Hamburger Asylbewerber warten trotz Online-Portal weiter monatelang auf Leistungen
Quick Look
- In Hamburg müssen Asylbewerber trotz Einführung eines Online-Portals im Februar noch durchschnittlich 98 Arbeitstage auf einen Bescheid warten.
- Die Linken-Abgeordnete Carola Ensslen kritisiert den Senat für fehlende Lösungen und weist auf steigende Belastung der Sozialgerichte hin.
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Why It Matters
Seit Februar 2026 steht in Hamburg ein Online-Portal zur Beantragung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zur Verfügung, um die Bearbeitungszeiten zu verkürzen.
Auch nach der Einführung eines Webportals zur Beantragung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz müssen Antragsteller in Hamburg noch monatelang auf einen Bescheid warten. Mitte September betrug die durchschnittliche Bearbeitungszeit für Neuanträge von Asylbewerbern, die nicht im Ankunftszentrum untergebracht sind, 98 Arbeitstage, wie aus der Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Linken-Abgeordneten Carola Ensslen hervorgeht.
Damit habe sich der Bearbeitungszeitraum seit Einführung des Portals im Februar um mehr als ein Viertel verlängert. «Der rot-grüne Senat hat keinen Plan, wie er dem Leid der Menschen, die fast fünf Monate auf Leistungen warten müssen, begegnen kann», sagte Ensslen der Deutschen Presse-Agentur.
Viele Eilanträge am Sozialgericht
In seiner Antwort verwies der Senat darauf, dass für neuere Anträge, die seit März eingegangen sind, die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei 72 Arbeitstagen liege. Zudem bestünden für «Personen, bei denen die Sicherstellung des notwendigen Bedarfs keinen Aufschub duldet, (...) weiterhin etablierte Verfahrenswege, die eine beschleunigte Bearbeitung gewährleisten».
«Es als Erfolg zu verbuchen, dass die Behörde für neuere Anträge "nur" noch 72 Tage brauche, finde ich zynisch», sagte die fluchtpolitische Sprecherin der Linken. «Auch am Sozialgericht kommt die Notlage an und führt dort zu Überlastung.»
Seit Januar sei die Zahl der dort anhängigen Eilverfahren um 40 Prozent gestiegen. Im Juni waren es nach Senatsangaben 114. Zudem sei die Zahl der Termine in der Notfallsprechstunde von 180 im Dezember vergangenen Jahres auf zuletzt nur noch 90 Termine pro Woche gesunken. «Das Online-Portal und KI lösen die Probleme nicht - es müssen mehr Termine her, eine bessere Kommunikation und eine auskömmliche Verwaltungsstruktur. Wir können Geflüchtete doch nicht einfach verelenden lassen», sagte Ensslen.
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Die Zahl der Eilverfahren beim Sozialgericht Hamburg wird weiter steigen, wenn die Bearbeitungszeiten nicht gesenkt werden.
Likely · Within months
Open Questions
- Welche konkreten Maßnahmen plant der Senat zur Reduzierung der Bearbeitungszeiten?
- Wie wird die steigende Belastung der Sozialgerichte langfristig adressiert?
- Warum hat sich die durchschnittliche Bearbeitungszeit trotz Portal verlängert?


