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Der Hackerangriff auf das Datennetz der Berliner Verwaltung wurde am 14. August bekannt. Es gibt bisher keine offiziellen Angaben darüber, wer hinter der Attacke steckt oder welche Daten genau betroffen sind.
An den bei dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung erbeuteten Daten könnten unterschiedlichste Kriminelle Interesse haben. Das gelte etwa für Passwörter, die bei der Mitte August bekanntgewordenen Cyberattacke möglicherweise abgeflossen seien, sagte der IT-Administrator Joachim Selzer der Deutschen Presse-Agentur.
Den Hackern selbst gehe es um Erpressung. «Die Drohung ist im Moment, dass sie die Daten wie zum Beispiel Passwörter auf dem Schwarzmarkt verkaufen», sagte Selzer, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC). «Wenn sie sich nicht völlig unglaubwürdig machen wollen, dann werden sie das auch tun.»
Welche Folgen das haben könnte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. «Es ist die Frage, ob sie an die Passwörter im Klartext rangekommen sind oder in verschlüsselter Form als sogenannte Hashes», erklärte Selzer. «Wenn sie ein Klartextpasswort haben, können sie es sofort verwenden und irgendwelche Seiten hacken.»
Anders sei es, wenn die Passwörter nur in verschlüsselter Form verkauft würden. «Dann müssten die Leute, die diese Hashes bekommen, erst mal versuchen, sie zu knacken. Das ist dann schon mit etwas höherem Aufwand verbunden.»
Kriminelle können Daten für Identitätsdiebstahl missbrauchen
Passwörter sind aber nur das Eine, wofür Kriminelle im Darknet Geld bezahlen. «Es kann es noch um andere Daten gehen, zum Beispiel aus Bußgeldbescheiden oder Justizakten», sagte Selzer. «Ganz allgemein kann jedes intime Wissen von Angreifern genutzt werden, um einen Identitätsdiebstahl durchzuführen.»
Dabei geht es darum, dass Kriminelle gestohlene oder anderswie illegal erworbene Daten für gezielten Betrug im Internet benutzen - etwa, um unter fremder Identität einzukaufen oder Verträge abzuschließen. «Je mehr ich von einer Person weiß, desto besser kann ich mich als diese Person ausgeben und im Namen dieser Person irgendwelche Sachen zu deren Nachteil machen», sagte Selzer.
Auch Erpressungsversuche seien denkbar. «Indem ich sage, ich habe hier folgendes Wissen von dir, das ist ja ein bisschen peinlich, was da alles zu finden ist», erklärte der Experte vom CCC. «Also zum Beispiel diesen Stress, den du mit der Berliner Polizei hast. Wenn du nicht willst, dass ich das veröffentliche, dann zahl mal bitte.»
Gestohlene Daten können zur Einschüchterung dienen
Immer wieder gebe es außerdem Kriminelle, die sich per Mail meldeten. «Und behaupten, sie hätten meinen Computer geknackt und Daten davon runtergezogen und verlangen dann ein Lösegeld», nannte Selzer eine weitere Variante.
«Zum Beleg, dass sie Daten haben, nehmen sie beispielsweise Mails, die im Rahmen eines Justizverfahrens mit der Berliner Verwaltung ausgetauscht wurden.» Die auf dem Schwarzmarkt gekauften Daten würden dann genutzt, um einen tatsächlich nicht stattgefundenen Einbruch auf den Zielrechner einer Person vorzutäuschen.
Wer steckt hinter der Cyberattacke?
Der Angriff auf das Datennetz der Berliner Verwaltung wurde am 14. August bekannt. Bisher gibt es keine offiziellen Angaben dazu, wer hinter der Cyberattacke steckt und um welche Daten genau es in welchem Umfang geht. Am Freitag hatten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) über einen Erpressungsversuch informiert.
Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» haben die Erpresser mit der Veröffentlichung von Daten gedroht, falls sich das Land Berlin nicht auf ihre Forderungen einlasse. Für den Hackerangriff sei die bereits seit mehreren Jahren aktive Gruppierung Rhysida verantwortlich, die für Erpressungsversuche eine entsprechende Schadsoftware einsetze. Wegner hat angekündigt: «Das Land Berlin wird sich nicht erpressen lassen».
AI outlook — possibilities, not facts
Das Land Berlin wird weitere Sicherheitsmaßnahmen im IT-Bereich ankündigen, um ähnliche Angriffe zu verhindern.
Likely · Within weeks
Kriminelle werden versuchen, einen Teil der erbeuteten Daten auf Darknet-Marktplätzen zu verkaufen.
Very likely · Within days
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