Nach Treffen zwischen Hamas-Chef und US-Gesandtem Jared Kushner in Ägypten fordert die Hamas einen Rückzug bis zur „gelben Linie“.
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Die Hamas forderte vor der Umsetzung eines neuen Waffenruhe-Fahrplans einen Stopp der israelischen Angriffe und einen Rückzug bis zur gelben Linie. US-Gesandter Jared Kushner traf sich dazu mit Hamas-Vertretern in Ägypten.
Die Hamas hat vor einer Umsetzung des neuen Fahrplans für eine Waffenruhe im Gazastreifen einen Stopp der israelischen Angriffe und einen Rückzug der israelischen Truppen bis zur „gelben Linie“ gefordert. Das sagte ein Hamas-Vertreter nach dem mehr als zweistündigen Treffen von Hamas-Chef Chalil al-Haja mit dem US-Gesandten Jared Kushner am Sonntag in Ägypten. An dem Treffen hätten auch Vertreter der Vermittlerstaaten Ägypten, Katar und Türkei teilgenommen, hieß es aus regionalen Regierungskreisen.
Die gelbe Linie wurde nie genau definiert. Israelische Streitkräfte sind über sie hinaus vorgedrungen und kontrollieren inzwischen rund 60 Prozent des Gazastreifens. Das Weiße Haus äußerte sich nicht zu den Gesprächen.
Bei dem Treffen ging es nach Angaben aus regionalen Regierungskreisen auch darum, die Zusicherung der Hamas für den 15-Punkte-Fahrplan und insbesondere ihre Bereitschaft zur Entwaffnung zu erhalten. Kushner forderte die Hamas erneut zu einer überprüfbaren Entwaffnung auf, wie aus mit den Gesprächen vertrauten Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP verlautete. Eine Rolle der Hamas bei einer künftigen Regierung des Gazastreifens schloss Kushner demnach weiter aus. Zudem habe er betont, dass der Gazastreifen „nie wieder eine Quelle des Terrors gegen Israel“ werden dürfe.
Der Hamas-Vertreter sagte nach dem Treffen, die Gruppe stehe zu dem Fahrplan und warte nun darauf, dass die Vermittler die 14-tägige Verhandlungsphase zur Festlegung eines Zeitplans für die Umsetzung einleiten. Die Hamas forderte die Vermittler und den von den USA geschaffenen Friedensrat in einer Erklärung auf, Israel zur Zustimmung zu dem Fahrplan für die nächsten Schritte zu „zwingen“.
Die Forderungen kommen vor dem für Montag geplanten Treffen Kushners mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Dieser lehnt einen Rückzug israelischer Truppen ab, solange die Hamas nicht vollständig entwaffnet ist. Neben Kushner sollen auch der ehemalige britische Premierminister Tony Blair und der Direktor des Friedensrats, Nikolaj Mladenow, an dem Treffen teilnehmen, wie aus damit vertrauten Kreisen verlautete.
Regionalmächte verurteilen Israels Ablehnung
Mehrere Regionalmächte, darunter Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, verurteilten Israels Ablehnung des Fahrplans. „Israel trägt nun die Verantwortung dafür, die Bemühungen um Frieden im Gazastreifen zu behindern“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zu den weiteren Unterzeichnern gehörten Jordanien, Pakistan, Indonesien und die Vermittler der Waffenruhe.
Die Außenminister forderten den Friedensrat und die USA auf, „sofortige und konkrete Maßnahmen“ zu ergreifen, damit keine Partei die Umsetzung des Plans behindern könne.
Die Hamas und ihre Verbündeten hatten bei ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 mehr als 1220 Menschen getötet und 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel griff daraufhin massiv im Gazastreifen an. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben mehr als 70.000 Menschen getötet.
Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße vor. Nach palästinensischen Angaben wurden im Gazastreifen seitdem mindestens 1259 Menschen getötet.
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Treffen zwischen US-Gesandtem Jared Kushner und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu
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