Großeinsatz der Polizei am Hambacher Forst wegen Sabotageverdachts
Suche nach 48-jährigem Tatverdächtigen nach versuchten Sabotage-Angriffen auf das deutsche Stromnetz
Quick Look
- Die Polizei fahndet mit einem Großaufgebot am Hambacher Forst nach einem 48-jährigen Mann.
- Er steht im Verdacht, Sabotage-Angriffe auf das Stromnetz in NRW, Brandenburg und Sachsen verübt zu haben.
- In seiner Wohnung wurde Sprengstoff sichergestellt.
AI-generated summary
Why It Matters
Der Hambacher Forst wurde durch den Widerstand gegen den Braunkohletagebau zum Symbol der Energiewende. Nach jahrelangen Protesten und einem Polizeieinsatz 2018 wurde der Wald 2020 durch einen politischen Kompromiss gerettet.
Wegen versuchter Sabotage-Angriffe auf das deutsche Stromnetz sucht die Polizei derzeit mit einem Großaufgebot am Hambacher Forst bei Kerpen westlich von Köln nach dem Tatverdächtigen. Ziel des Einsatzes sei es, den 48-jährigen Mann selbst oder Spuren, die Hinweise auf ihn liefern, zu finden. Das bestätigte ein Sprecher der Kölner Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Laut Beobachtungen eines dpa-Reporters waren bis zu 100 Fahrzeuge der Polizei vor Ort. Der Mann hatte Bekennerschreiben versandt, die auf «Täterwissen» hindeuteten.
Hambacher Forst Symbol für Kampf um Energiewende
Der Hambacher Forst ist ein Waldgebiet westlich von Köln, das zum bundesweiten Symbol für den Kampf um die Energiewende und gegen die Braunkohle-Verstromung wurde. Der Wald liegt am Rand des Braunkohletagebaus Hambach und sollte ursprünglich dem fortschreitenden Tagebau weichen.
Seit 2012 errichteten Umweltschützer und Aktivisten unter dem Motto «Hambi bleibt» Baumhäuser im Wald, um die Rodung für die klimaschädliche Braunkohle-Verstromung zu verhindern und die Bäume vor dem anrückenden Braunkohletagebau zu schützen. Im Herbst 2018 ließ die CDU-geführte Landesregierung den Hambacher Forst in einem der größten Polizeieinsätze der Geschichte Nordrhein-Westfalens mit Verweis auf den Brandschutz räumen.
Nach langem Rechtsstreit kam es Anfang 2020 zur endgültigen Rettung des Waldes durch einen Kompromiss zwischen Bund, Ländern und Energiekonzernen. Die Abbruchkante des Tagebaus endet seitdem kurz vor dem Waldsaum.
Tagelange Suche mit Fahndungsfotos
Wegen der Sabotageaktionen wird seit Tagen nach dem 48 Jahre alten Tatverdächtigen gesucht. Die Ermittler hatten am Samstag einen Fahndungsaufruf mit zwei Fotos des Verdächtigen aus Gevelsberg im südlichen Ruhrgebiet veröffentlicht. Inzwischen wird auch nach einem Fahrrad gefahndet, das er möglicherweise benutzt hat.
Die versuchten Sabotage-Akte konzentrierten sich auf Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und zuletzt Sachsen. In allen drei Bundesländern wird noch Braunkohle abgebaut und verstromt. Am Freitag hatten Beamte in der Gevelsberger Wohnung des Tatverdächtigen Sprengstoff gefunden. Später stürmte ein Spezialeinsatzkommando in Niederzier am Tagebau Hambach einen Lastwagen, der anscheinend zu einem Wohnmobil umgebaut worden war. Der Gesuchte wurde aber nicht vorgefunden.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Fortsetzung der polizeilichen Fahndung nach dem 48-Jährigen.
Very likely · Within days
Open Questions
- Wo hält sich der Tatverdächtige aktuell auf?
- Welche konkreten Ziele verfolgte der Täter mit den Sabotageakten?

