Hedgefonds Elliott steigt bei Deutscher Telekom ein: Aktie legt zu
Aktivistischer Investor Elliott positioniert sich gegen eine Fusion mit T-Mobile US und fordert alternative Strategien zur Wertsteigerung.
Quick Look
- Der Hedgefonds Elliott hat eine Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut.
- Der Investor lehnt eine Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US ab und fordert stattdessen Maßnahmen wie Aktienrückkäufe, was den Kurs der T-Aktie im DAX beflügelt.
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Why It Matters
Seit Monaten kursieren Spekulationen über eine Fusion der Deutschen Telekom mit ihrer US-Tochter T-Mobile US. Analysten und Investoren stehen diesen Plänen aufgrund komplexer strategischer Probleme skeptisch gegenüber.
Bei einem sind sich die meisten Analysten und Marktbeobachter einig: Die Börsenbewertung der Telekom ist zu niedrig. Die Kursziele der Analysten liegen meist deutlich höher als das derzeitige Kursniveau unter 30 Euro. Das gefällt nicht jedem, immerhin ist die Telekom mit weitem Abstand Platzhirsch im europäischen STOXX-Telekommunikationssektor mit einer Gewichtung von über 26 Prozent.
Meldungen vom Vorabend, nach denen der US-Investor und Hedgefonds Elliott plant, beim Bonner Konzern ein Wörtchen mitzusprechen, beflügeln aber heute den Kurs der T-Aktie im DAX. Das Papier gewann in der Spitze rund zwei Prozent und stieg über die Marke von 29 Euro. Am Vorabend war an der Wall Street auch die Aktie der US-Tochter T-Mobile US schon angesprungen.
Elliott lehnt Fusion mit T-Mobile US ab
Der aktivistische Investor Elliott hat einem Medienbericht zufolge eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom aufgebaut und spricht sich gegen eine Fusion mit der US-Tochter T-Mobile aus. Stattdessen solle der DAX-Konzern andere Wege zur Steigerung des Unternehmenswerts prüfen, wie umfangreichere Aktienrückkäufe, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Vortag unter Berufung auf Insider. Wie hoch die Beteiligung von Elliott genau ist, sei unklar. T-Mobile lehnte eine Stellungnahme ab. Elliott und die Telekom waren zunächst nicht zu erreichen.
Fusionsspekulationen kursieren seit Monaten. Dadurch entstünde mit einem zusammengerechneten Börsenwert von aktuell etwa 313 Milliarden Euro der weltgrößte Telekommunikationskonzern. Bei Analysten und Anlegern stießen die Pläne jedoch von Beginn an auf Skepsis. Sie bezweifeln, dass der Unternehmenswert durch einen Zusammenschluss wie erhofft gesteigert werden kann.
US-Investoren seien nicht daran interessiert, sich durch die Fusion ein europäisches Unternehmen mit vergleichsweise schwachem Wachstum ins Portfolio zu holen. Zuletzt berichtete das Nachrichtenportal Semafor im Juli, dass die Führung von T-Mobile eine Verschmelzung nicht mehr befürworte.
"Ein Cocktail strategischer Probleme"
Prinzipiell sei nachvollziehbar, warum sich ein aktivistischer Investor für die Bonner interessieren könnte, schrieb JPMorgan-Analyst Akhil Dattani heute anlässlich der Spekulationen um einen Einstieg von Elliott. Er bewertet die Aktie mit "Overweight". Die Aktie erscheine extrem günstig trotz attraktiven Gewinnsteigerungen. Die Aktien würden jedoch belastet von "einem einzigartigen Cocktail strategischer Probleme".
Zudem sei der im Raum stehende Zusammenschluss mit der US-Tochter T-Mobile US so komplex, dass sich eine breite Front dagegen gebildet habe. Auch hier könnte ein aktivistischer Investor auf der einen oder der anderen Seite Position beziehen. Für eine Neubewertung müsse die Telekom die künftige Beziehung zur US-Tochter plausibel machen und obendrein deren Probleme angehen.
T-Mobile US hat an Glanz verloren
Die Aktien von T-Mobile US haben den Nimbus des Highflyers an der Nasdaq längst verloren. Vom Rekordhoch Anfang März vergangenen Jahres bei etwas mehr als 276 Dollar haben sie ein Drittel eingebüßt. Analyst Dattani nennt hierfür mehrere Gründe: Sorge über Konkurrenz durch Satellitenbetreiber, ein harter Wettbewerb im Mobilfunkgeschäft, Schwäche im Glasfasersegment und eine lange Liste anstehender Auktionen für Mobilfunkfrequenzen. Diese Unwägbarkeiten lasteten auch auf der Muttergesellschaft und ihren Aktien, argumentiert der Experte.
Mit dem Rückgang des T-Mobile-Kurses ging es auch für die T-Aktie deutlich nach unten. Seit dem Mehrjahreshoch von fast 36 Euro fiel der Kurs der Telekom-Anteile um ein Fünftel. Der Börsenwert der Deutschen Telekom liegt bei rund 140 Milliarden Euro. Das 54-prozentige Paket an der US-Mobilfunktochter ist umgerechnet gut 90 Milliarden Euro wert. Damit steuert T-Mobile US derzeit rund zwei Drittel zur Bewertung der Telekom bei. Im März 2025 hatte dieser Wert noch bei rund 80 Prozent gelegen.
DAX weiter unter 26.000 Punkten
Zins- und Inflationssorgen halten den DAX derweil weiter unter der Marke von 26.000 Punkten. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sieht nur eine kurzzeitige Beruhigung der Märkte.
"Für eine langfristige Ruhe braucht es deutlich mehr", warnte er vor zu hohen Erwartungen. "Die Straße von Hormus ist weiterhin geschlossen. Und von einem dauerhaften Frieden werden die beiden Konfliktparteien auch im Falle eines Endes der Attacken weit entfernt sein."
What to Watch
AI outlook — possibilities, not facts
Elliott wird auf strategische Änderungen wie Aktienrückkäufe drängen.
Likely · Within months
Open Questions
- Wie hoch ist die genaue Beteiligung von Elliott?
- Welche konkreten Schritte plant Elliott zur Wertsteigerung?






