dürren. Diese trocknen die Vegetation aus und begünstigen so Waldbrände.
What to Watch
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Regenfälle am Mittwoch unterstützen die Löscharbeiten
Likely · Within days
Open Questions
- Wann wird der Brand vollständig gelöscht sein?
- Wie hoch ist der entstandene Schaden?





